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Mysteriöses Delfinsterben

Seit Jahresbeginn verendeten allein an den Stränden der Toskana 25 Streifendelfine. Über die Ursachen wird gerätselt - und geforscht.

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Grosseto - Ein mysteriöses Delfinsterben an der italienischen Westküste hält Umweltbehörden und Tiermediziner in Atem. Seit Jahresbeginn wurden allein an den Stränden der Toskana 25 Streifendelfine angeschwemmt. Bereits jetzt seien in Italien so viele Delfine gestrandet wie normalerweise im Jahresdurchschnitt, beklagt die Umweltbehörde Arpat. In deren Auftrag forschen Wissenschaftler bislang ergebnislos nach den Ursachen des Delfinsterbens. Für Menschen bestehe jedoch keine Gefahr, betont Fabrizio Serena vom Arpat-Büro in Grosseto.

Jährlich stranden durchschnittlich insgesamt bis zu 340 Delfine an Italiens Küsten. Im ersten Quartal waren es bereits 115, darunter 90 Streifendelfine. Bei allen anderen Arten bewege sich die Zahl der Todesfälle im Bereich der Norm, betont der Veterinärmediziner Sandro Mazzariol von der Universität Padua, der im Auftrag der Umweltbehörde Proben der Tierkadaver untersucht.

"Die Delfine weisen geschwächte Abwehrkräfte auf, denn sie sind voller Parasiten", erzählt Mazzariol. Eine gemeinsame Todesursache konnte bislang jedoch ebenso wenig festgestellt werden wie der Grund für das geschwächte Immunsystem. "Wir forschen in alle Richtungen", versichert der Tiermediziner. Einige Delfine wiesen Viruserkrankungen auf, bei anderen wurden Bakterien festgestellt. Einer der Gründe für die schwachen Abwehrkräfte der geschützten Tiere könnte die Meeresverschmutzung sein, mutmaßt der Veterinär. "Schwermetalle und Biotoxine von blühenden Algen befinden sich aber nicht erst seit gestern im Wasser, deshalb erklären sie die erhöhte Zahl der Todesfälle nicht." Auszuschließen sei, dass eine Verunreinigung des Wassers etwa durch das vor der toskanischen Insel Giglio gestrandete Kreuzfahrtschiff Costa Concordia das Delfinsterben auslöse. "Dann wären auch andere Fischarten betroffen."

Die Umweltbehörde Arpat bemüht sich, vor dem Beginn der Badesaison Sorgen über Gefahren für Urlauber zu zerstreuen. Nicht nur rund um die Costa Concordia, sondern vor der gesamten Küste wird die Wasserqualität regelmäßig gemessen. Nach jedem Fund eines gestrandeten Delfins sperrt die Küstenwache den Strandabschnitt ab, bevor Experten der Umweltbehörde die Tierart feststellen und dessen Länge messen. Proben des Mageninhalts und ein Zahn des Tieres werden daraufhin in veterinärmedizinische Labors geschickt. "Wir führen genaue Kontrollen durch, denn man darf nichts dem Zufall überlassen", sagt der Delfin-Experte der Umweltbehörde, Fabrizio Serena.

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