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Die Hoffnung spielt mit

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Im Fußball und gerade an einem letzten Spieltag ist alles möglich. Wer wüßte das nicht besser als Trainer Alfonso Garcia vom FSV 08 Bissingen. Es war der 20. Mai 2000, also auf den Tag genau vor 17 Jahren, da trat Bayer Leverkusen als Bundesliga-Tabellenführer und designierter deutscher Meister bei der kleinen Spvgg Unterhaching. Ein Punkt hätte dem Starensemble von Trainer Christoph Daum um Michael Ballack, Ze Roberto, Emerson und Ulf Kirsten zum Titel gereicht. Doch Unterhaching gewann mit 2:0, in der Schlussphase wechselte der damalige Hachinger Trainer Lorenz-Güther Köstner Stürmer Garcia ein. Ein paar Kilometer weiter feierte der um ein paar Tore als Leverkusen bessere FC Bayern München nach einem 3:1 gegen den SV Werder Bremen die nicht mehr für mögliche gehaltene Meisterschaft. Zweieinhalb Stunden später an jenem 20. Mai 2000 machte der FSV 08 unter Trainer Manfred Jung und mit Rafael Krupop als Kapitän mit einem 7:1-Sieg beim SV Illingen die Meisterschaft in der Kreisliga A 3 und den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt.

Zuerst Hausaufgaben machen

Meister können die Nullachter auch an diesem Samstag wieder werden, dann allerdings in der Oberliga. Bei zwei Punkten und drei Toren Rückstand auf den Tabellenführer SC Freiburg II beileibe nicht unmöglich. Dazu müssen aber einige Faktoren zusammenpassen. Die erste Voraussetzung nennt 08-Coach Garcia vor dem Spiel beim Offenburger FV, das um 15.30 Uhr angepfiffen wird: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und gewinnen. Dann ist alles möglich.“ Zeitgleich muss der Spitzenreiter SC Freiburg II nach zuletzt fünf Siegen in Serie daheim gegen die TSG Balingen patzen. Verliert der SCF II, wäre Bissingen bei einem Erfolg in Offenburg Meister und würde direkt aufsteigen. Spielen die Freiburger Unentschieden, müsste 08 mit drei Toren Unterschied gewinnen, um an ihnen vorbeizuziehen. „Balingen hat zuletzt wieder was gezeigt. Die verbringen sicher auch nicht einen ganzen Tag mit der Fahrt und dem Spiel, um in Freiburg zu verlieren. Die Mannschaft hat den Charakter und die Eigenschaft, was zu holen“, ist Garcia sicher. Zuletzt zogen die Balinger um ihren Torjäger Patrick Luible ein Offensivspektakel auf und fertigten den Karlsruher SC II mit 6:0 ab.

Das Bisisnger Trainerteam Andreas Lechner und Garcia muss auf den gesperrten Luca Wöhrle und den verletzten Yannick Toth verzichten. „Mario Di Biccari hat es zuletzt gut gemacht. Ebenso die anderen, die reingekommen sind. Wir spielen auf Sieg und warten ab“, so Garcia.

Nicht nur beim FSV 08 spielt die Hoffnung auf ein noch besseres Ende mit, wobei schon das Erreichen der Aufstiegsrunde, die die Bissinger schon länger sicher haben, ein großer Erfolg ist. Für den Offenburger FV geht es im letzten Saisonspiel um die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Nur bei einem Sieg gegen den Tabellenzweiten und Niederlagen der Konkurrenten FSV Hollenbach (gegen die Neckarsulmer Sport-Union) und FC Astoria Walldorf II (gegen den Bahlinger SC) erhält sich der Aufsteiger die Möglichkeit, bei nur drei oder vier Absteigern die Klasse halten zu können. 08-Coach Garcia ist es sogar recht, dass die Offenburger noch eine letzte Chance auf Rettung haben: „Da werden sie etwas nervös sein. Wenn es um nichts mehr gehen würde, könnten sie frei aufspielen.“

Lange das 0:0 halten

Nach der 0:3-Niederlage vor einer Woche beim SV Oberachern sprach Offenburgs Trainer Kai Eble seinem Team noch die Oberliga-Tauglichkeit ab. Mittlerweile hört es sich wieder versöhnlicher an. „Bissingen verfügt über eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die offensiv sehr gut und defensiv sehr stabil ausgerichtet ist. Dennoch werden wir versuchen, möglichst lange ein 0:0 zu halten und über Konter und Standardsituationen zum Erfolg zu kommen. Wir wollen uns die Rückrunde nicht kaputtreden lassen, zumal wir mit unserer jungen Mannschaft und unseren beschränkten Möglichkeiten sehr gute Spiele geboten haben“, sagt Eble. Und: „Im Fußball ist alles möglich.“

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