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MHP Riesen landen Überraschungscoup

Volksfeststimmung in der MHP-Arena: Der Basketball-Erstligist MHP Riesen Ludwigsburg feierte vor 4500 begeisterten Fans einen 67:55-Überraschungssieg gegen den Topklub Alba Berlin. Der Schlüssel zum Erfolg war eine aggressive Verteidigung.

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Ein Mann, ein Schrei: Riesen-Profi Jon Brockman (links) setzt sich am Korb energisch gegen den Berliner Reggie Redding durch. Der Ludwigsburger Center steuerte elf Punkte zum Überraschungserfolg über Alba bei.  Foto: 

Zehn so verrückte Basketball-Minuten hat Sasa Obradovic, der Trainer von Alba Berlin, wohl noch nie erlebt: Kümmerliche vier Zähler brachte seine sonst so treffsichere Mannschaft beim Erstliga-Gastspiel in Ludwigsburg im dritten Viertel zustande - und damit den serbischen Coach auf die Palme. Obradovic ruderte mit den Armen, diskutierte mit den Schiedsrichtern und blaffte seine Profis auf dem Feld und auf der Bank an. Doch all dies half nichts. Die Albatrosse fanden nach einer 36:33- Halbzeitführung nicht mehr in die Spur und unterlagen den MHP Riesen am Ende klar mit 55:67.

Augenzeuge waren bei der Berliner Blamage nicht nur die 4500 Zuschauer in der ausverkauften MHP-Arena, sondern auch Zigtausende Basketball-Fans vor dem Fernseher. Denn Sport 1 hatte sich das Duell in Ludwigsburg als Spiel des Tages ausgesucht. Eine weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Hochklassig war die Begegnung zwar nicht, dafür aber umso intensiver und spannender. Und das lag in erster Linie an den Gastgebern. In puncto Kampfgeist, Leidenschaft und Aggressivität wuchsen die Riesen über sich hinaus. Mit diesen Tugenden kauften sie dem Favoriten von der Spree gerade in der zweiten Halbzeit den Schneid ab. In der Offensive dagegen lief bei beiden Teams kaum etwas zusammen. Katastrophale Wurfquoten, Ballverluste und Missverständnisse prägten die hektische und zerfahrene Begegnung.

Im ersten Viertel fielen noch die meisten Körbe. Die Berliner hatten leichte Vorteile und lagen vier Sekunden vor Ende des Durchgangs mit 22:17 in Front, ehe Riesen-Center Patrick Flomo auf 19:22 verkürzte. Auch im zweiten Spielabschnitt entwischten die Gäste zwischenzeitlich auf 33:26 (15.). Doch Ludwigsburg ließ sich nicht abschütteln. Obwohl er fast immer auf dem Feld stand, kam BBL-Topscorer DJ Kennedy erst in der 16. Minute zu seinen ersten zwei Zählern. Mit einem 33:36-Rückstand zur Pause konnten die Riesen noch gut leben. Sie spürten: Gegen diese Berliner, die unter der Woche noch den FC Bayern aus dem Pokal geworfen hatten und müde wirkten, war hier durchaus etwas drin.

Im grotesken dritten Viertel lieferten sich die zwei Mannschaften eine Abwehrschlacht und überboten sich im Angriff mit Ungereimtheiten, technischen Patzern und Fehlwürfen. Berlin schaffte nur mickrige vier Punkte, die Ismet Akpinar und Akeem Vargas in der 28. Minute jeweils mit Freiwürfen beisteuerten. Nur unwesentlich besser war die Ausbeute der Ludwigsburger. Sie verbuchten ebenfalls nur acht Zähler, sieben davon markierte Shawn Huff, der in dieser Phase Verantwortung übernahm. Mit einer hauchdünnen 41:40-Führung gingen die Riesen in die letzten zehn Minuten.

Auch dort konnte Alba das Ruder nicht mehr herumreißen. Im Abschluss blieb der Pokalsieger weiter deutlich hinter seinen Möglichkeiten. Die Hausherren um ihren überragenden Spielmacher Kerron Johnson nutzten dagegen die Gunst der Stunde. Obwohl Kennedy viertelübergreifend fünf Freiwürfe in Folge versemmelte, baute Ludwigsburg seinen Vorsprung nach und nach aus. Die Energieleistung der Riesen mündete in einen unerwarteten 67:55-Heimerfolg.

Alba bleibt trotz der dritten Pleite hintereinander Tabellenzweiter der BBL. Die Riesen verbesserten sich auf den neunten Platz und sind im Kampf um ein Playoff-Ticket wieder ganz dick im Rennen.

So spielten sie

Ludwigsburg - Berlin 67:55 (33:36)

(19:22, 14:14, 8:4, 26:15)

MHP Riesen Ludwigsburg: Johnson (18), Huff (15), Brockman (11), Kennedy (10), Flomo (4), Waleskowski (4), Little (3), Stockton (2), Koch, McNaughton.

Alba Berlin: McLean (14), Renfroe (10), Vargas (8), King (6), Banic (6), Hammonds (3), Radosevic (3), Wohlfarth-Bottermann (2), Akpinar (2), Giffey (1), Freese, Redding.

Schiedsrichter: Clemens Fritz.

Zuschauer: 4500 (ausverkauft).

SWP

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