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SGV verpatzt Saisonpremiere trotz einer 2:0-Führung

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Der Freiberger Hakan Kutlu (vorne) strauchelt im Zweikampf mit Sandhausens Linksverteidiger Nikolai Bauer. Der Aufsteiger verspielte am Samstag eine 2:0-Führung und verlor das erste Saisonduell am Ende noch mit 2:3.  Foto: 

Es fehlten nur ein paar Zentimeter, und dann wäre der Oberliga-Saisonstart für den SGV Freiberg wohl positiv verlaufen: In der 36. Minute scheiterte Hakan Kutlu mit einem Schuss am Außenpfosten und verpasste so die 3:0-Führung der Wasen-Kicker gegen die bis dahin völlig überforderte U 23 des SV Sandhausen. Beim Gegenzug der Nordbadener setzte Freibergs Neuzugang Steven Kröner mit einem Rückpass unfreiwillig Lotfi Graidia in Szene. Dessen Schuss fälschte SGV-Kapitän Marco Pischorn mit dem Knie zum 1:2 ab. Damit kippte die Partie, und die Gäste gewannen noch mit 3:2. Der Aufsteiger aus Freiberg hatte den Auftakt wider Erwarten in den Sand gesetzt.

Die Heimniederlage am Samstag war allerdings so unnötig wie ein Kropf. Denn bis zu Kutlus Pfostentreffer hatte Freiberg die Begegnung vor den 250 Zuschauern im Wasenstadion dominiert und das junge Perspektivteam des Zweitligisten SV Sandhausen alt aussehen lassen. Schon nach sieben Minuten führte der Gastgeber mit 2:0. Das erste Tor ging auf das Konto zweier Rückkehrer: Kutlu bediente Niklas Pollex mit einem Traumpass, und das 20-jährige Offensivtalent überwand den aus seinem Kasten geeilten Dominik Machmeier mit einem Heber (4.). Auch den zweiten Freiberger Treffer bereitete Kutlu vor, indem er David Kienasts Hereingabe uneigennützig zu Marcel Sökler weiterleitete – der Torjäger vollendete aus kurzer Entfernung. Weitere gute Schusschancen ließ der SGV ungenutzt, was sich noch rächen sollte. „Nach dem 2:0 war Sandhausen schon tot. Die wollten nichts“, sagte Trainer Ramon Gehrmann.

SGV verfällt in Lethargie

Mit dem eher per Zufall entstandenen Anschlusstreffer von Graidia (36.) wendete sich das Blatt. Freiberg geriet jetzt völlig aus dem Tritt – für eine Mannschaft mit so vielen gestandenen Spielern wie Pischorn, Kutlu, Kienast, Kröner und Thomas Gentner eigentlich unverständlich. Gerade zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Sandhausen II Oberwasser und spielte nun mutig nach vorne. Gehrmann reagierte mit drei frühen Wechseln. „Damit wollte ich der allgemeinen Lethargie, mit der meine Mannschaft auf den Platz gegangen ist, entgegensteuern“, begründete der Fußball-Lehrer später seine Wechselspiele.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Gleich zweimal pennte seine Hintermannschaft innerhalb von 120 Sekunden. Nach Maximilian Schillings Flanke köpfte der zur Pause eingewechselte Leander Vochatzer ungestört zum 2:2 ins Netz (57.). Kurz darauf nickte Jan Dahlke am Fünf-Meter-Raum eine weitere Hereingabe von Maximilian Schilling gar zum 2:3 ein (58.). Dabei verdrehte sich der Mittelstürmer des SVS allerdings das Knie und musste ausgewechselt werden. Noch Schlimmeres verhinderte aus Freiberger Sicht Torhüter Thomas Bromma, der den Vorzug vor dem aus Aachen gekommenen Pascal Nagel erhalten hatte: Der frühere Sandhäuser lenkte einen 20-Meter-Schuss von Timo Weber mit den Fingerspitzen über die Latte.

Erst eine Rote Karte für Gästekapitän Sheron Demarveay brachte die Wasen-Elf ins Spiel zurück. Der 20-jährige Innenverteidiger hatte dem Schiedsrichter-Assistenten nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung einige unfreundliche Worte an den Kopf geworfen. Dabei war es eigentlich nur um eine Einwurf-Frage gegangen – ob der Ball im Seitenaus war oder nicht. „Der Spieler hat sich ungerecht behandelt gefühlt. Da muss man als Schiedsrichter Fingerspitzengefühl beweisen. Sheron ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Es wäre fatal, wenn er länger fehlen würde“, sagte Sandhausens Coach Kristjan Glibo, der zurzeit sowieso auf fünf verletzte Fußballer verzichten muss.

In Überzahl rannte Freiberg in der Schlussphase wütend, aber planlos an, doch der Ausgleich fiel trotz einiger vielversprechender Offensivaktionen nicht mehr. „Wir müssen abgeklärter sein und etwas erwachsener spielen, dann werden wir auch die Punkte holen“, sagte Trainer Gehrmann nach dem Auftaktduell – und erinnerte an das erste Oberliga-Spiel nach dem Aufstieg 2012 beim Offenburger FV exakt fünf Jahre zuvor. Auch damals zahlte der SGV bei seiner Saisonpremiere Lehrgeld und verlor mit 1:2. Trotzdem schloss der Klub die Runde letztlich auf Rang fünf ab. Wenn es wieder so läuft, würde am Wasen wohl keiner meckern.

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