Partner der

Mehr als zehn Millionen belastete Eier in Deutschland

|
Vorherige Inhalte
  • Millionen Eier aus den Niederlanden werden vernichtet. 1/2
    Millionen Eier aus den Niederlanden werden vernichtet. Foto: 
  • Die meisten kommen aus Holland 2/2
    Die meisten kommen aus Holland Foto: 
Nächste Inhalte

Mehrere Millionen belastete Eier und leere Regale bei Aldi: Der Skandal um mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier in Deutschland weitet sich aus. Wie der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag sagte, wurden möglicherweise mehr als 10 Mio. belastete Eier aus den Niederlanden in deutschen Supermärkten verkauft.

Meyer riet Verbrauchern, sich die Nummern der Eier genau anzusehen. Entsprechende Hinweise stehen auf dem Portal lebensmittelwarnung.de – dort sind Informationen aus mittlerweile zwölf Bundesländern hinterlegt. Auch in Baden-Württemberg sind belastete Eier aus den Niederlanden aufgetaucht. Von fünf Proben seien in drei Rückstände nachgewiesen worden, teilte Agrarminister Peter Hauk (CDU) in Stuttgart mit. Die Proben stammten den Angaben zufolge aus der Zeit vor Bekanntwerden des Skandals. Und sie seien nach ersten Hinweisen aus Niedersachsen untersucht worden. Belastete Eier aus dem Nachbarland seien nicht mehr im Handel erhältlich, bekräftigte ein Sprecher auf Nachfrage.

Bei Eiern aus dem Südwesten sei der Stoff bislang nicht nachgewiesen worden, teilte Hauk weiter mit: „Wir hoffen, dass sich dies auch bei den weiteren Proben so fortsetzt.“ Nach dem Bekanntwerden des Skandals lief im Land ein Sonderkontrollprogramm an. In einem ersten Schritt seien 19 Proben von Erzeugern aus dem Land unter die Lupe genommen worden. Sie waren negativ. Jeweils eine Probe aus Hessen und Niedersachsen sei ebenfalls nicht auffällig gewesen.

15 Proben am Tag untersucht

Nach Angaben des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Freiburg sollen in zwei Wochen die Untersuchungsergebnisse von rund 100 Proben aus Baden-Württemberg vorliegen. Pro Tag können 15 Proben untersucht werden. Eine Probe enthält zwölf Eier.

In den Niederlanden werden 10 Mrd. Eier pro Jahr produziert; viele davon werden nach Deutschland exportiert. In Deutschland wurden nach Angaben des Portals Statista pro Kopf im vergangenen Jahr 235 Eier konsumiert.

Hinweise, dass auch von Geflügelfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgehen könnte, gibt es laut Minister Meyer derzeit nicht. Dies werde aber untersucht, sagte er. Das gelte ebenso für Produkte, in denen Eier verarbeitet sind wie Nudeln und Kuchen.

Fipronil wird gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge besteht durch den Verzehr belasteter Eier „keine konkrete“ Gesundheitsgefährdung. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist ein gesundheitliches Risiko für Kinder aber nicht völlig auszuschließen. Meyer sagte, bei Kindern bestehe beim Verzehr von zwei belasteten Eiern am Tag eine „akute Gesundheitsgefahr“.

Aldi zog als „reine Vorsichtsmaßnahme“ alle Eier aus dem Verkauf. Der Discounter bezieht bereits seit Anfang der Woche keine Eier aus gesperrten niederländischen Betrieben mehr. In den vergangenen Tagen seien zudem in einzelnen Regionen Bio-, Bodenhaltungs- und Freilandeier mit geringen Fipronil-Gehalten vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden. Kunden, die Eier bei Aldi gekauft haben, könnten diese ohne Vorlage des Kassenbons überall zurückgeben, der Verkaufspreis wird erstattet.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezeichnete die Reaktion von Aldi als „überzogen“. Der Verband sehe derzeit „vor allem die amtlichen Behörden in den Niederlanden und von Bund und Ländern in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen“.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Evangelische Kirche: 61 Millionen Euro an Steuereinnahmen im Kreis

Nur in Stuttgart hat die evangelische Kirche in Baden-Württemberg mehr Kirchensteuer eingenommen als im Landkreis Ludwigsburg, vermeldet das Statistische Landesamt. weiter lesen