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Erfahrung aus der Champions League

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Kompromisslos im Zweikampf: Der Bissinger Anil Sarak (links) behauptet bei seiner Oberliga-Premiere in dieser Szene den Ball gegen Christoph Batke vom Karlsruher SC II.  Foto: 

Zu einem in der Oberliga ungewöhnlichen Duell kommt es am Samstag in der Partie zwischen dem FSV 08 Bissingen und dem SSV Reutlingen. Da treffen zwei Spieler direkt aufeinander, die vor Jahren mit ihren damaligen Vereinen in der Champions League dabei waren. Der Reutlinger Stürmer Manuel Fischer, der zur neuen Saison vom Regionalliga-Absteiger FC 08 Homburg zum SSV gewechselt ist, gab sein Debüt in der Königsklasse im Jahr 2008 beim VfB Stuttgart im Stadion Camp Nou beim FC Barcelona. Am Bissinger Bruchwald wird es Fischer am Samstag häufig mit Anil Sarak zu tun bekommen. Der Neuzugang des FSV 08 traf mit dem türkischen Meister Bursaspor 2012 in der Gruppenphase der Champions League auf Manchester United, den FC Valencia und die Glasgow Rangers.

„Wir hatten eine ,Todesgruppe’ erwischt, haben aber einen Punkt geholt“, erinnert sich der 26-Jährige, der damals im Kader von Bursaspor stand, aber nicht zum Einsatz kam. „Ich war in der Türkei von der Champions League bis zur Dritten Liga dabei“, erzählt der in Nagold im Schwarzwald geborene Modellathlet, der beim VfL Nagold in der Jugend gespielt hat. Beim international besetzten Pfingstturnier des TuS Ergenzingen wurde Sarak von Scouts aus der Türkei entdeckt. Im Heimatland seiner Familie spielte er zunächst bei Yalova Spor und wurde in die türkischen Nationalteams der Altersklassen U 19 und U 20 berufen.

Seine Profi-Karriere begann er 2011 bei Bursaspor. Während der Vertragslaufzeit bis 2015 wurde er in die Zweite und Dritte Liga ausgeliehen. Von 2015 bis 2017 stand er dann beim Zweitligisten Adana Demirspor unter Vertrag und war als Leihspieler zwischenzeitlich beim Drittligisten Fatah Karagümcuk. „Wenn man in der Türkei einmal ausgeliehen wurde, kommt man oft nicht mehr zu seinem Verein zurück. Das ist nicht korrekt, aber das ist die Mentalität. Ich habe pro Saison meine 30 bis 35 Spiele absolviert. Das ist eine gute Bilanz“, berichtet Sarak. Über den Fußball in der Türkei allgemein erzählt er: „Es gibt sehr gute und sehr schlechte Mannschaften. Die Begeisterung für den Fußball ist aber groß. In Deutschland ist der Fußball weiter.“

Nachdem sein Kontrakt mit Demirspor ausgelaufen war, zog es ihn aus diversen Gründen in diesem Sommer zurück nach Deutschland. „Ich wollte wieder zu meiner Familie und zu meiner Braut, die aus Deutschland kommt und hier arbeitet. Wir werden im kommenden Jahr heiraten. Ich wollte ein geregeltes Leben, hier fühle ich mich leichter. Das Spielsystem in Deutschland liegt mir mehr. Mit meiner neuen Mannschaft möchte ich jetzt viel Erfolg haben“, sagt Sarak. Am 1. September beginnt er in einem Bietigheimer Autohaus eine kaufmännische Ausbildung. Momentan pendelt er noch von Nagold, nach der Hochzeit wollen er und seine Frau dann umziehen.

Auch Schulfreund ist bei 08

Dass er beim FSV 08 Bissingen gelandet ist, liegt mit an Michael Deutsche, Saraks Freund und Schulkamerad aus Nagolder Jugendzeiten. „Er hatte gehört, dass ich nach Deutschland zurück will und mir erzählt, dass er nach Bissingen wechselt. Ich war bei einigen Vereinen im Gespräch, habe mich dann für 08 entschieden“, erzählt der Neu-Bissinger. Er bedauert, dass es Deutsche zu Anfang der Vorbereitung schlimm erwischt hat mit einem Achillessehnenriss. „Hoffentlich wird er bald wieder fit. Wir können ihn gebrauchen“, so Sarak.

Seine Entscheidung, sich dem Oberliga-Vizemeister der Vorsaison anzuschließen, hat er nicht bereut: „Ich bin ja schon eineinhalb Monaten hier. Es passt alles sehr gut, und es gefällt mir sehr gut. Das Trainerteam, der Vorstand, die Spieler und die Fans – alles ist super.“ Ein Erfolgsrezept des FSV 08 hat er schnell erkannt und verinnerlicht. „In einer erfolgreichen Mannschaft herrscht ein familiäres Klima. Mit den Trainern zusammen sind wir Spieler wie eine Familie.“ Seine Eindrücke vom neuen Team fasst er so zusammen: „Wir haben eine eingespielte Mannschaft, in der ich schnell Fuß gefasst habe. 77 Punkte in der Oberliga in der vergangenen Saison sind ein Riesen­erfolg. Die Mannschaft hat Potenzial und ist sehr spielstark. Wir wollen uns Stufe um Stufe weiter verbessern.“

Sarak hatte beim FSV einen prima Einstand mit den Siegen in den beiden Pokalspielen in Flacht und Neckarsulm sowie zum Oberligaauftakt beim Karlsruher SC II. Dabei zeigte er Präsenz, bewies seine Kompromisslosigkeit, seine Zweikampf- und Kopfballstärke sowie seine gute Spieleröffnung.

Der Schlagerspiel der dritten Runde im DB Regio-WFV-Pokal zwischen dem Oberligisten FSV 08 Bissingen und der SG Sonnenhof Großaspach aus der Dritten Liga findet am Mittwoch, 30. August, um 18 Uhr am Bruchwald statt. Mit der Leitung der Partie wurde Zweitliga-Aufsteiger Tobias Reichel beauftragt. Der SGV Freiberg muss in der dritten Pokalrunde am 30. August um 17.15 Uhr beim Landesliga-Neuling NAFI Stuttgart antreten. Die Stuttgarter warfen in der zweiten Runde den Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen aus dem Wettbewerb, Freiberg setzte sich beim Titelverteidiger Sportfreunde Dorfmerkingen (3:0) und dem TSV Weilheim (1:0) durch. cp

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