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Bayern schenken Mainz sauber ein

Der FC Bayern München hat in der Fußball-Bundesliga mit dem 4:0 zum Oktoberfeststart ein Zeichen gesetzt – an die Konkurrenz und den eigenen Trainer. Mainz ist mit dem Ergebnis noch gut bedient.

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Münchner Torschützen unter sich: Thomas Müller bejubelt mit Robert Lewandowski den Sieg gegen Mainz. Nach der Kritik der vergangenen Wochen war der Erfolg Balsam für die Bayern-Seele.  Foto: 

Arjen Robben nutzte den tollen Wiesn-Start des FC Bayern, um seinem Trainer deutliche Botschaften zu übermitteln. Als der rasende Holländer den wehrlosen Mainzern beim noch viel zu niedrigen 4:0 sein Tor zum 2:0-Pausenstand eingeschenkt hatte, lief er demonstrativ zur Bayern-Bank und jubelte mit Franck Ribéry, dem vermeintlich bösen Buben des Anderlecht-Spiels. Und nach der energiegeladenen Offensivdarbietung hielt Robben auch noch ein bemerkenswertes Plädoyer für Fußball-Weltmeister Thomas Müller, dessen Qualitäten bei Carlo Ancelotti nicht ständig angesagt sind.

Mit Müller als viertem Offensivakteur lief es vorne deutlich besser als mit Ancelottis Wunschspieler James Rodríguez beim faden Heimsieg gegen Anderlecht in der Champions League. „Das war vielleicht auch der Schlüssel. Mit Thomas hast du viel mehr Bewegung. Er ist wie ein zweiter Stürmer. Er geht in die Lücke, er geht in die Tiefe, er macht Raum für andere und reißt Lücken auf“, argumentierte Robben: „Es hat nichts mit anderen zu tun. Aber wenn er auf dem Platz steht, spiele ich auch besser. Mit Thomas funktioniert das immer gut.“

Kimmich an allen Toren beteiligt

Es fluppte zum Auftakt des Oktoberfestes, bei dem die Bayern traditionell in Baller- und Siegeslaune sind. Alle vier Tore gingen auf das Konto von Müller, Robben und Robert Lewandowski, der im 100. Ligaspiel für den Rekordmeister seine Treffer 81 und 82 erzielte. „Wir haben mehr als Einheit agiert und hatten große Lust, ein Zeichen zu setzen“, sagte Müller sichtlich zufrieden.

War‘s nur eine Momentaufnahme? Oder war es ein Wendepunkt, die Wiederentdeckung des Spielwitzes und des Teamworks? „Wir haben wieder unseren Fußball gespielt“, sagte Lewandowski. „Es war das beste Spiel bisher von uns“, sagte der an allen Toren beteiligte Joshua Kimmich.

„Wir haben zum falschen Zeitpunkt gegen Bayern gespielt“, haderte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz. Das Münchner Team hatte sein Geschick selbst in die Hand genommen. „Es bringt uns nichts, immer weiter Unruhe zu stiften“, bemerkte Müller. Kollektiv hoben die Stars die Bedeutung interner Gesprächsrunden hervor. Die Körpersprache stimmte wieder – es gab auf dem Platz wieder ein Mit- und Füreinander. Die Alten, die Profis mit der Bayern-DNA, rück(t)en in unruhigen Zeiten zusammen.

Das war die Botschaft des Tages. Darum sprintete Robben nach seinem Tor über den halben Platz, um vor der Trainerbank mit Franck Ribéry zu jubeln. Der Franzose war nach seinem wütenden Trikotwurf nach seiner Auswechslung gegen Anderlecht diesmal nur eingewechselt worden. „Das war auch ein Zeichen“, gab Robben zu – wohl auch eines an Ancelotti.

Der 33-jährige Robben solidarisierte sich mit dem ein Jahr älteren Franzosen. Seit acht Jahren spielt das Duo beim FC Bayern, auch der früher immer spielende Müller ist so lange dabei. Ein Herz und eine Seele waren Robben und Ribéry nicht immer, aber die großen Bayern-Erfolge der letzten Jahre tragen auch ihre Namen. „Mit dieser Auswechslung war viel los“, sagte Robben über Ribérys Frustaktion, „aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wenn wir Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribéry.“ Trainer Carlo Ancelotti sollte Robbens Werben für Ribéry und Müller zu denken geben. 

Der FC Bayern bleibt für den früheren Nationaltorwart René Adler der Alptraumgegner. 14 Niederlagen, drei Remis, kein Sieg lautet seine ­Bilanz gegen den deutschen Rekordmeister. Im Mainzer Trikot ging die schwarze Serie weiter. Der 32-Jährige, der bereits für Bayer Leverkusen und den Hamburger SV im Kasten stand, kassierte beim 0:4 die Gegentore 51 bis 54 gegen Bayern. Immerhin: Im Vergleich zu seinem letzten Auftritt mit dem HSV in München hat Adler, der noch bester Akteur der chancenlosen Mainzer war, dieses Mal die Anzahl der Gegentreffer halbiert. Trotzdem kassierte er alleine in den letzten fünf Auswärts-Partien in München (1:5, 2:9, 0:5, 0:8, 0:4) 31 Treffer. swp

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