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Bei den Marbacher Fußballern hat eine Frau das Sagen

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Die Vorsitzende Sibylle Wieland und die Fußballer des FC Marbach, die sich auf das nächste Spiel in der Bezirksliga vorbereiten.  Foto: 

Für den Fußball-Bezirksligist FC Marbach könnte es eine erfolgreiche Saison werden: Mit dem souveränen 4:0-Sieg gegen den TSV Schwieberdingen am vergangenen Wochenende wurde Platz zwei gefestigt. Der Rückstand auf den Spitzenreiter SV Salamander Kornwestheim beträgt fünf Spieltage vor Schluss nur drei Punkte, der Aufstieg ist also in greifbarer Nähe. Möglich ist sogar noch das Double aus Aufstieg und Pokalsieg, denn der FCM hat sich für das Finale des Bezirkspokals qualifiziert und trifft in Steinheim auf den TSV Flacht.

Dass die Saison bislang so gut verlief, ist dabei nicht selbstverständlich, da die Mannschaft vom Verletzungspech verfolgt wird. Mehrere Stammspieler fehlten zuletzt. „Nach jeder Pokalrunde hatten wir mindestens einen verletzten Spieler mehr“, berichtet FC-Vorsitzende Sibylle Wieland. Umso höher ist der Erfolg der Mannschaft einzuschätzen, die noch alle Chancen, nächstes Jahr in der Landesliga zu spielen. „Der Aufstieg ist aber kein Muss. Wir haben der Mannschaft diesbezüglich nie Druck gemacht, aber natürlich würden wir uns sehr freuen, wenn es klappt“, betont Wieland. Seit 2013 ist die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin, die als Referentin für Weiterbildung an der Dualen Hochschule in Heilbronn arbeitet, Vorsitzende des Vereins, der auf eine mittlerweile 65-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Ruhmreiche Zeiten

1952 machten sich die Marbacher Fußballer, die zuvor im Turnverein Marbach beheimatet waren, mit der Gründung des FCM selbstständig. Unter dem Vorsitzenden Karl Reinhard begann in den Siebzigern der rasante Aufstieg des Vereins, der 1984 mit dem Aufstieg in die damals drittklassige Oberliga und dem Gewinn der Württembergischen Amateurmeisterschaft ein Jahr später seinen Höhepunkt erreichte. Acht Jahre hielten sich die Marbacher in der Oberliga. Ambitionen, nochmals so hoch spielen zu wollen, gibt es bei den Schillerstädtern heute nicht mehr. Den Aufstieg in die Landesliga würden die Marbacher aber gerne „mitnehmen“. Besonderen Wert legt man dabei darauf, dass viele Eigengewächse in die erste Mannschaft aufrücken. „Wir haben knapp 700 Mitglieder, davon etwa 400 Jugendliche. In jeder Altersklasse haben wir zumindest eine Mannschaft“, berichtet Lars Kohler, der selbst von der E-Jugend bis zu den Herren beim FC Marbach die Kickstiefel schnürte und seit 2013 Zweiter Vorsitzender des Vereins ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fußballvereinen, die in einzelnen Altersklassen keine Mannschaften stellen können oder Spielgemeinschaften mit anderen Clubs haben, stehen die Marbacher im Jugendbereich sehr gut da. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Vereinsführung um eine Vernetzung in der Stadt, aber auch im Verband bemüht. Am Friedrich-Schiller-Gymnasium und der Anne-Frank-Realschule gibt es Fußball-AGs. Zudem ist Marbach DFB-Stützpunkt. Montags gibt es dort ein Training für D- und E-Jugendliche. Unabhängig davon gibt es für Jugendliche ab 15 Jahren die Möglichkeit, sich zum Juniorcoach ausbilden zu lassen.

„Dabei lernen ältere Jugendspieler, jüngere zu coachen. Darauf baut später die weitere Ausbildung zum Trainer aus“, berichtet die FC-Chefin Wieland. Diese Schulung wird vom jeweiligen Landesverband unterstützt. Außerdem besteht, ebenfalls in Kooperation mit dem WFV die Möglichkeit, sich zum Schiedsrichter ausbilden zu lassen, was ebenfalls schon im Jugendalter möglich ist. Wieland verweist darauf, dass sich Jugendliche dadurch auch ihr Taschengeld aufbessern können.

Zusätzlich zum Spiel- und Trainingsbetrieb ist der FC Marbach fest im öffentlichen Leben der Stadt verankert. „Wir übernehmen zum Beispiel regelmäßig die Bewirtung bei der Neubürgerbegrüßung“, berichtet Kohler. Auch sei der Asylkreis, der Flüchtlinge in Marbach zu integrieren sucht, bereits mehrfach auf den Verein zugekommen. „Mehrere Spieler aller Altersklassen sind so schon zu uns gekommen“, so die Vorsitzende  Wieland. „Geplant ist auch, dass unsere A-Jugend an einem Turnier in unserer Partnerstadt Washington/ Missouri teilnimmt“, ergänzt sie. Regelmäßig ist der FCM auch beim Marbacher Bürgerfest präsent. Seit mehreren Jahren veranstaltet die erste Mannschaft am Vatertag ein Turnier für Hobby­mannschaften. „Leider fällt das Turnier dieses Jahr aus, weil am Vatertag ja das Pokalfinale stattfindet“, bedauert die Vorsitzende. Dass die Verantwortungsträger neben ihrem Beruf so viel auf die Beine stellen können, liegt auch daran, dass sich der Förderverein der Sponsorensuche angenommen hat und sie somit etwas entlastet sind. „Wir haben sehr viele ehrenamtliche Helfer. Ohne die geht es nicht. Gerade im AH-Bereich freuen wir uns aber auch über zusätzliche Hilfe“, meint der zweite Vorsitzende Kohler.

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