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Schlampige Lässigkeit

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  • Layering: Der Zwiebellook für kältere Tage besteht aus vielen Schichten. 
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    Layering: Der Zwiebellook für kältere Tage besteht aus vielen Schichten. Foto: 
  • Bewusster Stilbruch: Schicke Anzughosen zum Kapuzenpullover und Sneaker kombiniert. 2/4
    Bewusster Stilbruch: Schicke Anzughosen zum Kapuzenpullover und Sneaker kombiniert. Foto: 
  • Die Bundfaltenhose ist zurück: An der Hüfte und im Gesäßbereich ist sie weit geschnitten. 3/4
    Die Bundfaltenhose ist zurück: An der Hüfte und im Gesäßbereich ist sie weit geschnitten. Foto: 
  • Volumen steht im Mittelpunkt: Die Daunenjacke ist für Männer jetzt schwer angesagt.  4/4
    Volumen steht im Mittelpunkt: Die Daunenjacke ist für Männer jetzt schwer angesagt. Foto: 
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Es hat sich bereits angedeutet, und nun ist es soweit: Slim-Fit verabschiedet sich vorerst. Die ­De­signer sehen Männer statt in enganliegenden Hemden und Hosen nun lieber in weiten Schnitten, die dazu lässig kombiniert werden. Auf das Hemd zum Anzug kann man getrost verzichten. Farblich orientieren sich die Männer an der vergangenen Saison und gehen dabei nicht wirklich ein Risiko ein: Neben braun-beigen Tönen wird Blau bleiben. Die Trends für Herbst und Winter im Überblick:

Weite und Lässigkeit Die modebewussten Italiener haben es seit Längerem vorgemacht, nun schwappt der Trend auch nach Deutschland: Die Bundfaltenhose findet zurück in die Kleiderschränke der Männer. An der Hüfte und im Gesäßbereich ist sie weit geschnitten, wofür die Falten im Vorderteil der Hose sorgen. „Die zweifache Bundfalte ist also endlich wieder legal“, sagt René Lang, Präsident des Netzwerks deutscher Mode- und Textildesigner in Würzburg.

Er beobachtet einen generellen Trendwandel: „Bei allem gilt nun mehr Volumen.“ Die Formveränderung an der Hose geht aber noch weiter: Der Bund rutscht hoch zur Taille. Der voluminöse Trend bedeutet jedoch nicht das Comeback der Schlaghose im Stil der 60er und 70er. „Die Fußweite bleibt zunächst schmal“, sagt Lang.

Und auch obenherum wird es gemütlicher – und zwar ganz im Stil der 80er und 90er Jahre. „Man möchte weg von Slim- und Modern-Fit und hin zu geräumigen Anzug-Silhouetten“, erklärt Petra Schreiber, Präsidentin des Bundesverbandes Farbe-Stil-Image.Das kann durchaus ungewöhnlich wirken. So schickte beispielsweise das Label Hugo Boss seine Männer-Models auf der Schau zur aktuellen Saison sogar mit offen getragenem Zweireiher im Oversized-Look auf den Laufsteg. „Der neue Look ist geprägt von einer schlampigen Lässigkeit und lebt vom bewussten Brechen der Regeln“, sagt Schreiber. Für den Büroalltag sei dieser Trend daher eher nicht geeignet.

Sport-Chic Der Sneaker ist längst auch modisch betrachtet angesagt – schon seit einigen Saisons. Auch künftig wird der Turnschuh nicht wegzudenken sein, denn er komplettiert den sportlichen Style. „Wertiger Strick oder ein T-Shirt unter dem Sakko machen das Klassische moderner“, erklärt André Bangert vom Fachmagazin „Textilwirtschaft“. Auch zum Anzug können Männer daher ganz selbstbewusst Sneaker kombinieren.

Zur sportiven Streetwear gehört in den kälteren Monaten die Daunenjacke. „Schwere Stoffe will auch zum Herbst und Winter keiner mehr“, sagt Bangert. Im Fokus liegt Leichtigkeit. Bei den Männern kommt daher die Leichtdaunenjacke gut an. Damit man auch bei Minustemperaturen warm bleibt, ist kluges Layering, also der Zwiebellook, angesagt: Leichte Teile lassen sich schichten.

Utility Wear Funktionale Kleidung bietet Tragekomfort und hat sich daher fest etabliert. Die Männergarderobe besteht schon länger aus Jersey und federleichten Stoffen mit mehr oder weniger Stretch-Anteil. Doch das ist nicht genug: Das Material muss noch technischer werden. „Die Designer bedienen sich des Engineerings, und einfache Kleidung bekommt diverse Zusatzfunktionen“, berichtet Lang.

Im Trend liegen Stoffe mit smarten Funktionen. Sie können unter anderem Wasser abweisen, Schweiß absorbieren und sind witterungsaktiv. Auch nachhaltige Materialien bekommen immer mehr Aufmerksamkeit. „Es gibt eine Weiterentwicklung von Öko-Mischfaser, zum Beispiel aus Bambus“, sagt Lang.

Beim Kauf von Naturfaser sollte man auf Zertifikate achten, die auch eine nachhaltige Produktion bescheinigen. Lang empfiehlt darunter den Global Organic Textile Standard (GOTS). Das Siegel garantiere Nachhaltigkeit entlang der gesamten textilen Produktionskette, also den Verzicht auf umweltschädliche Farbstoffe und Hilfsmittel. Außerdem müssen die Produktionsstätten soziale Mindestkriterien erfüllen.

Guido Maria Kretschmer, 1965 in Münster geboren, bekam mit neun Jahren seine erste Nähmaschine. Seither beschäftigt er sich mit Mode. Auf die Frage nach den drei größten Modesünden antwortet er: „Die erste Modesünde ist, Mode nicht zu lieben. Die Nummer zwei: Mode zu wählen, die nicht zu einem passt. Man muss auch bei Mode sehen, dass Mann oder Frau nicht das falsche trägt oder zu mindestens nichts trägt, was gegen seinen eigenen Körper arbeitet. Und die dritte Sünde ist es, zu sehr auf andere zu hören und nicht auf sich selbst. Zu spüren, was einem selber gefällt. Wenn man diese Tipps beachtet, dürfte es kaum noch Modesünden geben.“ dpa

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