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Auch müde Bamberger sind zu stark

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Jack Cooley (rechts) war im Riesen-Heimspiel gegen Bamberg mit 17 Zählern der Topscorer auf dem Feld. Hier muss Elias Harris hilflos zuschauen, wie der Center den Ball im Korb versenkt.  Foto: 

Die MHP Riesen Ludwigsburg konnten am Sonntagabend die stressgeplagten Basketballer von Brose Bamberg nicht gefährden. Sie unterlagen dem Meister und Tabellenführer aus Oberfranken vor 3920 Zuschauern in der MHP-Arena mit 48:60. Von den vergangenen sechs Partien in der BBL und der Champions League haben die Korbjäger aus der Barockstadt wettbewerbsübergreifend fünf verloren. Der Trend zeigt nach unten. Am Mittwoch (20 Uhr) erwarten die Riesen nun den ungarischen Serienmeister Szolnoki Olaj KK zu ihrem dritten Champions-League-Gruppenspiel.

Für die Bamberger war der Auftritt am Sonntag in der Barockstadt das dritte Duell innerhalb von sechs Tagen. Am Mittwoch und Freitag waren sie in der Euro­league, dem wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerb, angetreten und hatten zwei unglückliche Niederlagen bei den Topklubs Panathinaikos Athen (83:84) und FC Barcelona (74:78) kassiert. Von Barcelona flog der Brose-Tross am Samstag direkt nach Stuttgart – und am Abend absolvierte die Mannschaft von Erfolgscoach Andrea Trinchieri in der MHP-Arena schon wieder ihr Abschlusstraining für das Kräftemessen mit den Riesen.

Die Reisestrapazen und die fordernden internationalen Einsätze machten sich bei Bamberg deutlich bemerkbar. Aber auch dem Gastgeber fehlte nach dem Polen-Trip unter der Woche die Frische, sowohl körperlich als auch mental. Eine mäßige Leistung genügte dem Brose-Team, um die Riesen auf Distanz zu halten und am Ende den achten Sieg im achten Saisonspiel zu feiern. Der Topscorer der Partie war mit Center Jack Cooley immerhin ein Ludwigsburger. Der US-Amerikaner markierte 17 Punkte und verbuchte obendrein sieben Rebounds. Einen Katastrophentag erwischte hingegen Spielmacher Wes Washpun. Keiner seiner elf Würfe aus dem Feld traf in den Korb. Darüber hinaus vergab der US-Amerikaner drei seiner vier Freiwürfe und kam so nur auf einen mickrigen Zähler. Washpuns miese Bilanz konnten auch die vier Assists und die vier Ballgewinne nicht mehr retten.

Die Anfangsphase gehörte den Hausherren, und Kelvin Martin, Johannes Thiemann und Tekele Cotton warfen eine 6:2-Führung für die Riesen heraus (3.). Es blieb ein Strohfeuer der Ludwigsburger, die den keineswegs überzeugenden Gästen fortan nur phasenweise Paroli bieten konnten. Hinzu kam, dass die Mannschaft von Trainer John Patrick eklatante Wurfschwächen offenbarte und speziell auch von der Freiwurflinie patzte: Nur 13 der 24 Versuche (54 Prozent) landeten im Korb. Bamberg musste so gar nicht viel tun, um eine 33:22-Halbzeitführung herauszuwerfen.

Bis zum Ende des dritten Viertels erhöhte das Team um den Ex-Ludwigsburger Lucca Staiger sogar auf 47:33. Den vierten Durchgang entschieden die Gastgeber dann knapp mit 15:13 für sich, so dass die Heimniederlage mit 48:60 noch relativ glimpflich ausfiel.

„Beide Mannschaften waren heute nach den internationalen Spielen unter der Woche ein wenig müde. Man konnte jedoch sehen, welche Qualität Bamberg im Kader hat, speziell auf der Aufbauposition mit Spielern wie Zisis und Strelnieks. Wir haben alles gegeben und können aus diesem Spiel viel lernen“, stellte Riesen-Trainer Patrick nach der vierten Pleite in Folge fest. Sein Bamberger Kollege Trinchieri war froh über den Sieg und wies ebenfalls auf die schwierigen Umstände hin: „Es war eine sehr harte Woche für uns. Nach den zwei bitteren Niederlagen in der Euroleague haben wir heute zwar nicht geglänzt, allerdings haben wir als Mannschaft sehr gut zusammengespielt.“

Einen schwarzen Tag erwischte Wes Washpun gegen Bamberg: Der Riesen-Profi warf 15 Mal auf den Korb. Nur ein Freiwurf war erfolgreich. Die übrigen 14 Versuche misslangen.

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