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Riesen verlieren Nervenspiel, legen aber Protest ein

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Das fünfte und entscheidende Viertelfinalspiel zwischen Ratiopharm Ulm und den MHP Riesen Ludwigsburg wurde zur Nervenschlacht: Auf und neben dem Feld ging es vor den 6200 Zuschauern in der ausverkauften Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena hoch her. Mit 91:81 (55:39) setzte sich der Hauptrundensieger von der Donau am Ende durch und sicherte sich somit den Einzug ins Halbfinale. Die Riesen sind dagegen zum vierten Mal in Folge bereits in der ersten Playoff-Runde an einem favorisierten Gegner gescheitert. Doch noch schwebt ein Damoklesschwert über dem Ulmer Weiterkommen. Denn bereits in der Halbzeitpause hatten die Riesen durch ihren Kapitän David McCray aufgrund der Geschehnisse kurz vor Ende der ersten Hälfte Protest eingelegt. Die Chancen auf einen Erfolg gelten allerdings als gering. Bis Redaktionsschluss war noch keine Entscheidung gefallen.

Passiert war Folgendes: Nach einem Foul von Per Günther an Rocky Trice gab es Einwurf für Ludwigsburg. John Patrick beschwerte sich allerdings beim Schiedsrichtergespann darüber, dass bei Ulms Chris Babb zuvor kein Schrittfehler gepfiffen worden war – und bekam dafür von Martin Matip ein technisches Foul wegen Meckerns aufgebrummt, so dass der Ballbesitz an Ulm überging. Daraufhin eilte der Riesen-Coach erbost zum Kampfgericht, um schon einmal vorab Protest einzulegen. Doch der Versuch, den Protest auf dem Anschreibebogen zu unterzeichnen, wurde von den Unparteiischen nicht gestattet: Sie verhängten stattdessen ein weiteres technische Foul gegen Patrick. Damit war der US-Amerikaner für den Rest der Partie disqualifiziert, seine Mannschaft musste fortan ohne ihren Cheftrainer auskommen. Das Coaching übernahm Assistent Martin Schiller.

Patrick sieht gute Chancen

Nach dem Spiel bekräftigte McCray den Einspruch per Unterschrift auf dem Spielberichtsbogen beim Commissioner Ulli Sledz. „Ich gehe davon aus, dass unserem Protest stattgegeben wird, denn ich bin nur wegen einer höflichen Frage disqualifiziert worden“, stellte John Patrick später zuversichtlich fest.

In den verbleibenden acht Sekunden bis zur Pause gerieten seine Mannen allerdings entscheidend ins Hintertreffen: Babb verwandelte seine zwei Freiwürfe zum 49:39. Nachdem auch Clifford Hammonds noch ein technisches Foul kassiert hatte, verwandelte Augustine Rubit die nächsten drei Freiwürfe zum 52:39, und dann demoralisierte Babb die Riesen in letzter Sekunde noch mit seinem Dreier zum 55:39-Pausenstand. Obwohl die Gäste den Hausherren kräftig Paroli geboten hatten, sahen sie sich plötzlich mit einem 16-Punkte-Rückstand zur Pause konfrontiert.

Nach dem Seitenwechsel kam es zunächst noch dicker für die mit den drei Regelhütern Matip, Benjamin Barth und Christof Madinger hadernden Riesen: Das Ratiopharm-Ensemble um Spielmacher Günther zog bis zur 25. Minute scheinbar vorentscheidend auf 70:46 davon. Nun glaubten wohl auch nicht einmal die kühnsten Optimisten im Ludwigsburger Fan-Lager an ein Comeback ihrer Lieblinge. Zumal die Referees in der 23. Minute auch noch D.J. Kennedy vorzeitig zum Duschen geschickt hatten: Der Point Guard hatte nach einem Foul gemeckert und ein erstes technisches Foul kassiert und dann gleich sein zweites hinterher, weil er den Ball Matip nach dessen Aufforderung nicht zurückgegeben hatte. Nach seiner Disqualifikation war Kennedy schließlich so sauer, dass er den Unparteiischen mit dem Ball bewarf.

Riesen kämpfen sich zurück

Trotz des fast aussichtslosen Rückstands zeigten die MHP Riesen eine Trotzreaktion und kämpften aufopferungsvoll weiter: Sie holten Zähler für Zähler auf. Mit einem 16-Punkte-Rückstand gingen die Gäste ins letzte Viertel. Auch dort setzten sie ihre Aufholjagd fort: Nachdem Drew Crawford vom Flügel getroffen hatte, stand es nur noch 76:84. Chad Toppert verkürzte zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit drei Freiwürfen gar auf 79:85. Alles schien wieder möglich. Ulm war dagegen von der Rolle. Das Leibenath-Team vergab selbst die einfachsten Korbleger, brachte den entscheidenden Heimsieg aber letztlich mit Ach und Krach über die Zeit. Ratiopharm trifft nun ab Sonntag im Playoff-Halbfinale auf die EWE Baskets Oldenburg, während sich Ludwigsburg in den Sommerurlaub verabschiedet. Falls der Einspruch nicht doch noch zum Erfolg führt. . .

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