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Ravensburgs Wohlfarth setzt ein Zeichen für faires Verhalten

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  • Hier legt der Bissinger Alexander Götz im Zweikampf Hand an den Ravensburger Rahman Soydogru an. Vor dem Elfmeter übergab er den kaputten Ball im Strafraum dem Schiedsrichter. 1/2
    Hier legt der Bissinger Alexander Götz im Zweikampf Hand an den Ravensburger Rahman Soydogru an. Vor dem Elfmeter übergab er den kaputten Ball im Strafraum dem Schiedsrichter. Foto: 
  • Große Geste von Steffen Wohlfarth. 2/2
    Große Geste von Steffen Wohlfarth. Foto: 
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Der Oberliga-Spieler der Saison 2017/2018 steht bereits nach dem fünften Spieltag fest. Beim 2:0-Sieg des FV Ravensburg gegen den FSV 08 Bissingen verschoss FVR-Kapitän Steffen Wohlfarth in der 59. Minute beim Stand von 1:0 absichtlich einen Handelfmeter. Zuvor hatte der Bissinger Alexander Götz nach einer Ecke der Gastgeber das kaputte Spielgerät, dem die Luft ausgegangen war, in die Hand genommen, um es Schiedsrichter Luigi Satriano zu übergeben. Der Referee aus Zell im Wiesental musste tun, was die Regel vorschreibt, und entschied achselzuckend auf Strafstoß, weil die Partie nicht unterbrochen war. Wohlfarth kickte einen intakten Ball vom Elfmeterpunkt lässig neben das 08-Tor.

„Ich war auch verwundert, was da passiert ist, so etwas habe ich auch noch nie erlebt. Ich habe mich aber schnell entschieden. Es war klar, dass wir diese Aktion so machen“, beschrieb der 32-Jährige, der schon in Schottland, beim FC Bayern München II und beim SC Freiburg gespielt hat, die Situation. Hinterher wurde er bei der in Ravensburg obligatorischen Wahl zum „Spieler des Tages“ ausgezeichnet. „Es ist schon kurios, dass man das wird, wenn man einen Elfmeter verschießt“, meinte der FVR-Kapitän. „Die Jungs haben das auf dem Spielfeld selbst geregelt. Es war die richtige Entscheidung und die perfekte Ausführung. Dass der Fußball-Gott das genauso gesehen hat, sieht man daran, dass wir drei Minuten später das 2:0 erzielt haben. Nach Vorarbeit von Steffen Wohlfarth“, kommentierte Ravensburgs Trainer Wolfram Eitel die kuriosen Szenen. „Dass man das so ausschießt, das macht auch nicht jeder. Hut ab“, lobte 08-Coach Alfonso Garcia die Aktion von Wohlfarth.

Offensive überragend besetzt

Die Partie nur auf diese Situation, die einen Fairplay-Preis mit Stern verdient hat, zu reduzieren, wird ihr nicht gerecht. Die 500 Zuschauer im Wiesental-Stadion sahen eine hochklassige Auseinandersetzung zweier Spitzenteams der Liga. Ravensburgs Trainer Eitel verfügt über exzellente Offensivspieler, von denen er vier auf die Bissinger losließ. Mit schnellem und direktem Spiel sorgten Burhan und Rahman Soydogru, Burhan Coban sowie Wohlfarth für Betrieb in der Bisisnger Defensive, die mit dieser Extra-Portion Offensive viel zu tun hatte und mehrfach die Außenbahnen nicht dicht bekam. Auch im Mittelfeld fehlte häufig der Zugriff, da waren die Lücken oft groß. Burhan Soydogru verfehlte den Ball mit dem Kopf frei vor dem Tor um Haaresbreite (21.), Coban scheiterte ebenso wie im Nachschuss Burhan Soydogru am glänzend parierenden Bissinger Schlussmann Sven Burkhardt (27.), der erneut gegen Burhan Soydogru überragend reagierte und dann auch Glück hatte, dass der Schlenzer des von den Stuttgarter Kickers II gekommenen Neuzugangs knapp am 08-Gehäuse vorbeiflog (39.).

In ihrer starken Phase Mitte der ersten Halbzeit verzeichneten auch die Gäste, die da ihre Kombinationssicherheit auf den Rasen brachten, gute Tormöglichkeiten. Marius Kunde, nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder dabei, scheiterte mit einem 15-Meter-Schuss an FVR-Schlussmann Kevin Kraus (20.) und wurde kurz darauf im Strafraum gerade noch gestoppt. Glück hatte der FVR, dass Luca Wöhrle den Ball nach einer Ecke von Götz mit dem Kopf nicht optimal erwischte (24.).

In der zweiten Hälfte gaben die Bissinger mächtig Gas, rückten weiter auf, liefen die Ravensburger früh an und hatten weitaus mehr Ballbesitz. Wiens und Götz hatten mit ihren Schüssen aber keinen Erfolg. In der 56. Minute liefen die Gäste dann in einen Konter, und der FVR ging mit seiner ersten Offensivaktion in der zweiten Halbzeit in Führung. Thomas Zimmermann hatte sich über die rechte Seite durchgetankt, den Ball quer gepasst, und sein mitgelaufener Verteidigerkollege Jascha Fiesel nahm die Kugel aus 18 Metern volley und hämmerte sie unhatbar ins lange Eck (56.). Zimmermann leitete über die rechte Seite auch die nächste Chance ein. Seine Flanke landete bei Wohlfarth, dessen Schuss aufs kurze Eck Burkhardt und Mario Di Biccari in Zusmamenerbair zur Ecke klärte. Daraus entstand dann die kuriose Elfmetersituation. Das 2:0 holten die Gastgeber in der 62. Minute nach. Wohlfarth flankte den Ball von der rechten Seite vors 08-Tor, dort war Rahman Soydogru völlig frei und köpfte die Kugel ins Netz.

Kraus hält die Null fest

Das Konzept, sich etwas zurückzuziehen und mehr auf Konter zu spielen, war aufgegangen. Allerdings nur, weil die Ravensburger Defensive gute Arbeit leistete und den Nullachtern die letzte Entschlossenheit und die Zielstrebigkeit fehlten. Und weil der FVR mit Kevin Kraus einen starken Torhüter hatten. Der Ex-Freiberger rettete mit zwei starken Paraden bei Schüssen von Kunde (73.) und Simon Lindner (81.) seinem Team das zu null. Einmal blockte noch Torschütze Fiesel einen Schuss von Lindner gerade noch ab (84.).

Für den FVR war es der dritte Heimsieg in Folge, für den FSV 08 Bissingen die erste Niederlage am fünften Spieltag. Am Samstag erwarten die Bissinger den mit vier Siegen aus fünf Spielen toll gestarteten Aufsteiger FC 08 Villingen.

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