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Entscheidende Phase

Die umstrittene zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe biegt auf die Zielgerade ein: Morgen beginnt das Erörterungsverfahren. Verkehrsminister Ramsauer warb vor Ort für das Projekt - doch es hat viele Gegner.

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Rund 80 000 Fahrzeuge überqueren jeden Tag die Rheinbrücke. Eine zweite soll etwa 1,4 Kilometer nördlich davon gebaut werden. Foto: dpa

In Karlsruhe beginnt am morgigen Dienstag auf badischer Seite das Erörterungsverfahren zur umstrittenen zweiten Rheinbrücke. Dieses ist die vorerst letzte Etappe im Genehmigungsverfahren für den Brückenneubau zwischen Karlsruhe und dem pfälzischen Wörth. Danach könnte das Regierungspräsidium Karlsruhe entweder einen für den Bau notwendigen Beschluss fassen oder es ergeben sich Planungsänderungen. Diese würden zu weiteren Verzögerungen führen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich vor wenigen Tagen vor Ort für den Bau stark gemacht. "Ich bin da, um Mobilität zu ermöglichen, und nicht, um sie zu verhindern", sagte der Minister.

Die Belange der Pendler, die auf der völlig überlasteten Brücke täglich im Stau stünden, dürften nicht hinter denen von Umwelt- und Artenschutz zurückstehen. Bei der regionalen Wirtschaft rennt Ramsauer damit offene Türen ein - doch Umweltschützer und viele Karlsruher Kommunalpolitiker lehnen die Brücke ab. Ramsauers Auftritt sei als Teil des Bundestagswahlkampfs der CSU zu verstehen, sagte der Landeschef des Naturschutzbunds Nabu in Baden-Württemberg, Andre Baumann. Ramsauer verspreche eine "Politik der Spatenstiche", die weder gewollt noch finanzierbar sei. "Nach dem Planfeststellungsverfahren ist vor dem Klageverfahren", warnte Baumann.

Der Karlsruher Rathauschef Frank Mentrup (SPD) ist für eine neue Brücke, lehnt - wie der Gemeinderat - aber bisherige Planungen ab. Bislang existiert nur die vor fünf Jahrzehnten gebaute Brücke über den Rhein zwischen Karlsruhe und Wörth. Sie ist die einzige Ost-West-Verbindung für den Wirtschaftsraum Südpfalz, Mittlerer Oberrhein und Nordelsass.

Werktags überqueren pro Tag etwa 80 000 Fahrzeuge die Brücke, konzipiert war sie für 33 000 Fahrzeuge. Bis 2025 sollen es knapp 100 000 Fahrzeuge sein. Die neue Brücke etwa 1,4 Kilometer nördlich der bestehenden Brücke entstehen und rund 107 Millionen Euro kosten. Finanziert wird das Projekt vom Bund.

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