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Jugendarbeit trägt Früchte

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Die Führungsmannschaft der Kleinsachsenheimer Fußballer (von links): Jochen Folk, Timo Schlayer, Michael Hörer, Marcus Buch und Dennis Böhm fühlen sich dem Verein sehr verbunden.  Foto: 

Michael Hörer ist das, was man ein Eigengewächs und Gesicht eines Vereins nennt. Der 37-Jährige ist bereits seit 1985 beim TSV Kleinsachsenheim und hat in der Fußball-Abteilung nahezu schon alle Positionen ausgefüllt. Angefangen als Jugendspieler, war er später 18 Jahre im Erwachsenenbereich aktiv. Für eine Halbserie hatte er das Traineramt der ersten Mannschaft inne, anschließend war er ein Jahr Co-Trainer. Dann wechselte er in die Funktionärsriege. Nach Statio­nen als dritter und stellvertretender Abteilungsleiter ist er seit 2014 der Kopf der Fußballer.

„Meine ganze Familie war schon in den verschiedensten Funktionen hier tätig“, erklärt Hörer seine Verbundenheit zum Klub. Diese Bindung lässt sich auch bei den anderen Mitgliedern der Führungsmannschaft erkennen. Dennis Böhm ist seit 1991 im Verein, durchlief ab der F-Jugend alle Jugendteams und spielt bis heute in der ersten Mannschaft. Parallel zur Spielerkarriere begann der 32-Jährige auch mit Verwaltungstätigkeiten und ist aktuell stellvertretender Abteilungsleiter und für den Aktivenbereich verantwortlich.

„Die Abteilung gliedert sich in drei Bereiche: Aktive, Jugend und AH“, sagt Böhm. Gesamtverantwortlich stehen Hörer als Abteilungsleiter und Jürgen Seemüller als Geschäftsführer darüber. Dazu hat jeder der drei Bereiche seinen eigenen Verantwortlichen. Insgesamt sind rund 40 Spieler im Erwachsenenbereich im Einsatz. An den Beispielen von Hörer und Böhm wird der Weg des TSV deutlich. „Wir haben einen hohen Anteil an einheimischen Spielern, die bei uns die Jugendmannschaften durchlaufen haben. Zwar kommen durch Kontakte auch immer wieder neue Spieler von außen, der Großteil stammt aber aus der eigenen Jugend“, sagt Böhm.

170 Junioren spielen beim TSV

Auch der Nachwuchsbereich wird von einem TSV-Eigengewächs geführt: Marcus Buch spielte sowohl in der Jugend als auch bei den Aktiven in Kleinsachsenheim. Als sein älterer Sohn bei den Bambini selbst mit dem Fußball begann, fing er vor elf Jahren als Jugendtrainer an und ist inzwischen seit sechs Jahren als Jugendleiter in der Verantwortung. „Insgesamt haben wir etwa 170 Jugendspieler, der Großteil davon in den Kreisstaffeln“, sagt Buch. Bis zu den D-Junioren gibt es eigene Mannschaften in Kleinsachsenheim, ab der C-Jugend und bei den Mädchen besteht die Spielgemeinschaft SGM Sachsenheim gemeinsam mit den SF Großsachsenheim.

In allen Bereichen geht es dem Verein um Spaß und Kameradschaft. „Wir sind einer der wenigen Vereine, die im Spielbetrieb kein Geld zahlen. Aber natürlich spielen wir trotzdem, um zu gewinnen“, so Böhm. Was das Miteinander anbelangt, wird im Jugendbereich die Ausrichtung des Vereins durch ein Konzept zum Ausdruck gebracht. „Wir sehen uns nicht als Leistungs-, sondern Breitensportverein. Wir wollen den Kindern vor Ort und in der Umgehung die Möglichkeit geben, den Sport auszuüben. Natürlich herrscht trotzdem ein Leistungsgedanke, aber neben der fußballerischen Entwicklung wollen wir die Kinder und Jugendlichen zum Mannschaftsgedanken erziehen und Integration vorleben, auch mit Blick auf die Flüchtlinge. Der Fußball führt hier am schnellsten zum Ziel“, erläutert Buch.

Die aktuelle Situation zeigt die Früchte der Jugendarbeit. Der Großteil der ersten Mannschaft besteht aus Spielern aus der eigenen Jugend. Zur Winterpause steht das Team von Trainer Jochen Folk in der Kreisliga B 7 auf dem dritten Platz. „Damit sind wir im Soll. Wir versuchen so lange wie möglich, oben dranzubleiben. Der Aufstieg ist kein Muss, aber wir würden uns auch nicht dagegen wehren. Denn wir würden schon gern wieder in die Kreisliga A“, sagt der Übungsleiter, der bereits 2004 bis 2010 und seit 2013 wieder an der Kleinsachsenheimer Seitenlinie steht.

Gemeinsam mit Timo Schlayer, dem Trainer der zweiten Mannschaft, bemüht er sich um die frühzeitige Integration der Nachwuchsspieler. „In der Zweiten werden immer zwei, drei A-Jugendliche eingesetzt“, sagt Schlayer. Hier hat der TSV den Vorteil, dass beide Teams im offiziellen Spielbetrieb und nicht im Reservebereich aktiv sind. „Dadurch ist der Wettkampfgedanke noch mehr vorhanden. Im Reservebetrieb würde vielleicht bei manchem Spieler die Motivation fehlen“, sagt Hörer. Trotzdem kann nicht jeder Spieler gehalten werden. „Wir haben vor der Saison und jetzt in der Winterpause je einen Spieler an einen Bezirksligisten verloren. Das tut sportlich natürlich weh, spricht aber auch für den Verein, dass sich die Spieler hier so entwickeln, dass sie für Bezirksligisten interessant werden“, sagt Folk. Mit diesem Wissen möchte der Verein sich auf lange Sicht wieder in der Kreisliga A etablieren.

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