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Riesen jubeln nach Nervenschlacht

Die MHP Riesen Ludwigsburg haben sich für die Derbypleite in Tübingen rehabilitiert. Das Team von Trainer John Patrick gewann am Freitagabend das Heimspiel gegen die TBB Trier mit 74:69. Chris McNaughton avancierte zum Matchwinner.

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Der Riesen-Star DJ Kennedy (links) hat in dieser Szene mit dem Trierer Stefan Schmidt einen unangenehmen Gegenspieler vor sich.  Foto: 

Es gibt Spiele, die muss eine Mannschaft mit Playoff-Ambitionen einfach gewinnen. Vor einer Woche beim schwäbischen Erzrivalen Walter Tigers Tübingen taten dies die MHP Riesen Ludwigsburg nicht und kassierten mit der 76:83-Niederlage einen herben Dämpfer im Kampf um Platz acht der Basketball-Bundesliga. Am Freitag gaben sie sich in der heimischen MHP-Arena gegen die TBB Trier, einen weiteren Hinterbänkler, dagegen keine Blöße und siegten nach einem Kraftakt mit 74:69. Damit verbesserte sich die Mannschaft von Trainer John Patrick einstweilen auf den elften Tabellenrang.

Gegen Trier fielen gleich vier Ludwigsburger Profis positiv auf: John Little, Patrick Flomo und DJ Kennedy, die alle zweistellig punkteten, sowie Chris McNaughton. Letzterer markierte in der Schlussphase die entscheidenden Zähler und wurde so zum Matchwinner. BBL-Topscorer Kennedy legte diesmal zwar einen eher verhaltenen Auftritt hin und hatte am Ende für seine Verhältnisse nur bescheidende 14 Zähler in der Statistik stehen, davon gleich zwölf per Freiwurf. Während einer Schwächephase hatte der US-Amerikaner die Barockstädter aber mit einer hundertprozentigen Freiwurfquote im Spiel gehalten.

Das erste Viertel war noch eine beeindruckende Machtdemonstration der Riesen gewesen, sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung. Im Kollektiv zeigte das Heimteam dem auswärtsschwachen Gegner von der Mosel die Grenzen auf. Das Ergebnis war eine klare 28:15-Führung nach den ersten zehn Minuten. Bei den Gästen konnte da nur der Simbabwer Vitalis Chikoko Paroli bieten. Er erzielte in den ersten vier Minuten sechs Punkte - die einzigen der TBB aus dem Spiel heraus. Die weiteren neun Trierer Zähler resultierten aus Freiwürfen. Den Ludwigsburgern spielte dabei in die Karten, dass Chikoko schnell zwei Fouls auf dem Kerbholz hatte, so dass ihn sein Trainer Henrik Rödl erst einmal für längere Zeit auf die Bank setzte.

Im zweiten Durchgang war die bisher gezeigte Souveränität der Riesen wie weggeblasen. Nach Shawn Huffs Freiwurf zum 29:15 erlahmte der Spielfluss, was auch zwei frühe Auszeiten von Coach John Patrick nicht verhindern konnten. Trier kam nun immer näher und auf 36:39 heran. Dass die Ludwigsburger dennoch mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung in die Katakomben gehen konnten, hatten sie Huff zu verdanken, der 30 Sekunden vor dem Halbzeitsignal einen Dreier zum 42:36-Pausenstand versenkte. Bitter für Ludwigsburg: Center Jon Brockman zog sich bei einem Zusammenprall mit Chikoko eine Rückenverletzung zu und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht.

Auch im dritten Spielabschnitt fanden die Hausherren nicht mehr ihren Rhythmus aus dem starken Anfangsviertel. Das TBB-Ensemble witterte dagegen nun seine Chance, und plötzlich fielen bei Trier auch die Dreier. Jermaine Bucknor traf gleich zweimal innerhalb 60 Sekunden aus der Distanz, Ricky Harris war einmal erfolgreich - und brachte seine Mannschaft damit zum ersten Mal überhaupt mit 51:48 in Führung (25.). Doch die wankenden Riesen nahmen den Kampf an. Wenn schon spielerisch nicht mehr viel zusammenlief, so stimmten zumindest Kampfgeist und Einstellung. Dank Kennedys Coolness bei Freiwürfen ging Ludwigsburg mit einem hauchdünnen 58:57-Vorteil in ins letzte Viertel.

Dort ging das Freiwurf-Festival munter weiter. Das Duell blieb bis zum Schluss spannend und eng. Mehrmals wechselte die Führung zwischen beiden Teams hin und her. Längst war die Begegnung zu einer Nervenschlacht geworden. Eine Nervenschlacht, die letztlich die Riesen für sich entschieden.

In der heißen Phase spielte sich dann McNaughton ins Rampenlicht. Der Brockman-Vertreter erzielte sechs Punkte in Folge für Ludwigsburg zum 70:66-Zwischenstand. 20 Sekunden vor Spielende verkürzte Marko Lukovic für Trier mit einem Dreier zwar noch auf 69:70. Vier verwandelte Freiwürfe von Kennedy und Huff zum 74:69 besiegelten aber den Heimsieg der Riesen. Die Patrick-Schützlinge waren gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

So spielten sie

Ludwigsburg - Trier 74:69 (42:36)

(28:15, 14:21, 16:21, 16:12)

MHP Riesen Ludwigsburg: Kennedy (14), Little (13), Flomo (11 ), Huff (8 ), McNaughton (8), Stockton (6), Johnson (6), Brockman (6), Waleskowski (2), Warech.

TBB Trier: Lukovic (18), Harris (14), Chikoko (10), Bucknor (9), Vrabac (7), Canty (4), Schmidt (3), Kramer (2), Anderson (2), Dahlem.

Zuschauer: 3721.

SWP

Stimmen zum Spiel

John Patrick, Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg: Es war ein hart umkämpftes Spiel. Ich denke, am Ende waren wir einen Tick glücklicher. Trier hatte auch die Chance, das Spiel zu gewinnen. Trotzdem bin ich sehr stolz, dass wir trotz schwacher Dreierquote diesen wichtigen Sieg einfahren konnten. Ein besonderes Kompliment geht an Christopher McNaughton, der heute acht ganz wichtige Punkte erzielt und seine Qualität gezeigt hat.

Henrik Rödl, Coach der TBB Trier: Es war eine sehr heiß umkämpfte und von beiden Seiten intensiv geführte Partie. Leider sind wir im ersten Viertel nicht gut ins Spiel gestartet, aber wir haben uns mit viel Kampfgeist und Engagement zurückgekämpft und hatten am Ende die Chance, das Spiel zu gewinnen. Daher bin ich sehr zufrieden mit der Einstellung meiner Mannschaft. bz

SWP

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