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Teamsenior schießt die Steelers zum ersten Saisonsieg

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Der Bietigheimer Neuzugang Tyler McNeely (Mitte) ist seinem Kasseler Bewacher Alex Lambacher entwischt, doch beim 19 Jahre alten Huskies-Torhüter Mirko Pantkowski (links) ist Endstation.  Foto: 

Das war ein perfektes Zeitmanagement: Exakt zwei Sekunden vor Ende der Verlängerung jagte Dominic Auger, mit 40 Jahren der Senior im DEL-2-Team der Bietigheim Steelers, die Scheibe aus der Distanz ins Netz. Es war das 4:3-Siegtor im Heimspiel gegen die Kassel Huskies. Damit hat der Vizemeister aus den beinharten Auftaktpartien gegen die Topklubs aus Frankfurt und Kassel drei Punkte geholt. Am Freitag hatten die Steelers beim Meister Löwen Frankfurt noch mit 3:4 nach Verlängerung verloren und sich darum mit einem Zähler begnügen müssen. Im Duell mit den Huskies lief es zwei Tage später genau umgekehrt. Am nächsten Wochenende haben die Schwaben mit Bad Nauheim und Freiburg nun zwei etwas einfachere Aufgaben zu lösen, zumindest auf dem Papier.

SCB-Trainer Kevin Gaudet musste am Sonntag auf gleich vier Profis verzichten: Neben Frédérik Cabana (Kreuzbandriss), Max Lukes (Leistenprobleme) und Andrew McPherson (Pferdekuss am Oberkörper) tauchte auch Kapitän Adam Borzecki auf der Ausfallliste auf. Der Verteidiger, der am Freitag noch mitgewirkt hatte, leidet an einer Leistenverletzung, wie Gaudet bei der Pressekonferenz verriet.

Während der Gastgeber wie gehabt mit drei Sturmreihen auskommen musste, trat Kassel wie üblich mit vier Reihen an. Die Huskies waren vom ersten Bully an hellwach, bestachen durch eine abgeklärte Spielweise und nutzten ihre Chancen konsequent. Und hinten hatten sie mit Juniorennationalspieler Mirko Pantkowski zumindest in den ersten zwei Dritteln einen erstklassig haltenden Goalie im Tor.

19-jähriger Pantkowski glänzt

Der 0:1-Rückstand nach dem ersten Drittel stellte die Eishockey-Welt im Ellental allerdings auf den Kopf. Die Steelers waren überlegen, hatten mehr Offensivaktionen und auch ein halbes Dutzend bester Chancen – etwa durch Verteidiger Benjamin Hüfner, der den Puck am freien Kasseler Kasten vorbeischob. Oder durch Matt McKnight, der am Pfosten scheiterte. Den Rest entschärfte Pantkowski, der gerade mal 19 Jahre alte Förderlizenzspieler der Adler Mannheim, mit Bravour. Als die Bietigheimer Defensive dann in der 13. Minute einen Moment nicht aufpasste, war Braden Pimm zur Stelle und verwertete ein Zuspiel von Lukas Koziol zur schmeichelhaften Gästeführung.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs legten die Hessen eine gnadenlose Effektivität an den Tag. Nach einem Querpass von Mike Little vollstreckte Jens Meilleur in Überzahl zum 0:2. Wie der Videobeweis zeigte, war die Scheibe hinter der Torlinie. Die Rettungstat von SCB-Goalie Sinisa Martinovic kam einen Tick zu spät. Das vierte Powerplay der Steelers führte in der 35. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer und damit zum ersten Bietigheimer Heimtor in der noch jungen Saison – Marcus Sommerfeld war nach Vorarbeit von Auger und McKnight mit einem Schlagschuss erfolgreich. Zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt musste das Team um Ersatzkapitän René Schoofs das 1:3 hinnehmen: 14 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Rob Brown einen Schuss von Adriano Carciola unhaltbar abfälschte.

Im Schlussdrittel zeigten die Steelers Moral und schafften noch den Ausgleich. Das 2:3 fiel erneut in Überzahl: Nachdem Sommerfelds Geschoss von der Bande zurückgeprallt war, vollstreckte McKnight im Nachschuss (44.). Alexander Preibisch gelang in der 50. Minute nach Vorarbeit von Justin Kelly das umjubelte 3:3 – das erste Pflichtspiel-Tor eines Neuzugangs­. In der Verlängerung avancierte dann Routinier Auger auf den letzten Drücker zum Bietigheimer Matchwinner.

Der Steelers-Erzrivale Heilbronner Falken hat nochmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Angreifer Matt MacKay (26) verpflichtet. Der in Kempten geborene Deutsch- Kanadier ging in der vergangenen Saison noch in der DEL für die Augsburger Panther auf Torejagd und hat auch schon für die Kölner Haie und den EHC Red Bull München gespielt. Die DEL 2 kennt MacKay aus seiner Zeit in Schwenningen und Crimmitschau. In der Spielzeit 2014/2015 verbuchte der Rechtsschütze im Trikot der Eispiraten in 51 Hauptrundenpartien 44 Scorerpunkte – 24 Tore und 20 Vorlagen. Danach folgte der erneute Sprung in die deutsche Eliteklasse, wo er in den beiden zurückliegenden Runden 97 Mal für Augsburg auflief. MacKay feiert voraussichtlich am nächsten Wochenende sein Debüt im HEC-Team. ae

DEL 2, 2. Spieltag
Bietigheim – Kassel

4:3 n.V.

Drittel: 0:1, 1:2, 2:0; 1:0.
Tore: 0:1 Pimm (13.), 0:2 Meilleur (25./Überzahl), 1:2 Sommerfeld (35./Überzahl), 1:3 Carciola (40.), 2:3 McKnight (44./Überzahl), 3:3 Preibisch (50.), Auger (60.+5/Überzahl).
Strafminuten: 22 (7 Strafen) ­– 20 (10 Strafen); Schiedsrichter: Stefan Vogl (Thanning), Mathias Komorek (Pforzheim); Zuschauer: 2407.

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