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Interview: Veronica Ferres über ihre Rolle als Bundeskanzlerin

Veronica Ferres im Interview über ihre Filmrolle als Bundeskanzlerin, die Merkel-Raute, ihre Bekanntschaft mit Gerhard Schröder und das Leben in der Öffentlichkeit.

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Veronica Ferres spielt in „Die Staatsaffäre“ die Bundeskanzlerin Anna Bremer.  Foto: 

Frau Ferres, in der Komödie „Die Staatsaffäre“ spielen Sie die deutsche Bundeskanzlerin. Was hat Sie an der Rolle gereizt?
VERONICA FERRES: Es ist eine große Ehre, die mächtigste Frau der Welt spielen zu dürfen. Außerdem habe ich das Drehbuch gelesen und fand es zum Brüllen komisch. Da wusste ich, das will ich machen.

Wie oft haben Sie für den Film die berühmte Merkel-Raute geübt?
FERRES: Nie. Aber YouTube war während der Vorbereitung auf die Rolle mein bester Freund, weil ich mir viele Videos mit Reden von Angela Merkel angeschaut habe. Außerdem habe ich durch die jahrelange Freundschaft zu Guido Westerwelle viel politisches Hintergrundwissen bekommen. Ich habe viel beobachtet und recherchiert.

Was konnten Sie denn da alles studieren?
FERRES: Wenn Sie Menschen beobachten, die im Zentrum der Macht stehen, können Sie an der Gestik, der Mimik und der Körperlichkeit die Verinnerlichung der Macht sehen, das ist hochspannend. Diese tiefe Souveränität, gepaart mit großer Verantwortung. Ich hatte das Glück, vor drei oder vier Jahren gemeinsam mit anderen Künstlern bei Angela Merkel im Kanzleramt zum Abendessen eingeladen zu sein. Da habe ich sie etwas näher kennengelernt und als eine sehr warmherzige Frau erlebt.

Während der Dreharbeiten haben Sie die Kanzlerin bei einem Empfang erneut getroffen. Haben Sie mit ihr über das Filmprojekt gesprochen?
FERRES: Ja, natürlich. Das war in der ersten Drehwoche, in der ich einen großen Monolog hatte, eine Ansprache, die im Film dann nur ein paar Minuten dauert, aber es war unglaublich viel Text. Ich habe Frau Merkel angesprochen und ihr gesagt, dass ich ihr gerade auf eine besondere Weise sehr nahe bin und habe ihr erklärt, was wir machen, da war sie sehr amüsiert.

Durften Sie im Kanzleramt drehen?
FERRES: Innen nicht, aber ums Kanzleramt herum.

Haben Sie sich von Frau Merkels Kleidungsstil inspirieren lassen?
FERRES: Nein, ich habe das ganz der Kostümbildnerin überlassen. Die Hosenanzüge zieht man natürlich an, wenn man einen Job hat, in dem man sich unter Männern behaupten muss. Das ist wie eine Uniform, in der man sich sicher fühlt.

War es Ihnen wichtig, dass Sie in der Komödie eine fiktive Bundeskanzlerin spielen und nicht Angela Merkel selbst?
FERRES: Ja, das würde ich auch nicht tun. Genauso wie ich auch nie in einem Biopic Romy Schneider spielen wollte, Grace Kelly oder Marlene Dietrich. Ich spiele fiktional eine Bundeskanzlerin, und es ist hochspannend und sehr witzig, in dem Film den voyeuristischen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Die Film-Kanzlerin beginnt eine Liebesaffäre mit dem französischen Staatspräsidenten…
FERRES: In Frankreich hatte Präsident François Hollande ja eine Liebesaffäre mit einer französischen Schauspielerin. Die Franzosen trennen das Berufliche vom Privaten, und wenn einer seinen Job ordentlich erledigt, kann er privat tun, was er möchte. Wir Deutschen sind da anders. Stellen Sie sich mal vor, wenn Angela Merkel eine Affäre mit Jan Josef Liefers oder Til Schweiger hätte.

Erkennen Sie sich in der Figur in gewisser Hinsicht wieder? Sie stehen ja selber stark im Fokus der Öffentlichkeit.
FERRES: Es gibt einige Zitate im Film, etwa wenn die Kanzlerin in einem Streit mit ihrem Assistenten sagt: „Du hast ja gar keine Ahnung was es heißt, derart unter Druck zu stehen, jeden Tag alleine im Rampenlicht zu stehen, wo jede kleinste Regung, jede Äußerung zu einer riesigen Schlagzeile werden kann.“ Das kann ich, natürlich viel abgeschwächter, gut nachvollziehen.

Info „Die Staatsaffäre“ läuft morgen um 20.15 Uhr auf Sat 1.

Populäre Schauspielerin

Laufbahn Veronica Ferres kam 1965 in Solingen als Tochter eines Kohlen- und Kartoffelhändlers zur Welt. Zu Beginn ihrer Schauspielkarriere war sie in vielen Serien zu sehen, in Kinofilmen wie „Schtonk!“ wurde sie als sinnliche Blondine besetzt. Ihren Durchbruch hatte sie 1996 mit der Kinokomödie „Das Superweib“, seitdem ist sie der Star vieler großer TV-Produktionen. Zuletzt durfte sie im Horrorfilm „Pay the Ghost“ an der Seite von Hollywoodstar Nicolas Cage mitspielen, der Streifen erhielt jedoch schlechte Kritiken. Ferres ist mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer verheiratet und hat eine Tochter aus einer früheren Ehe. ski

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