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Starfotograf Gursky lotet neue Grenzen zur Malerei aus

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Andreas Gursky ist ein Grenzgänger. Seine Bilder bearbeitet der weltbekannte Fotokünstler oft monatelang am Computer, bis sie wie abstrakte Gemälde wirken. Mit einer Ausstellung aus neuen und bekannten Bildern tritt der Starfotograf in der Kunstsammlung NRW nun in Dialog mit großen Malern der Moderne.

"Ich bin sehr stark von der Malerei beeinflusst", sagte Gursky (61) am Donnerstag bei der Vorstellung der Schau "Andreas Gursky - nicht abstrakt" (2.7.-6.11.). Die Nähe seiner Fotos zur Malerei sei zwar offensichtlich. "Es ist aber keine Malerei, sondern es sind Fotografien", sagte Gursky.

Rund 20 Werke, darunter einige ganz neue Bilder von bunten Tulpenfeldern, einer Photovoltaik-Anlage in Südfrankreich und einem Warenverteilzentrum von Amazon in den USA präsentiert Gursky im leergeräumten Amerikanersaal in der nordrhein-westfälischen Landesgalerie. Statt etwa des berühmten abstrakten schwarz-weißen Bildes "Number 32" von Jackson Pollock, das normalerweise dort hängt, ist nun ein von Gursky 1997 abfotografiertes Pollock-Gemälde aus dem MoMA New York zu sehen.

Der malerische Charakter der digital bearbeiteten Fotografien wird dort besonders deutlich, wo Gursky sie mitten in der Sammlung etwa neben Arbeiten von Picasso, den Surrealisten, Lyonel Feininger oder Sol Lewitt platziert hat.

Auch wenn die aus dem Helikopter fotografierten, horizontal gestreiften Tulpen- und Hyazinthenfelder Assoziationen an die Abstraktionen von Mark Rothko wecken, so betonte Gursky: "Ich blättere nicht durch die Kunstgeschichte und denke: Wen könnte ich jetzt kopieren?" Die Bilder der Kunst seien in einem kollektiven Gedächtnis gespeichert.

Gursky offenbarte, dass auch er unter seinen Fotografien Lieblinge hat. So mag er besonders sein fast unheimlich wirkendes Solaranlagen-Bild "Les Mées", auf dem sich Hunderte Solarmodule in eine Berglandschaft einbetten. Das Foto des Büchermeers im Amazon-Warenlager, das von weitem fast den Charakter einer Müllhalde hat, ist für Gursky dagegen "kein schönes Bild, sondern ein erschreckendes".

Dennoch sieht sich Gursky nicht als Gesellschaftskritiker, sondern als Beobachter. Auch einige Kleinformate hat der Meister der Monumentalfotografie eingestreut. "In Museumsausstellungen finde ich es wohltuend, die Größe auch mal zu variieren", sagte er. "Mich erschlagen die Großformate sonst."

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