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KSC düpiert müde Freiberger

Der SGV Freiberg hat dem Karlsruher SC im Testspiel eine Halbzeit die Stirn geboten. Nach der Pause rissen aber alle Dämme, und die Profis siegten mit 9:2.

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Der neue Freiberger Torhüter Sven Ullrich schnappt sich im Getümmel den Ball. Diesmal kommt kein KSC-Profi zum Schuss oder zum Kopfball.  Foto: 

Eine Halbzeit lang gut mitgehalten, zwei Tore gegen einen Zweitligisten erzielt und nicht zweistellig verloren – die inzwischen sechstklassigen Verbandsliga-Fußballer des SGV Freiberg haben sich am Samstagnachmittag gegen die Profis des Karlsruher SC trotz der 2:9-Schlappe ordentlich aus der Affäre gezogen.

Im ersten Durchgang lag die Wasen-Elf sogar nur mit 1:2 zurück. Nach der Pause machten die Nordbadener dann allerdings ernst: Mit sieben Toren am Stück schossen sie die nun überforderten Freiberger vom Feld. Vor allem Erwin Hoffer war in der zweiten Hälfte in Torlaune – der ehemalige österreichische Nationalspieler schlug gleich viermal zu. Der SGV musste dagegen den hohen Temperaturen und den großen Trainingsumfängen im Vorfeld Tribut zollen. „Die Jungs sind tot. Wir waren eigentlich schon am Donnerstag am Limit“, sagte Coach Ramon Gehrmann.

Große Zufriedenheit herrschte im KSC-Lager nach dem dritten erfolgreichen Test im Rahmen der Vorbereitung. „Das war ein guter Auftritt bei nicht einfachen Bedingungen. Die Jungs haben Gas gegeben. Neun Tore zu schießen, das ist kein Selbstläufer“, sagte Sportdirektor Jens Todt. Der dreimalige Nationalspieler und frühere Profi des VfB Stuttgart verzieh seiner Mannschaft auch die beiden Gegentreffer: „Da geht der Puls bei mir nicht hoch.“

Eine Standardsituation bescherte den Karlsruhern vor den 550 Zuschauern im Wasenstadion die Führung: Der aus Paderborn gekommene Neuzugang Moritz Stoppelkamp, der als Kapitän auflief, fand mit seiner Freistoßflanke Martin Stoll, der Innenverteidiger leitete den Ball weiter zu Grischa Prömel, und der knallte den Ball aus acht Metern unter die Latte (15.). Als die Freiberger Abseitsfalle nicht zuschnappte, fiel das 0:2: KSC-Mittelstürmer Dimitrios Diamantakos hatte freie Bahn, schlug einen Haken um SGV-Torwart Sven Ullrich und vollendete ins leere Gehäuse (24.).

In der 37. Minute gab es dann für die Gastgeber großen Applaus von den Rängen: Nach einem weiten Pass von Marcel Sökler und Spetim Muzliukajs Kopfballverlängerung spielte Sven Schimmel seine Schnelligkeit aus und überwand Gästekeeper Dirk Orlishausen aus 16 Metern zum 1:2.

Nach dem Seitenwechsel ging es dann aber Schlag auf Schlag. Hoffer (48./62./78./82.), Gaétan Krebs (50.), Enrico Valentini per Foulelfmeter (68.) und das Karlsruher Sturm-Juwel Valentino Vujinovic (84.) schossen eine 9:1-Führung heraus. Kurios war speziell der Treffer zum 1:4: Freibergs Innenverteidiger Sebastian Bortel ging im eigenen Strafraum als letzter Mann in ein Dribbling gegen drei ihn attackierende KSC-Profis. Krebs luchste ihm den Ball ab und vollstreckte aus kurzer Distanz. Gehrmann stellte Bortel wegen seines Malheurs jedoch nicht an den Pranger. „Wir wollten nicht auf Ergebnis spielen, sondern hatten uns vorgenommen, die Dinge auch von hinten heraus fußballerisch zu lösen“, stellte der Trainer fest.

Seine Mannschaft setzte in der unterhaltsamen Begegnung den Schlusspunkt: Der eingewechselte Michael Deutsche traf per Flachschuss zum 2:9 ins lange Eck (85.). Trotz der neun Gegentore hinterließ der neue SGV-Torhüter Ullrich einen guten Eindruck und verhinderte mit mehreren guten Paraden eine höhere Niederlage. Bei Karlsruhe verdienten sich der fleißige Neuzugang Stoppelkamp und der vierfache Torschütze Hoffer die Bestnoten. Letzterer erhielt von KSC-Sportdirektor Todt sogar ein Sonderlob: „,Jimmy’ ist in guter Verfassung. Es macht viel Spaß, ihm zuzusehen.“

Rund ums KSC-Spiel

Personalien Beim SGV Freiberg lief gegen den KSC David Kienast als Kapitän auf. Der vom Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach an den Wasen gewechselte Abwehrspieler hat bei seinem neuen Klub also gleich eine Führungsrolle übernommen. Als Co-Trainer und rechte Hand von Chefcoach Ramon Gehrmann steht nun offiziell auch Christian Werner fest. Wegen vereinsinterner Zwistigkeiten war dessen erneute Berufung zum Assistenten umstritten gewesen, doch Gehrmann hatte an seinem Wunschkandidaten festgehalten – und ihn schließlich auch bekommen.

Top-Neuzugang Dieter Gerstung stellte am Rande des Testspiels noch eine hochkarätige Verstärkung für die Freiberger in Aussicht. Es handele sich um einen Spieler mit Zweitliga-Erfahrung, ließ sich der Sportdirektor des SGV entlocken. Bis Mitte der Woche will der Oberliga-Absteiger Vollzug melden. Bisher hat der Verein sieben neue Fußballer im Kader.

Schmierfinken Vermutlich in der Nacht vor dem Duell trieben im Freiberger Wasenstadion Schmierfinken ihr Unwesen. Sie kritzelten im Gästeblock Anti-KSC-Parolen an die Innenseite der Werbebande und auf die Wand im Dixi-Klo. Nächste Woche wird der Bauhof versuchen, die Banden zu reinigen. Der SGV reagierte jedenfalls prompt und deckte die Krakeleien mit Planen ab, damit die etwa 40 Karlsruher Schlachtenbummler die Beleidigungen nicht zu Gesicht bekamen. Als Urheber im Verdacht stehen einzelne VfB-Anhänger. Die Fans aus Karlsruhe und Stuttgart stehen sich traditionell in tiefer Abneigung gegenüber. Freibergs Übungsleiter Ramon Gehrmann, der früher mal beim VfB Jugendcoach war, nahm die Schmierereien mit Humor: „Ich war’s nicht. Ich bin Trainer, kein Maler.“

Hinweise auf Randale Für eine Vorbereitungspartie waren ungewohnt viele Ordner und Polizisten im Wasenstadion zu sehen. Doch alles blieb ruhig. „Wir hatten Hinweise, dass seitens einiger VfB-Fans Aktionen geplant waren. Durch den Polizeieinsatz haben wir diese unterbunden“, stellte Peter Kolwe, der Leiter des Polizeireviers Marbach, fest. Dem Vernehmen nach hatte eine dreistellige Zahl Anhänger der Roten am Stuttgarter Hauptbahnhof auf Fans aus Karlsruhe gewartet.

Auf nach Wangen Dem vorläufigen Verbandsliga-Spielplan zufolge startet der SGV am 13. August mit einem Heimduell gegen Wangen in die neue Saison. Doch beim Staffeltag am Mittwoch wird wohl das Heimrecht getauscht. Der Grund: Die Stadt Freiberg sperrt von dieser Woche an den Rasen im Wasenstadion bis Ende August aus pflegerischen Gründen – und Trainer Ramon Gehrmann wolle mit seinem Team nicht auf den Kunstrasen gehen, wie der Sportliche Leiter Dieter Gerstung durchblicken ließ. Die Folge nach diesen Planspielen: Freibergs Kicker werden so mit zwei Auswärtspartien bei den Aufsteigern FC Wangen und SV Zimmern (20. August) beginnen.

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