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Ingrid Steeger wird 70.

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    Links Ingrid Steeger 1981, damals Mitte 30. Oben als Klimbim-Göre. Zu ihren Hunden hatte sie stets ein enges Verhältnis.  Foto: 
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Was für eine Wende das Leben doch nehmen kann. Ingrid Steeger, eine der Ersten, die sich barbusig im deutschen Fernsehen zeigten, hadert jetzt – zu ihrem 70. Geburtstag – mit dem Sex. „Ich habe mein Leben lang im Bett gelogen“, verriet sie kürzlich der „Bild“-Zeitung, „Mein Gott, was habe ich gelogen“. Offenbar nicht nur dort: Mit Mitte 50 sagte sie in einem Interview, sie habe ihren Spaß am Sex erst mit 38 entdeckt.  Wenigstens bleibt Ingrid Steeger dem Thema treu, mit dem sie damals wie heute Aufsehen erregt.

In jeder Folge der Klamauk-Reihe „Klimbim“, die von 1973 bis 1979 dienstagabends im Ersten ein Millionenpublikum lockte, öffnete die Blondine mindestens einmal ihre Bluse. „Running Gag“ der Show: Steeger, wie sie mit aufgerissenen Augen das Ende des Titellieds „Klimbim ist unser Leben“ haucht: „. . . und ist es mal nicht wahr, dann mach ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und find es wunderbar“.

Nachdem sie in den 60ern die Handelsschule besucht und eine Anstellung als Sekretärin gefunden hatte, wurde die üppige Blondine von einem Fotografen entdeckt, modelte und schauspielerte – meist in freizügigen Soft­sex-Filmen („Die liebestollen Baronessen“, „Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere“, „Der lüsterne Türke“, „Blutjunge Verführerinnen“ sowie „Schulmädchen-Report“, „Krankenschwestern-Report“ und „Hausfrauen-Report“). Dass sie auf solche Rollen und die „Klimbim“-Ulknudel reduziert wurde, fand Steeger in reiferen Jahren gar nicht mehr wunderbar.

Aufgewachsen sei sie in schwierigen familiären Verhältnissen, klagte die gebürtige Berlinerin später: „Ich wurde schlecht behandelt und geschlagen, habe früh sexuelle Gewalt erlebt“, ließ sie in einem „Zeit“-Interview wissen. „Geliebt wurde ich sicher nicht, meine Eltern hat es nicht interessiert, was ich denke oder fühle.“

Ein Dackel als Bezugsperson

Vor knapp zehn Jahren begann der Absturz. Von Depressionen, einem Selbstmordversuch und Zwangs-Einweisung in die Psy­chiatrie war die Rede, vom Absinken des einstigen Erotik-Stars in Hartz IV. Im Gegensatz zu Iris Berben, an deren Seite Ingrid Steeger 1978 in „Zwei himmlische Töchter“ ihre Rolle als dummes Blondchen zementierte, schaffte sie es nicht in seriöse Rollen.

„Ich hatte nie einen Plan im Leben“, erklärte Steeger 2010 der Zeitschrift „Bunte“. Aufgewacht sei sie erst, als ihre Lebensversicherung gepfändet und ihr der Strom abgestellt wurde. Damals war ihr Dackel Adelaide „meine wichtigste Bezugsperson“.

Mit Männern habe sie ihr ganzes Leben nur Pech gehabt. Mit Regisseur Michael Pfleghar war sie liiert, mit Dieter Wedel und einem Arzt aus Hamburg. Einen Kameramann hat sie geheiratet später einen Dokata-Indianer. Einem Großwildjäger folgte sie nach Kenia, einem Schauspieler nach Frankreich. Stets war sie das geschundene Mädchen, das auf sein Märchen wartete. „Meinen großen Lebenstraum, einen Mann zu finden, mit dem ich Kinder haben kann, konnte ich leider nie verwirklichen“, klagte sie einmal.

Heute lebt Ingrid Steeger in einem Schwabinger Einzimmer-Appartement. Allein mit einer  bitteren Erkenntnis: „Ich habe gelernt, dass ich nichts gelernt habe“, gestand sie der „Bunten“. Vermutlich hat sie auch deshalb 2013 ihrer Biografie einen Titel gegeben, der auf ewig an das Image erinnern wird, von dem sie immer weg wollte: „ . . . und find es wunderbar“.

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