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FSV 08 Bissingen kehrt in Erfolgsspur zurück

Die Oberliga-Fußballer des FSV 08 Bissingen haben ihre kleine Flaute mit drei sieglosen Partien schon wieder beendet. Der Aufsteiger vom Bruchwald bezwang die TSG Balingen mit 4:1 und kletterte auf Rang neun.

ANDREAS EBERLE |

Matthias Zahn, der Trainer der TSG Balingen, stand nach dem Oberliga-Auftritt seiner Mannschaft beim FSV 08 Bissingen vor einem Rätsel. "Waren wir so schlecht oder Bissingen so stark?", stellte er in der Pressekonferenz eine rhetorische Frage - und kündigte an, die Balinger 1:4-Pleite unter diesem Gesichtspunkt genau analysieren zu wollen. Die Antwort, die er finden wird, liegt in der Mitte. Die Nullachter zeigten sich nach der enttäuschenden Auswärtsleistung beim 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers II diesmal von ihrer besten Seite und sind in dieser Verfassung gewiss kein Abstiegskandidat. Schwach präsentierte sich dagegen der Viertplatzierte der Vorsaison aus Balingen, der - wie auch der SGV Freiberg - wider Erwarten tief im Tabellenkeller steckt.

Nach verhaltenem Beginn sorgte der neu in die Startelf gerückte Patrick Milchraum für die Bissinger Initialzündung: Der Ex-Profi, der das Offensivspiel seines Teams als Regisseur mit guten Ideen bereicherte, prüfte Julian Hauser mit einem kernigen Fernschuss (10.). Wenig später rettete der TSG-Keeper nach einer per Kopf verlängerten Ecke auch gegen Simon Linder mit einem Reflex. In der 15. Minute war es dann aber passiert: Marian Asch verpasste zwar am kurzen Pfosten die Hereingabe von Riccardo Gorgoglione, doch von hinten rauschte Lindner heran und drückte den Ball aus einem Meter über die Torlinie - das verdiente 1:0. Die dritte Bissinger Ecke führte in der 21. Minute zum 2:0. Diesmal zirkelte Milchraum den Ball genau auf den Schädel von Gorgoglione, der so zu einem seiner seltenen Kopfballtreffer kam. Kurz zuvor wäre allerdings fast der Ausgleich gefallen: Nach einer Freistoßflanke von Turan Sahin und einem Querpass von Nils Schuon kam Kai Mundt sechs Meter vor dem 08-Kasten zum Schuss, feuerte aber drüber. Den Zorn der Bissinger Fans zog sich nach einer knappen halben Stunde Schiedsrichter Hafes Gerspacher zu, als er nach einem Bodycheck von Mundt an Asch im Balinger Strafraum auf den eigentlich angebrachten einen Elfmeterpfiff verzichtete.

Während die Bruchwald-Elf den Ball durch die eigenen Reihen zirkulieren ließ und den Gegner ständig unter Druck setzte, enttäuschte Balingen auf der ganzen Linie. Vor allem in der Vorwärtsbewegung war von den Gästen nur wenig zu sehen. Wie aus heiterem Himmel gelang ihnen dennoch der Anschlusstreffer: Pierre Williams' Abwehraktion nach einer schon geklärten Ecke missglückte, worauf Kaan Akkaya flanken konnte - und der vier Minuten zuvor eingewechselte Matthias Schmitz, ein Spieler der zweiten TSG-Mannschaft, köpfte den Ball an den Innenpfosten, von wo er zum 1:2 ins Netz sprang (37.). Der FSV 08 war nun kurz geschockt, rettete aber die Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel rückte Bissingen die Verhältnisse wieder zurecht. Marian Asch spielte auf dem rechten Flügel seine Schnelligkeit aus und krönte ein Solo bereits 56 Sekunden nach Wiederanpfiff mit dem 3:1. Ein Tor hätte auch Milchraum für seinen 23-Meter-Hammer verdient gehabt, doch der Ball krachte an die Oberkante der Latte. In Überzahl - Mundt hatte nach einem Foul an Lindner Gelb-Rot gesehen - sorgte Gorgoglione für den 4:1-Endstand: Der Flügelflitzer staubte ab, nachdem Schmiedel an der Latte gescheitert war. Kurios war die letzte Offensivaktion im Spiel: In der Nachspielzeit trafen Akkaya und Stefan Vogler im Nachschuss frei vor dem Bissinger Tor nur den Pfosten - und im dritten Anlauf bugsierte Marc Wissmann den Ball neben das Ziel. Symptomatisch für die dürftige Leistung der TSG.

Bei den Nullachter verdiente sich dagegen neben dem zweifachen Torschützen Gorgoglione und Spielmacher Milchraum auch Luca Wöhrle eine Bestnote. Der 21-Jährige stand erstmals in der Anfangsformation des Aufsteigers und gefiel im zentralen Mittelfeld mit Übersicht, vielen gewonnenen Zweikämpfen und einer geringen Fehlerquote. "Er war für mich heute der beste Mann auf dem Platz", lobte 08-Trainer Alfonso Garcia seinen Youngster.

So spielten sie

08 Bissingen - TSG Balingen 4:1 (2:1)

FSV 08 Bissingen: Burkhardt - Buck (46. Sanchez), Walter, Ngo (81. Reich), Williams - Gorgoglione, Schmiedel, Wöhrle, Lindner - Milchraum (75. Wiens) - Asch (75. El M'Hassani).

TSG Balingen: Hauser - Pettenkofer, Mundt, Schreyeck, Müller (33. Schmitz) - Gil Rodriguez, Schuon, Di Lucia (55. Foelsch), Sahin (75. Wissmann) - Akkaya, Vogler.

Tore: 1:0 Lindner (15.), 2:0 Gorgoglione (21.), 2:1 Schmitz (37.), 3:1 Asch (46.), 4:1 Gorgoglione (72.).

Gelb-Rot: Mundt (70./wiederholtes Foulspiel).

Schiedsrichter: Hafes Gerspacher (Heitersheim).

Zuschauer: 250.

Stimmen zum Spiel

Alfonso Garcia, Trainer des FSV 08 Bissingen: In der ersten Halbzeit haben wir sehr guten Fußball gespielt. Dass Ricci ein Kopfballtor macht, kommt nicht oft vor. Durch das Gegentor sind wir aus dem Tritt gekommen. Darum war ich froh, dass die Halbzeit kam. Das 3:1 war sehr wichtig für uns. Die Mannschaft ist 90 Minuten als Kollektiv aufgetreten. Ich bin zufrieden mit der Leistung. Luca Wöhrle war für mich heute der beste Mann auf dem Platz. Er hat viele Zweikämpfe gewonnen und kaum Fehlpässe gespielt. Für sein erstes Spiel von Anfang an kann ich nur sagen: Hut ab.

Matthias Zahn, Coach der TSG Balingen: Bei Bissingen war nahezu alles gut, bei uns nahezu alles nicht gut. Wir haben eine sehr schlechte Vorstellung auf den Platz gebracht. Aber man muss fairerweise sagen, dass man nur so gut sein kann, wie es der Gegner zulässt. In der ersten halben Stunde haben wir keinen Zugriff auf das Bissinger Passspiel und selbst sehr ungenau gespielt. Es ist bezeichnend, dass ein Spieler aus der zweiten Mannschaft das 1:2 geköpft hat. Das war unser Weckruf. Doch Bissingen hat mit dem frühen Tor nach der Pause unser Strohfeuer gelöscht.

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