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Drittes Spiel, dritte Verlängerung

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„Komm‘ an meine Brust“: Marcus Sommerfeld (links) umarmt seinen Sturmpartner Matt McKnight. Der kanadische Center erzielte beim 3:2-Sieg in Bad Nauheim alle drei Bietigheimer Tore.  Foto: 

Die Bietigheim Steelers haben am dritten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) zum dritten Mal in die Verlängerung gehen müssen. Am Ende setzten sie sich beim EC Bad Nauheim mit 3:2 nach Penaltyschießen durch und kletterten so in der Tabelle auf Platz fünf. Den entscheidenden Penalty verwandelte Center Matt McKnight. Der 33-jährige Kanadier steuerte am Freitagabend alle drei Bietigheimer Tore bei. Am Sonntag (17 Uhr) geht die Punktehatz für die Steelers mit einem Heimspiel gegen die Wölfe Freiburg weiter.

SCB-Trainer Kevin Gaudet standen in Bad Nauheim nur fünf Verteidiger zur Verfügung, nachdem Kapitän Adam Borzecki (Leistenprobleme) und Rob Brown (Oberkörperverletzung) passen mussten. Dafür biss der angeschlagene Torjäger Marcus Sommerfeld auf die Zähne. Zwischen den Pfosten bot Gaudet erstmals in einem Pflichtspiel Neuzugang Ilya Sharipov auf – und der 22-jährige Schlussmann machte seine Sache ausgesprochen gut und vereitelte gerade im Mitteldrittel viele hochkarätige Chancen der Roten Teufel.

Ausgerechnet Sommerfeld, dessen Einsatz lange auf der Kippe gestanden hatte, bereitete in der siebten Minute McKnights Führungstreffer vor. Das Tor eingeleitet hatte aber Rückkehrer Dominik Hüfner mit einem Schlenzer. Die Gastgeber, die in voller Besetzung antraten, waren dem Vizemeister ebenbürtig und hatten mehrfach die Gelegenheit zum Ausgleich, gerade in Überzahl. Doch das Special Team der Steelers leistete wie schon in den Auftaktpartien gegen Frankfurt und Kassel wieder erstklassige Arbeit. Wie gehabt sind die Gaudet-Schützlinge nicht nur bei eigener Überzahl top, sondern auch beim Penaltykilling.

Die ersten drei Bad Nauheimer Powerplays überstanden die Schwaben erneut schadlos. Die vierte der insgesamt sieben Überzahlsituationen nutzte der EC dann aber im zweiten Drittel zum 1:1: Der italienische Nationalspieler Alex Trivellato überwand Sharipov mit einem Schuss von der blauen Linie (24.). Fortan waren die Hessen drauf und dran, die Führung zu erzielen, doch Sharipov wurde immer wieder zum Spielverderber. So auch in der 38. Minute, als James Livingston schon einen vermeintlichen Treffer bejubelte. Der Gästegoalie hatte den Puck allerdings noch vor der Torlinie entschärft, wie die Schiedsrichter beim Videostudium feststellten. 31 Sekunden vor der Pausensirene schlug dann erneut McKnight nach Vorarbeit von Sommerfeld und René Schoofs zu und vollstreckte zur nun schmeichelhaften Bietigheimer 2:1-Führung.

In der 49. Minute gelang Dusan Frosch der verdiente 2:2-Ausgleich. Da die Steelers regelmäßig in Unterzahl gerieten, hatte Bad Nauheim Oberwasser und war dem Siegtor näher als das Team in den weißen Trikots. Doch die Gäste retteten sich in die Verlängerung und schließlich ins Penaltyschießen. Denn auch in der Extraschicht mussten sie phasenweise mit einem Mann weniger auskommen, nachdem sich Max Prommersberger seine zweite Zwei-Minuten-Strafe eingehandelt hatte. Im Penaltyschießen trafen Shawn Weller und Matchwinner McKnight für Bietigheim, für den EC war nur Top­scorer Andreas Pauli erfolgreich.

Gaudet kritisiert Schiedsrichter

Bemerkenswert: Während die Steelers sieben Strafzeiten kassierten, musste kein einziger Bad Nauheimer Profi in den 65 Spielminuten auf die Strafbank. So konnte der Vizemeister seine Extraklasse im Powerplay diesmal nicht in die Waagschale werfen. Die Verteilung der Strafen war für Gaudet ein großes Ärgernis. „Ich kann das nicht verstehen und habe mich wie im falschen Film gefühlt. Manchmal habe ich das Gefühl, die Schiedsrichter mögen uns nicht. Das ist nicht fair“, schimpfte der Kanadier bei der Pressekonferenz. Für seine Mannschaft hatte er dagegen ein Kompliment parat: „Ich bin stolz, wie sie in Unterzahl gekämpft hat. Darum hatten wir die zwei Punkte heute auch verdient.“

DEL 2, 3. Spieltag
Bad Nauheim – Bietigheim

2:3 n.P.

Drittel: 0:1, 1:1, 1:0; 0:1.
Tore: 0:1 McKnight (7.), 1:1 Trivellato (24./Überzahl), 1:2 McKnight (40.), 2:2 Frosch (49.), 2:3 McKnight (Penalty).
Strafminuten: 0 (keine Strafe) – 14 (7 Strafen); Schiedsrichter: Marcus Brill (Zweibrücken), Tony Engelmann (Ratingen); Zuschauer: 2356.

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