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Haustiere: Wie viel die Deutschen für ihre Katzen ausgeben

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Eine kuschelige Höhle bietet Hauskatzen einen Rückzugsort.  Foto: 

Katze Ilvy lässt sich für nichts begeistern. „Sie frisst einfach nicht gerne“, schreibt die Besitzerin in einem Internetforum. Der Kater eines anderen Nutzers will dagegen einfach alles fressen – nicht mal vor Kuchen mache er Halt. Und die nächste Nutzerin fragt sich, wie sie ihre „Miezen“ besser beschäftigen kann: Rascheltunnel, Katzenminzsäckchen, Aufziehmäuse und Intelligenzspielzeug scheinen nicht auszureichen.

Wer sich durch Katzen-Foren im Internet klickt, merkt: Das Wohlbefinden ihrer Stubentiger bereitet vielen Menschen ordentlich Kopfzerbrechen – ob es nun um das richtige Futter, den geeigneten Kratzbaum oder eben Spielzeug geht. Schließlich ist die Katze das Haustier Nummer Eins in Deutschland: 2016 lebten hierzulande 13,4 Millionen Katzen in 22 Prozent aller Haushalte. Das zeigen Zahlen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH).

1,8 Milliarden Euro im Jahr

Und das lassen sich die Katzenliebhaber einiges kosten: Knapp 1,8 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2016 laut IVH für Katzenfutter, Bedarfsartikel und Zubehör aus. Zum Vergleich: Der Umsatz mit Hundefutter und -zubehör lag bei rund 1,5 Milliarden.

Den größten Teil macht bei den Katzen mit 1,6 Milliarden Euro das Futter aus. Dabei muss gut nicht teuer sein. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. 25 verschiedene Nassfutter nahmen die Tester unter die Lupe. Auf dem ersten Platz landete mit der Note „sehr gut“ eines der billigsten Futter: „Zarte Stückchen mit Huhn in feiner Soße“ von Edeka. Pro Tagesration kosten sie im Schnitt 23 Cent.

Auf Platz zwei und drei folgen Dosen von Aldi Nord und Norma, dann kommen Kitekat, Sheba und Whiskas – auch mit der Bewertung „sehr gut“.  „Diese Futter bieten einen optimalen und schadstoffarmen Nährstoffmix sowie richtige Futtertipps“, schreibt die Stiftung Warentest. Weitere vier Katzenfutter zwischen 24 Cent und 1,49 Euro wurden immerhin mit „gut“ bewertet.

Phosphor schadet den Nieren

Einige Produkte konnten dagegen nicht überzeugen: Jedes zweite getestete Futter enthält zu viel Phosphor. „Das kann möglicherweise den Nieren der Katze schaden“, ist im Artikel von Stiftung Warentest zu lesen. Fünf Futter überschritten auch die maximale Natrium-Menge, die in Katzenfutter als unschädlich gilt. Beides trifft auf „Complete Cat food, Huhn pur“ von Tundra zu, das pro Tagesration immerhin 1,39 Euro kostet. Auch fünf andere Futter zwischen 94 Cent und 1,53 Euro wurden mit der Note „mangelhaft“ bewertet. Generell gilt für Katzenfutter: Es zählt der richtige Nährstoff-Mix.

Einige Katzenhalter setzen auch auf das so genannte Barfen. „Barf“ steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“. So auch die Besitzerin der Katze Ilvy: Nach vielen Vorschlägen im Katzen-Forum entschied sie sich, ihrer Katze rohes Schweinefleisch vom örtlichen Metzger zu füttern. Geschmeckt hat Ilvy das aber wohl auch nicht, stattdessen hat sie ein großes Stück Rinderrumpsteak verputzt, schreibt die Besitzerin. Und: „Kleine Luxuskatze!“

Welches Futter braucht eine Katze? Tanja Niggemeyer, Tierärztin und Schriftführerin der Arbeitsgruppe Katzenmedizin der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, gibt Tipps zur Fütterung.

„Katzen sind absolute Fleischfresser“, betont Niggemeyer. Vegetarische oder gar vegane Ernährung für Katzen ist für sie ein No-Go. Damit fehlen der Katze wichtige Nährstoffe.

Die Tierärztin rät zu kommerzieller Tiernahrung aus dem Fachhandel oder Supermarkt. Denn das Futter enthält meist viel Taurin – eine Verbindung, die Katzen dringend brauchen. „Gibt man ihnen nur menschliche Nahrung, ist das Risiko für Herzerkrankungen höher.“

Trocken- oder Nassfutter? Das ist laut Veterinärin egal. Viele Katzen haben allerdings Harnprobleme und bekommen oft Blasenentzündungen. Für diese Tiere eignet sich Nassfutter besser, weil der Flüssigkeitsanteil höher ist. „Und die meisten Katzen sind keine guten Trinker.“

Apropos Trinken – Katzenbesitzer sollten auf ausreichende Wasseraufnahme achten. Dabei hilft es, Wasser- und Futternapf getrennt voneinander aufzustellen. „So ist die Bereitschaft, zu trinken, höher“, sagt die Tierärztin. Denn in der Natur trennen Katzen Futter- und Wasseraufnahme voneinander. Hilfreich sei auch ein kleiner Springbrunnen im Zimmer, aus dem die Katze trinken kann.

Die Futtermenge sollten Katzenhalter abmessen, rät die Expertin. Dabei helfen Angaben auf der Verpackung. Auch wenn das nach wenig aussieht, sollte man seinen Tieren nicht mehr geben – viele Katzen kämpfen mit Übergewicht.

Dem „Barfen“, also der Fütterung mit rohem Fleisch, steht die Tierärztin skeptisch gegenüber. „Es besteht die Gefahr, einen Infektionserreger zu verabreichen“, sagt sie. Über diese Art der Fütterung müsse man sich sehr gut informieren, damit das Tier nicht einseitig ernährt wird. „Und man muss die Katze  häufiger entwurmen.“

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