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Sportplatz-Sanierung macht Hessigheimer erfinderisch

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Übungseinheiten in landschaftlicher Idylle: Die Hessigheimer Fußballer beim Training zwischen Weinbergen und dem Neckar.  Foto: 

Noch ganz frisch ist er, der größte Vereinserfolg in der Geschichte des TASV Hessigheim. Durch den Gewinn der Meisterschaft in der Kreisliga B ist die erste Mannschaft in der abgelaufenen Saison in die Kreisliga A aufgestiegen. Jetzt heißt das erklärte Ziel naturgemäß erst mal: nicht absteigen. „Wir haben in der laufenden Saison einige Punkte durch Unerfahrenheit liegen gelassen“, konstatiert Trainer Marcel Deter. Nach der Meisterschafts-Euphorie gelte es, die Jungs bei der Stange zu halten und wieder von neuem Gas zu geben. Denn langfristig will der Verein den Blick in der Tabelle nach oben richten. Dafür trainieren sie zweimal in der Woche, in der Saisonvorbereitung doppelt so oft.

Kooperation mit FV Ingersheim

Der Kader von 37 aktiven Spielern in der ersten und zweiten Mannschaft mischt sich aus erfahrenen und jungen Kickern, wobei der Fokus klar auf den Jüngeren liege, wie Deter betont. Die A-Jugend-Spieler dürften schon mal in der zweiten Mannschaft schnuppern. Dass es überhaupt eine durchgängige Jugendabteilung gibt, ist in Hessigheim nicht selbstverständlich. In den vergangenen Jahren konnte der TASV nur Teams von den Bambini bis zur D-Jugend stellen. Seit dieser Saison bildet der Verein zusammen mit dem FV Ingersheim eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich und verfügt damit über zehn Jugendteams. Die Jungs der D- bis A-Jugend trainieren abwechselnd in Hessigheim und Ingersheim. „Die Kooperation läuft überraschend gut“, berichtet Markus Tröster, Leiter der Fußballabteilung beim TASV. Jene feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum.

Spaßturnier der Vereine aus der Region

Beliebte Gaudi-Veranstaltung ist das jährlich stattfindende Spaßturnier „Elfmeterschießen“, bei dem Teams verschiedener Vereine aus der Gemeinde gegeneinander antreten. Außerdem organisiert der TASV Hessigheim den Felsengartencup und richtet mehrere Feste aus. „Für die Kinder gibt’s im Winter eine Fackelwanderung und einmal im Jahr gehen wir gemeinsam auf den Wasen“, erzählt Tröster. Stillstand im Vereinsleben kennt hier niemand. „Unser Klub lebt von seinen Mitgliedern“, meint Oliver Haiber, zweiter Vorstand, auch mit Blick auf deren Vielfalt. Die 150 aktiven Spieler kommen aus 15 Nationen, auch ein junger Mann aus der Karibik und einige geflüchtete Jugendliche sind dabei.

Der Klub zählt über 800 Mitglieder, die Gemeinde Hessigheim rund 2300 Einwohner. „Über 30 Prozent der Hessigheimer sind Mitglied unseres Vereins“, sagt Oliver Haiber stolz und erzählt, dass der Verein von enormer Eigeninitiative dieser Ehrenamtlichen lebt. Denn während Vereine anderer Kommunen mehr finanzielle Unterstützung erhielten, müssten die Hessigheimer in nahezu allen Belangen selbst ran. So wurde einst das Vereinsheim in Eigenregie gebaut und auch die Platzpflege – mähen, düngen, säubern – werde stets selbst übernommen. „Bei vier Ehrenamtlichen, die alle zwei, drei Tage den Rasen mähen und instand halten, kommen viele Arbeitsstunden zusammen“, sagt Haiber.

Verein bereits 1901 gegründet

Der 1901 gegründete Verein war einst ein Allround-Klub. Als mehrfacher deutscher Meister im Gewichtheben und Tauziehen profilierte er sich im Kraftsport, 1924 wurden die Hessigheimer sogar Vize-Europameister im Tauziehen. Auch eine Ringer- und Handball-Abteilung hat es gegeben. Ende der 80er Jahre hat der Verein sich zum letzten Mal verändert, damals traten mehrere Abteilungen aus, zuletzt machten sich Sportschützen selbstständig. Seitdem wird beim Turn-Athletik-Sportverein nur noch geturnt und gekickt. Und Letzteres schon ziemlich lange auf demselben Untergrund. Normalerweise werde ein Fußballplatz nach 25 Jahren erneuert, sagt Haiber, „unser Platz ist mit 39 Jahren im gesamten Landkreis der älteste.“ Und seit ein paar Jahren zickt er. Der vordere Teil weist bereits an mehreren Stellen Dellen auf, an denen der Boden weit abgesackt ist. Außerdem tun sich immer wieder metergroße Löcher auf, die anschließend professionell zugeschüttet werden müssen. Der Grund: Unter dem Sportplatz floss einst ein Seitenarm des Neckars. Das Wasser unterspült den Boden unter dem Rasen.

Sanierung kostet 400 000 Euro

Ein regulärer Spielbetrieb ist darauf kaum möglich. Ein Gutachten hat ergeben, dass die Sanierung 400.000 Euro kosten wird. Der Verein muss eine Selbstbeteiligung von 25 Prozent einbringen, um den Zuschuss des Württembergischen Landessportbundes zu bekommen. Haiber und seine Kollegen sind erfinderisch. Sie verkaufen nicht nur Wurstbüchsen mit dem Vereinslogo, sondern auch fiktive Parzellen. Jeder, der den TASV durch den Erwerb von Parzellen unterstützt, wird auf der Spendertafel am Sportgelände verewigt. Wenn alles klappt, spekuliert Tröster, geht die Sanierung bis Ende Oktober über die Bühne.

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