Partner der

Viel Prominenz bei den aufgehenden Sternen

Beim U-19-Spiel zwischen Deutschland und Portugal gab sich in Aspach die Fußball-Prominenz die Ehre. Löw-Assistent Marcus Sorg litt besonders mit.

|
Das deutsche U-19-Team mit Torjäger Philipp Ochs (vorne) ist in Aspach gestrauchelt. Goncalo Rodrigues und die Portugiesen setzten sich mit 4:3 durch.  Foto: 

„Aufgehende Sterne“ heiß der Titelsong für die U-19-Europameisterschaft, die derzeit in Baden-Württemberg stattfindet. Doch bei ihrem Auftritt in Aspach gingen zumindest die deutschen Fußball-„Sterne“ unter: Mit 3:4 verloren die DFB-Talente am Donnerstagabend gegen Portugal auch ihr zweites Gruppenspiel. Damit war für die Gastgeber der Traum vom Halbfinale bei der Heim-EM vorzeitig ausgeträumt. Die ländlich gelegene Mechatronik-Arena, das kleinste Stadion in den zehn Spielorten, hatte sich für die deutsche Auswahl als kein gutes Pflaster erwiesen.

Zum zweiten Mal überhaupt in der Geschichte der im August 2011 eröffneten Spielstätte war das 10 000 Zuschauer fassende Stadion ausverkauft, wozu auch die günstigen Eintrittspreise beigetragen haben dürften. Für jedes Kind einer Schüler- oder Vereinsgruppe waren zum Beispiel nur zwei Euro fällig. Doch nicht alle Ticketkäufer kamen, es gab viele Lücken im Oval. Letztlich vermeldete der Stadionsprecher 7250 Fans als offizielle Besucherzahl. Mit mehr als 150 000 Zuschauern in den bisherigen acht Spielen ist die EM im „Ländle“ das bis jetzt größte internationale Turnier im Juniorenfußball.

Viel Prominenz tummelte sich am Donnerstag auf den Rängen. Ein Welttrainer wie der neue Bayern-Coach Carlo Ancelotti, der zwei Tage zuvor noch beim Spiel Niederlande gegen Kroatien im Ulmer Donaustadion auf der Tribüne saß, war diesmal zwar nicht vor Ort. Promis aus der Fußball-Szene gab es dennoch in der Mechatronik-Arena zuhauf zu sehen. Die A-Nationalmannschaft vertraten DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Marcus Sorg, neben Thomas Schneider der zweite Assistent von Joachim Löw. Weitere Tribünengäste waren der frühere Hoffenheimer Übungsleiter Markus Gisdol, Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel, VfB-Stürmer Daniel Ginczek und der langjährige Profi und Bundesliga-Trainer Marco Kurz. Natürlich war auch die SG Sonnenhof Großaspach in ihrer Heimfestung präsent, etwa mit dem neuen Chefcoach Oliver Zapel, Sportdirektor Joannis Koukoutrigas und Innenverteidiger Julian Leist. Das Medienaufgebot war mit 35 akkreditierten Journalisten und 26 Fotografen ebenfalls ungewöhnlich groß.

Marcus Sorg fieberte ganz besonders mit der deutschen U 19 mit. Schließlich hatte der 50-Jährige die Mannschaft selbst von 2013 bis März 2016 betreut, ehe er zum A-Nationalteam aufrückte und das Zepter an Guido Streichsbier weiterreichte. Sorg wollte trotz des verpassten Halbfinales nicht den Stab über seinen ehemaligen Schützlingen brechen. „Die Jungs sind um ihr Leben gelaufen und haben sich gut präsentiert“, sagte der Löw-Assistent. Er ist sich sicher, dass die Talente aus ihren Turnier-Einsätzen viel mitnehmen werden: „Bei einer Heim-EM ist der Druck immer größer, aber das sind Erfahrungswerte für die Mannschaft. Genau das wollen wir ja.“

Auch zwei junge Männer aus dem Publikum nutzten die Partie zu einem großen Auftritt. Die beiden Deutschland-Fans rannten in der zweiten Halbzeit über den Rasen, und einer der Flitzer gab vor einer Kurve den isländischen Einpeitscher – und der Block klatschte das durch die EM in Frankreich berühmt gewordene Stakkato begeistert mit.

Portugals Trainer Emilio Peixe trug mit seinen Anfeuerungsrufen, Wutanfällen und den intensiven Diskussionen mit dem vierten Offiziellen ebenfalls zur Unterhaltung bei. „Ich lebe das Spiel. Danach weiß ich oft nicht mehr viel von dem, was ich in den 90 Minuten gesagt oder gemacht habe. Das bin eben ich“, meinte der 43-jährige Trainervulkan mit der markanten Glatze später bei der Pressekonferenz, angesprochen auf seine emotionalen Ausbrüche.

Für Aufregung hatte die portugiesische Bank in der zweiten Hälfte gesorgt. Beim Torjubel spritzten Spieler und Betreuer voller Freude das Wasser aus den Trinkflaschen ins Publikum, so dass die meist deutschen Fans in den ersten Sitzreihen ordentlich nass wurden – was ein hitziges Wortgefecht zwischen beiden Parteien zur Folge hatte. Die Gemüter beruhigten sich aber rasch wieder. Selbst Doppel-Verlierer Streichsbier war von der Atmosphäre bei den bisherigen EM-Duellen angetan. „Die Unterstützung ist riesig. Die Zuschauer nehmen das Turnier super an“, stellte der deutsche U-19-Trainer fest. Er sieht sich nun in erster Linie als Seelentröster gefordert: „Die Jungs hatten sich viel vorgenommen. Für die Burschen ist die Situation jetzt schwer. Wir müssen sie wieder aufbauen.“

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Überall nur zufriedene Gesichter

Nach einer Woche Handball-WM der Frauen in Bietigheim-Bissingen fällt das Fazit von Funktionären, Organisatoren und Zuschauern durchweg positiv aus. weiter lesen