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Edgar Allan Poe, der Meister der düsteren Erzählung

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  • Ein Stofftier erinnert im Keller des früheren Wohnhauses Edgar Allan Poes an seine Erzählung „Die schwarze Katze“. Poe lebte von 1837 bis 1844 in dem Haus in Philadelphia und verfasste dort einige seiner berühmtesten Geschichten. 1/2
    Ein Stofftier erinnert im Keller des früheren Wohnhauses Edgar Allan Poes an seine Erzählung „Die schwarze Katze“. Poe lebte von 1837 bis 1844 in dem Haus in Philadelphia und verfasste dort einige seiner berühmtesten Geschichten. Foto: 
  • Edgar Allan Poe in einer zeitgenössischen Darstellung. 2/2
    Edgar Allan Poe in einer zeitgenössischen Darstellung. Foto: 
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Dass man den so unheimlichen und doch so natürlichen Geschehnissen, die ich jetzt berichten will, Glauben schenkt, erwarte ich nicht, verlange es auch nicht.“ Beiläufig führt Edgar Allan Poe in „Die schwarze Katze“, eine seiner schauerlichsten Geschichten, ein. Wer Poes Wohnhaus in Philadelphia besucht, kann sehen, wo einer der Urväter literarischer Finsternis seine Gedanken aufgeschrieben hat – und wo seine Katze Catterina lebte, die als Vorbild der Erzählung gedient haben dürfte.

Der dreistöckige Backsteinbau wirkt unscheinbar: weißer Gartenzaun, hölzerne Fensterläden, hinten eine kleine Veranda. Zu Lebzeiten Poes (1809-1849) war die Gegend noch ein ländlicher Vorort Philadelphias, seine Frau Virginia pflanzte Blumen und unterhielt Freunde mit Gesang und Musik. Ihre Mutter lebte mit dem Paar, half im Haushalt und pflegte die an Tuberkulose erkrankte Virginia.

Dank der Südfassade strahlte lange Sonnenlicht in die Räume. Für einen Schriftsteller ein wichtiger Aspekt in einer Zeit, in der Häuser statt mit Elektrizität mit Gaslampen beleuchtet wurden.

Der in Boston geborene Poe war erst 18 Jahre alt, als sein erster Gedichtband „Tamerlane and Other Poems“ erschien. Er liebte die Poesie, doch seine Kurzgeschichten verkauften sich in den Literaturzeitschriften besser. Seine Erzählungen handelten bald von brutalen, heimtückischen Morden – aber auch vom Tod junger hübscher Frauen.

„Der Tod einer schönen Frau ist fraglos das poetischste Thema der Welt“, schrieb Poe 1846. Arthur Conan Doyle, der die Figur Sherlock Holmes erfand, bezeichnete Poe als den Erfinder des Mystery- und Krimi-Genres.

Umstände in Poes eigenem Leben dürften als Erzählstoff eine Rolle gespielt haben: Poes Mutter starb an Tuberkulose, als er zwei Jahre alt war, und der Vater – ein erfolgloser Schauspieler – war da bereits verschwunden. Auch Poes Ziehmutter Frances Allen und seine Cousine und spätere Ehefrau Virginia wurden vom „Weißen Tod“ dahingerafft. Die Mutter seines besten Freundes, die Poes erste große Liebe gewesen sein soll und die das Talent des Jungen entdeckt hatte, starb Monate, nachdem sie wegen Geisteskrankheit in eine psychiatrische Anstalt gekommen war.

 Poe zog nach Baltimore, Fordham (heute der New Yorker Stadtteil Bronx) und Philadelphia. Dort lebte er sechs Jahre, dort traf er Autoren wie Charles Dickens und korrespondierte mit Schriftstellern und Lyrikern wie Henry Wadsworth Longfellow und James Russell Lowell.

Poe hatte ein Gespür für das Leserinteresse. Die Auflage des „Burton’s Gentleman’s Magazine“ steigerte er binnen Monaten von 500 auf 3500, nachdem er dort einen Posten als Redakteur für zehn Dollar pro Woche angenommen hatte. Dort erschien die Kurzgeschichte „Der Untergang des Hauses Usher“, in der die gestorbene Madeline aus dem Grab aufersteht, bevor ihr früheres Wohnhaus unter Flammen einstürzt. Auch einen Großteil seines Gedichts „The Raven“ (Der Rabe) schrieb er in Philadelphia.

Mehr als ein Dutzend Bewohner lebten in der 532 North 7th Street, nachdem Poe das Haus in den 1840er Jahren verlassen hatte und ehe es in den 1930er Jahren als historische Stätte gesichert wurde. Mangels Mobiliar fällt es nicht leicht, sich in diesen Räumen in den Alltag des klammen Autors zurückzuversetzen.

Aber im Keller erinnert ein hohles Gemäuer, das den Schornstein stabilisierte, an das düstere Ende aus der Erzählung „Die schwarze Katze“. „Der schon stark in Verwesung übergegangene und mit geronnenem Blut bedeckte Leichnam stand aufrecht vor den Augen der Männer“, schreibt Poe in der letzten Szene. „Auf seinem Kopf saß, mit weit aufgesperrtem rotem Rachen und dem einen glühenden Auge, die fürchterliche Katze, deren teuflische Gewalt mich zum Mörder gemacht hatte und deren Stimme mich nun den Henkern überlieferte. Ich hatte das Scheusal in das Grab mit eingemauert.“

Autor Edgar Allan Poe prägte Kriminalliteratur, Science Fiction und Horror. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Kurzgeschichten „Der Untergang des Hauses Usher“, „Das verräterische Herz“, „Die Maske des Roten Todes“, die erste Detektivgeschichte „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ und das Gedicht „Der Rabe“.

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