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Du hast die Haare bunt

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  • L'Oréal Professionnel färbt für seinen Look namens #UNICORNHAIR die Längen und Spitzen in fröhlichen Farben ein.  1/3
    L'Oréal Professionnel färbt für seinen Look namens #UNICORNHAIR die Längen und Spitzen in fröhlichen Farben ein. Foto: 
  • Die Längen und Spitzen tragen oft verschiedene Farben, dazu schaffen noch einzelne Strähnen ein leicht verwaschenes Bild. 2/3
    Die Längen und Spitzen tragen oft verschiedene Farben, dazu schaffen noch einzelne Strähnen ein leicht verwaschenes Bild. Foto: 
  • Die aktuellen Färbetrends nutzen die ganze Regenbogenpalette. 3/3
    Die aktuellen Färbetrends nutzen die ganze Regenbogenpalette. Foto: 
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Zuckerwatte auf dem Kopf? Sanfte Pastelltöne zieren aktuell die Haare von Szenegängern. Stars wie Lena Dunham, Rita Ora oder Kylie Jenner machen’s vor: Blond, Braun, Schwarz und Rot waren gestern. Heute werden trendbewusste Köpfe bunt: Neben sanftem Rosa, Flieder und blassem Blau finden sich auch Kombinationen, die jedem ernstzunehmendem Punk der 80er Jahre Respekt abverlangen würden. Stylisten und Friseurexperten sprechen mittlerweile nicht mehr von einem Nischen-Trend, sondern von einem ganz klaren Modehit. Und dieser wird sich nach Ansicht von Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks noch ein bis zwei Jahre halten. Sogar bunte Haaransätze und bunt gefärbte Augenbrauen sind derzeit gefragt.

Woher kommt der Farbtrend? Der Trend zum bunten Kopf wabert schon eine ganze Weile durch die Großstädte. Er war anfangs vor allem an Youtubern, Bloggern und Supermodels zu sehen. Insbesondere junge Mädchen und Mode-Fans folgten. Dadaurch sind auch einige große Kosmetikfirmen auf den Trend aufgesprungen: L‘Oréal Professional brachte unter dem Namen #COLORFULHAIR sieben Farben für seine Salons heraus, darunter kräftiges Blau, süßes Pink und strahlendes Türkis. In der neuesten Frisuren-Kollektion für Frauen namens „Soul“ der Haarpflegemarke Kemon findet sich ein trendiges Puderrosa. Und das Unternehmen Paul Mitchell setzt in seiner Kollektion „Rock, Paper, Scissors“ auf einen wilden Farbmix.

Wie sehen die Farbmischungen aus? Es gibt verschiedene Methoden und ebenso viele Namen. Beispiele: Aus dem so genannten „Granny Hair“, also dem an die Oma erinnernden grau gefärbten Haar von jungen Menschen ist nun „Opal Hair“ geworden. Im künstlichen Grau werden zusätzlich Strähnen oder Tupfen in bunt gefärbt. Oft verwenden Friseure auch eine Methode, die sich „Geode Hair“ nennt, inspiriert von den Hohlräumen im Mineralgestein, der Geode. Die Frisur imitiert dabei den Farbverlauf der Mineralien. „Dafür werden verschiedene Töne auf eine Strähne gegeben, die dann mit einem Schwamm an den Übergängen vermischt werden“, erklärt Jens Dagné von der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland. An den Spitzen sollte die Farbe heller sein und nach innen hin dunkler werden. Oft werden auch nur die Spitzen in Farbe getaucht.

Die Alternative ist, mit verschiedenen Strähnen zu arbeiten, die ebenfalls ineinander übergehen. Eine neue Methode: Einige Strähnen in einem kalten, andere in einem warmen Farbton tünchen. Der Clou: Je nachdem, wo man dann den Scheitel setzt und wie man die Hauptpartie zur Seite kämmt, verändert sich die Haarfarbe leicht. So hat man zum Beispiel dem Anschein nach eher goldene oder rosa Haare.

Wie färbt man die bunte Farbe? Grundsätzlich läuft alles ähnlich ab wie beim konventionellen Haarefärben. Grellbunte Farben brauchen aber einen besonderen Untergrund. Das Haar muss künstlich aufgehellt sein,  nur dann ist seine Schuppenschicht leicht geöffnet und die Pigmente halten. Ausgangspunkt ist also immer blond, darauf kommen dann meist Tönungen.

Wird das Haar dadurch strapaziert? Da gehen die Meinungen auseinander: „Ja, Blondieren quält das Haar“, sagt Dagné. Er rät, auf jeden Fall einen Profi aufzusuchen. „Langes Haar muss man danach extrem gut pflegen.“ Wer das nicht will, dem rät Dagné daher ab einer Haarlänge von über dem Ohr davon ab. „Bei extremen Kurzhaarfrisuren ist das kein Problem, hier wächst sich das ja schnell raus.“ Weniger drastisch sieht das Antonio Weinitschke: „Das ist kein Problem. Das Blondieren ist heute nicht mehr unbedingt strapazierend.“ So verwende man heute weniger Wasserstoffperoxid, dafür wirke die Masse länger auf das Haar ein.

Und wenn ich meine Ausgangsfarbe zurück will? Für Blonde ist das kein Problem:  Meist werden ja Tönungen verwendet, sagt Weinitschke. „Sie waschen sich wieder aus, man kann also auch schnell auf eine andere Farbe wechseln.“ Wurden die Haare aber vorher blondiert und überfärbt, muss der Friseur ran. Denn bei der Blondierung werden die Farbpigmente zerstört, erläutert Dagné. „Wenn man nun einfach Braun drüber gibt, ohne die Haare auf diese Rückpigmentierung richtig vorzubereiten, wird ein grüner Stich zurückbleiben.“ Zumal bei wirklich kunterbunten Haaren meist jede einzelne Strähne eine andere Behandlung braucht. Die Alternative: Man entscheidet sich für eine vom eigenen Farbton nicht weit entfernte und recht dunkle Folgefarbe. „Dann ist das Färben ein weniger großes Problem“, sagt der Friseurmeister.

Gibt es eine Lösung, wenn ich den Trend nur kurz mitmachen möchte? Wer blond ist, kann zu Haarkreide oder Haarmascara greifen. Sie übersteht ein bis zwei Haarwäschen, erläutert Dagné.

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