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Land am Rand: Schlachten um Schluchten

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Ein kurioser Wettbewerb um schwindelfreie Besucher scheint in Mode gekommen zu sein. Kürzlich durften die ersten Wagemutigen im Hunsrück-Nest Mörsdorf 380 Meter weit über eine neue Hängeseilbrücke marschieren. Nirgendwo sonst in der Republik soll es derzeit einen schwankenden Spaziergang geben, der noch länger über einen Abgrund führt.

Diesen Rekord möchte möglichst bald Bad Wildbad für sich beanspruchen. Dort haben sich Bürgermeister und Gemeinderat für eine 391 Meter lange Konstruktion am Sommerberg begeistern lassen. Eine Ausdehnung auf einen halben Kilometer soll möglich sein. Der Hausberg des Kurortes – seit Mai 1908 mittels Standseilbahn erschlossen – ist bereits mit einem 1250 Meter langen Baumwipfelpfad ausgestattet.  Neuestes Lockmittel ist ein barrierefreier Märchenweg.

Wenn das private Vorhaben verwirklicht wird, droht Bad Wildbad Konkurrenz nicht nur in Thüringen und Nordhessen. Auch im eigenen Bundesland gibt es einen ehrgeizigen Plan für eine hängende Attraktion der Spitzenklasse. In Rottweil wurde dafür mit einem Bürgerentscheid schon eine wichtige Hürde genommen. Allerdings bliebe dieses Projekt quasi in der Familie. Im Schwarzwald will jener Stahl-Unternehmer den Brückenschlag wagen, der auch Rottweil mit einem wackelnden Weg zum Thyssen-Turm bereichern möchte.

Risikofreudige Geldausgeber finden sicherlich genügend Standorte für angeseilte Hängebrücken. Die Schlachten um die besten Schluchten haben ja erst begonnen.

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