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Ex-Profi möchte Spieler fördern und weiterentwickeln

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Michael Nachreiner ist mit großer Begeisterung Trainer und Sportlicher Leiter bei den Basketballern der BSG Vaihingen-Sachsenheim.  Foto: 

Der Weg von Michael Nachreiner zu den Vaihinger Basketballern war kurios. Bei einem Bundesliga-Heimspiel der Ludwigsburger Basketballer 2006, damals noch in der Rundsporthalle, wurde Nachreiner aufgrund seiner Größe von 2,11 Metern von Immanuel Klenk, damals in einer Verantwortungsposition beim 1. Basketballclub Vaihingen (BCV) und auf Trainersuche, angesprochen. Zur Saison 2006/2007 wurde Nachreiner kurzerhand Übungsleiter der ersten Herrenmannschaft in der Landesliga.

Als Trainer zu dieser Zeit noch völlig unerfahren, konnte Nachreiner aber eine Profikarriere als Spieler vorweisen. Nach seinen Anfängen in Heilbronn-Sontheim ging es in die Jugend nach Ludwigsburg, wo Nachreiner von 1993 bis 1995 im Bundesliga-Team spielte. Nach einem Jahr in Karls­ruhe in der Zweiten Bundesliga, ging er für zwei Jahre an die University of Denver. Nach seiner Rückkehr war er noch einige Jahre professionell in der Bundesliga bei verschiedenen Vereinen aktiv und begann parallel ein Studium. Nach dem Karriereende machte der Heilbronner den Trainerschein, mit dem er bis zur Zweiten Liga trainieren könnte, und trat 2006 in Vaihingen für zwei Jahre seinen ersten Job an der Seitenlinie an.

BSG hat Anlaufprobleme

Nach dem ersten Jahr von Nachreiner als Trainer, schloss sich der BCV 2007 mit der Basketball-Abteilung des TSV Häfnerhaslach zur BSG Vaihingen-Sachsenheim zusammen. Die Spielgemeinschaft stellte sich am Anfang jedoch als schwierig heraus. „Auf beiden Seiten gab es eine große Vereinsidentität. Die jeweiligen Mannschaften hatten seit der Jugend kontinuierlich zusammengespielt und waren entsprechend zusammengewachsen“, sagt Nachreiner. Auch der damalige TSV- und heutige BSG-Spieler Oliver Gräßer erinnert sich an Differenzen: „Häfnerhaslach und Vaihingen waren im Basketball eigentlich Erzfeinde. Wir waren eine eingefleischte Truppe. Viele sind die Spielgemeinschaft sehr defensiv angegangen.“

Anfangs war Themis Koupidis der einzige Häfnerhaslacher, der den Sprung in die erste BSG-Mannschaft schaffte. Das zweite BSG-Team setzte sich aus der einstigen ersten Häfnerhaslacher Mannschaft zusammen. Koupidis kehrte 2012 nach drei Jahren in der Oberliga bei Neckarsulm zunächst als Spieler zur Spielgemeinschaft zurück. Als zur Saison 2015/2016 ein neuer Trainer gesucht wurde, übernahm er als Spielertrainer. „Da uns einige Leute fehlten, habe ich meine alten Mitspieler aus Häfnerhaslach wieder aktiviert“, sagt Koupidis, dem es in der vergangenen Saison schließlich gelang, aus den ursprünglich zwei Mannschaften eine zu formen. „Wir sind jetzt eine bunte Mischung aus älteren Vaihinger und Häfnerhaslacher Spielern sowie einigen Jugendspielern“, erzählt Koupidis, der in der laufenden Saison den Klassen­erhalt im Blick hat: „Wir haben noch fünf Spiele. Wenn wir drei davon gewinnen, haben wir es geschafft.“ An diesem Samstag geht es um 15.15 Uhr in Vaihingen gegen den Tabellenzweiten TSB Schwäbisch Gmünd.

Nachreiner ist inzwischen als Sportjournalist wieder in Vaihingen gelandet und Sportlicher Leiter der BSG. Dabei hat der 42-Jährige die Koordination des Gesamtvereins im Blick: „Aktuell haben wir jede männliche Jugend einmal besetzt und im Herbst mit einer Einstiegsgruppe begonnen, um Kinder mit Sport und Basketball vertraut zu machen.“ Die BSG bietet auch verschiedene Aktionen außerhalb des Spielbetriebs an. So findet jährlich das BSG Day Camp statt, bei dem Neun- bis 15-Jährige intensives Training unter Anleitung erhalten. Zudem veranstaltet der Verein mit „Enz-Basketball vor 24 Uhr“ ein Turnier für Freizeitspieler. Mit Schulen in Sachsenheim, Sersheim und Dürrmenz bestehen Kooperationen. Durch AG-Angebote sollen Kinder für den Basketball begeistert werden. „Wir haben den Anspruch, jedem Kind und Erwachsenen im Einzugsgebiet zu ermöglichen, Basketball zu spielen, und möchten Talente fördern“, sagt Nachreiner.

Nachwuchsarbeit trägt Früchte

Die Talentförderung zeigt Früchte. So spielt der Jahrgang 1998 bis 2000 seit der U 14 durchgehend in der Oberliga, der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg. Auch haben mehrere Vaihinger Jugendspieler schon den Sprung in die Nachwuchs-Bundesliga nach Ludwigsburg geschafft. „Wenn du einen so übermächtigen Klub vor der Haustür hast, brauchst du als Verein nicht davon träumen, selbst im Profibereich zu spielen. Außergewöhnliche Talente landen irgendwann in Ludwigsburg“, sagt Nachreiner, der seit Dezember 2016 auch als Damen-Trainer im Einsatz ist. Die BSG-Frauen haben in den vergangen Jahren den Aufstieg bis in die drittklassige Regionalliga geschafft, spielen inzwischen aber wieder in der Landesliga. „Es wäre schön, wenn die ersten Damen- und Herrenmannschaften wieder um den Aufstieg spielen könnten. Von uns wird es da aber keine Forderungen geben. Wichtiger ist es, dass sich die Spieler und Mannschaften weiterentwickeln und jeder Spaß dabei hat“, sagt Nachreiner.

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