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Gefährliches Spiel gegen Köln

VfB Stuttgart: Hannes Wolfs Team ist daheim ungeschlagen. Das soll auch im kniffligen Duell mit dem angeschlagenen Angstgegner so bleiben. Von Wolfgang Scheerer

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Langer Anlauf bis zum ersten Treffer im siebten Ligaspiel: Ist bei Simon Terodde (re., mit Stürmerkollege Daniel Ginczek) nach dem Tor in Frankfurt der Knoten geplatzt?  Foto: 

Aufsteiger VfB ist Tabellenvierter der Fußball-Bundesliga. Was die Zuschauerzahlen angeht, wohlgemerkt: Im Durchschnitt knapp 53 000 Fans sahen jedes der bisher drei Heimspiele. So gut wie ausverkauft ist die heutige Partie gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr/Eurosport 2).

Nach sieben Spieltagen und sieben Punkten ist die sportliche Lage für die Stuttgarter auf Rang 14 weniger prickelnd: Die vier Auswärtsniederlagen schmerzen. Erfreulicher liest sich die Heimbilanz mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Vor eigenem Publikum ist Hannes Wolfs Team ungeschlagen. An der Bilanz soll sich auch gegen die noch sieglosen Kölner nichts ändern. Die Anspannung ist auf beiden Seiten groß. Als „Kellerduell“ ist es ein erstes Schlüsselspiel der Saison: Die Stuttgarter könnten im Fall einer Niederlage gegen den Angstgegner auf den Relegationsplatz, eventuell sogar auf einen Abstiegsrang zurückfallen.

21 Jahre ist der letzte Bundesliga-Heimsieg gegen die Rheinländer her. Davon können sich die Kölner nichts kaufen. Sie stehen mit nur einem Punkt ganz unten. „Wir treffen trotzdem auf eine gute Mannschaft, die sehr flexibel ist“, sagt Wolf. Und: „Köln hatte bisher viele offene Spiele. Fehler wurden aber oft hart bestraft. Insgesamt hatte der FC das Glück bisher nicht auf seiner Seite. Ich hoffe, dass das zumindest am Freitag so bleibt.“

Stöger von Wende überzeugt

Auch eine siebte Saisonniederlage hätte für Wolfs Trainerkollegen Peter Stöger, 51, keine Konsequenzen. Nach vier Jahren hat er seinen Kredit noch nicht verspielt. Der Österreicher ist in seiner Heimat zwar als einer der möglichen Kandidaten für den Job als Nationalcoach im Gespräch, hat einen Rücktritt in Köln aber definitiv ausgeschlossen – schließlich ist er von der Wende überzeugt: „Ich habe schon das Selbstvertrauen, dass ich sage: unser Ansatz ist gut. Nach Aufstieg, Klassenerhalt und Europapokal könnte es dem Verein noch mal einen richtigen Schub geben, wenn wir aus dieser Phase gemeinsam herauskommen.“ Der ehemalige VfB-Profi Konstantin Rausch, einst unglücklich in Stuttgart, jetzt Stammspieler in Kölner Reihen, sagt: „Es wird ein Spiel auf Messers Schneide. Ich hoffe einfach, dass es zu unseren Gunsten ausgeht.“ In den sieben Punktspielen nach dem Abschied von Top-Torjäger Anthony Modeste (25 Saisontore) gelangen nur zwei Kölner Treffer, bei 15 Gegentoren. Claudio Pizarro, 39, ist zwar immer ein Hingucker, aber allenfalls noch als Joker einsetzbar.

Im Sturm hapert’s auch bei den Stuttgartern. Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde hat in sieben Spielen erst einmal getroffen, zum zwischenzeitlichen 1:1 bei der 1:2-Niederlage vor der Länderspielpause in Frankfurt. Dennoch: Bei dem 29-Jährigen ist damit vielleicht der Knoten geplatzt. Jeder VfB-Fan würde es dem Stürmer gönnen. Die Begeisterung nach der Bundesliga-Rückkehr ist groß in Stuttgart: Die kommenden Heimpartien werden ebenfalls sehr gut besucht sein.

Fürs Duell mit Tabellenführer Dortmund am 17. November gibt es jetzt schon keine Karten mehr. Auch die Mitgliederzahlen gehen konstant nach oben: „Fast 58 000 Dunkelrote haben mittlerweile ihr Treuebekenntnis abgegeben“, teilte Präsident Wolfgang Dietrich jetzt stolz mit. Damit steht der VfB Stuttgart in der Bundesliga auf Rang acht. Tabellenvierte sind hier die Kölner. Sie haben eben erst die 100 000-Mitglieder-Marke genackt.

Weltmeister Ron-Robert Zieler hat seine Laufbahn im Nationalteam auch nach 28 Monaten ohne Nominierung nicht abgehakt. „Ich fühle mich überhaupt nicht vergessen. Der DFB-Trainerstab weiß genau, was ich kann“, sagte der 28 Jahre alte Torwart im „kicker“. „Im Moment konzentriere ich mich völlig auf den VfB. Ich möchte weiter gute Leistungen zeigen und mit dem Verein erfolgreich sein. Der Rest liegt ja nicht in meiner Hand“, sagte Zieler vor dem Duell mit dem 1. FC Köln. Und: „Das Spiel zweifelsfrei sehr wichtig und könnte richtungsweisend sein – für die nächsten Wochen, mehr aber auch nicht. Wir wollen gewinnen, uns etwas Luft verschaffen.“

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