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Wöhrles Geburtstagstor ist zu wenig

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Geburtstagskind Luca Wöhrle (links), hier im Zweikampf mit dem Bahlinger Yannick Häringer, schoss den FSV 08 Bissingen mit einem Foulelfmeter in Führung.  Foto: 

Ein Elfmetertor zum 23. Geburtstag – unter anderen Umständen wäre Luca Wöhrle der Samstag als Glückstag im Gedächtnis geblieben. So richtig freuen wollte sich der Mittelfeldspieler des FSV 08 Bissingen nach dem 1:1 im Oberliga-Heimspiel gegen den Bahlinger SC aber nicht. „Es wäre mir lieber gewesen, wenn ich kein Tor erzielt hätte und wir dafür gewonnen hätten“, sagte Wöhrle – und wusste dabei sehr wohl, dass es seine Mannschaft noch schlimmer hätte treffen können: „Spielerisch war Bahlingen besser. Da muss man ehrlich sein.“

Eine realistische Betrachtung. Denn die Gäste aus Südbaden gaben am Bruchwald bis auf die Anfangs- und die Schlussphase den Ton an. Der BSC zeigte nicht nur die bessere Spielanlage, sondern war auch spritziger  als die Nullachter. Das deutliche Chancenplus sowie ein Eckenverhältnis von 12:2 sprachen ebenfalls für Bahlingen. Beim FSV 08 lahmte dagegen das Offensivspiel. Harmlos und ideenlos präsentierte sich der Vizemeister der Vorsaison gegen die gut organisierte Elf von Trainer und Ex-Profi Alfons Higl.

Der schwäbisch-badische Vergleich hatte für Bissingen verheißungsvoll begonnen. Der für den verletzten Riccardo Gorgoglione früh eingewechselte Alexander Götz scheiterte nach einem Pass von Yannick Toth mit einem unplatzierten Schuss an Gästekeeper Dennis Müller. Kurz darauf düpierte Lukas Buck mit einem Flankenball die Bahlinger Abwehr. Marius Kunde nahm die Kugel mit der Brust an und zog Richtung Tor, doch Michael Respondek, der sich in dieser Situation verschätzt hatte, riss den Stürmer von hinten um. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter zögerte keine Sekunde und pfiff Elfmeter, den Wöhrle zum 1:0 verwandelte.

Kunde rettet auf der Torlinie

Nach diesem Treffer lief bei den Hausherren aber nichts mehr zusammen. Nun übernahmen die Bahlinger das Kommando und deckten die Lücken in der 08-Hintermannschaft schonungslos auf. So in der 29. Minute, als Trainer-Sohn Felix Higl aus 16 Metern unbedrängt in zentraler Position abziehen durfte – der Flachschuss schlug unhaltbar im rechten Tor­eck ein. Es folgten drei weitere Großchancen der Gäste. Zweimal wurde es nach Ecken gefährlich. Yannick Häringer scheiterte per Kopf erst an Schlussmann Sven Burkhardt (32.) und dann an Kunde, der auf der Torlinie rettete (43.). Obendrein verfehlte Erich Sautner knapp den Bissinger Kasten, nachdem er Maurizio Macorig und Oskar Schmiedel ins Leere hatte laufen lassen (39.). Auf der Gegenseite sorgte bis zur Pause nur noch Wöhrles Distanzschuss, der über die Latte flog, für Torgefahr (33).

Auch nach dem Seitenwechsel setzte Bahlingen das Heimteam unter Druck. Seine größte Rettungstat vollbrachte Burkhardt in der 64. Minute, als er Sautners Freistoß mit einem Hechtsprung noch erreichte und an den Pfosten lenkte. Erst in der Endphase wurden die Bissinger in der Offensive wieder etwas munterer. Kundes verdeckter Schuss wehrte Müller zur Ecke ab, und auch bei Oskar Schmiedels indirektem Freistoß reagierte der BSC-Torhüter glänzend. Nachdem der bereits verwarnte Kunde sich im Mittelfeld ein taktisches Foul erlaubt und dafür Gelb-Rot gesehen hatte, mussten die Nullachter das Remis in Unterzahl verteidigen – und hatten Glück, dass Schmiedel nach einer Ecke einen Kopfball von Fabian Spiegler auf der Torlinie entschärfte.

08-Coach Andreas Lechner würdigte die starke Leistung der Gäste, monierte aber zugleich die hohen Ansprüche im Umfeld an sein Team. „Es wird erwartet, dass wir jeden Gegner überrennen und an die Wand spielen. Bahlingen ist eine der besseren Mannschaften der Liga und vielleicht unser bisher stärkster Gegner gewesen. Gegen so eine Mannschaft kann man nicht im Vorbeigehen ein Spiel gewinnen.“

Das Verletzungspech bleibt dem FSV 08 Bissingen treu. Gegen Bahlingen knickte Riccardo Gorgoglione auf dem holprigen Rasen bereits in der achten Minute um und musste mit einer Knöchelblessur vom Feld. Und nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung erwischte es auch Manuel Sanchez mit einem Muskelfaserriss. Ohnehin noch verletzt sind Patrick Milchraum (Muskelfaserriss) und Michael Deutsche (Achillessehnenriss). Beim WFV-Pokal-Knaller am Mittwoch (18 Uhr) gegen den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach fehlt außerdem Stürmer Marius Kunde, der am Samstag in der Endphase Gelb-Rot sah. ae

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