Partner der

Darf der das? Datenschutzregeln am Arbeitsplatz

|
Landesbeauftragter Brink: Der Datenschutz am Arbeitsplatz ist „unterreguliert“.  Foto: 

Dürfen Arbeitgeber Angestellte per Videokamera am Arbeitsplatz überwachen? Dürfen Firmen Dienstwagen mit Peilsendern ausstatten, sich in E-Mail-­Postfächern ihrer Mitarbeiter umschauen oder das Internet nach peinlichen Partyfotos von Bewerbern durchsuchen?

Solche Fragen – die übrigens alle nicht eindeutig mit ja oder nein zu beantworten sind – halten Stefan Brink und seine Mitarbeiter auf Trab. Rund 400 Erkundigungen oder Beschwerden zum Arbeitnehmer-Datenschutz erreichen den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit im Jahr. Etwa jeder fünfte Fall, mit dem sich seine Behörde beschäftige, spiele am Arbeitsplatz, berichtet Brink. „Datenschutz am Arbeitsplatz betrifft fast jeden“, sagt er. Und die Mischung aus Nähe, Abhängigkeit und Macht, die mit einem Angestelltenverhältnis einhergeht, verleite Arbeitnehmer oft, nicht auf ihrem Recht zu beharren.

Die Datenschützer prüften jeden Einzelfall, was oft sehr mühselig sei, denn ein eigenes Gesetz zum Beschäftigten-Datenschutz gibt es nicht. „Dieser Bereich ist zwar hoch relevant“, findet Brink, „aber ganz offensichtlich unterreguliert. Es gibt oft keine klare gesetzliche Regelung.“ Ein Bundesgesetz fehlt, ein entsprechendes Vorhaben der bisher letzten CDU-FDP-Bundesregierung wurde nie verabschiedet.

Lehrling zu Drogentest gedrängt

Brink hat nun einen Ratgeber herausgegeben und auf der Website des Landesbeauftragten für den Datenschutz veröffentlicht. Auf 40 Seiten führt das Papier in Grundsätze sowie Problemfelder ein und schildert 14 reale Beispiele. Da wird etwa der Fall eines Chefs erzählt, der seinen Lehrling des Kiffens verdächtigte und ihn vor Kollegen rechtswidrig zu einem Drogentest drängte. Oder der Fall eines Vorgesetzten, der sich unzulässiger Weise beim vorherigen Arbeitgeber nach einem Bewerber erkundigt. Und was ist eigentlich mit Mitarbeiterfotos auf der Firmen-Homepage?

Die Broschüre klärt über zugrunde liegende Regeln und Argumentationsmuster auf, am Ende jedes Falles stehen Praxistipps für Arbeitgeber und Beschäftigte.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Eine Anleitung zum Erforschen der Zukunft

Über eineinhalb Stunden gelang es Ulrich Eberl bei der Auftaktveranstaltung im Kronenzentrum seine Zuhörer zu faszinieren. weiter lesen