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Bahn: 60 Prozent der Tunnel bei Stuttgart 21 vorgetrieben

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Die Baustelle des Bauprojekts für den neuen Hauptbahnhof Stuttgart 21. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv  Foto: 

Von den 59 Kilometern Tunnel des Bahnvorhabens Stuttgart 21 sind 60 Prozent bereits vorgetrieben. Dabei seien 90 Prozent der risikoreichen Anhydrit-Linsen im Gestein bereits ohne Probleme durchfahren worden, sagte ein Sprecher der Bauherrin Bahn in Stuttgart. Der Anhydrit ist ein Gestein, das in Kontakt mit Wasser sein Volumen um 61 Prozent erweitert. Die Herausforderung für die Tunnelbauer ist, die wasserführenden und die trockenen Anhydrit-Schichten von einander zu trennen. Dazu wird ein klebstoffähnliches Acrylat-Gel genutzt.

Derzeit sind 6000 Mitarbeiter auf dem Gesamtprojekt Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen-Ulm tätig. Die Neubaustrecke ist im Unterschied zu der Neuordnung des Bahnknotens im Plan. Sie soll Ende 2021 in Betrieb genommen werden - so wie ursprünglich Stuttgart 21. Bei dem bis zu 6,5 Milliarden Euro teuren Vorhaben drohen aber zwei Jahre Zeitverzug. Da eine verzögerte Inbetriebnahme der Strecke neue Probleme - etwa Absicherung der wertvollen Kupfer-Oberleitungen und Schutz der Tunnel vor Tieren - mit sich bringen würde, denkt die Bahn über eine Nutzung der Neubaustrecke über Wendlingen ins Neckartal nach. Von dort würden die Züge auf die bisherige Strecke nach Stuttgart geführt.

Bahnprojekt Stuttgart-Ulm


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Kommentare

19.11.2017 18:06 Uhr

Vorgetrieben heißt noch lange nicht "fertiggestellt"

Was die Bahn hier als Erfolgsmeldung verkaufen möchte, ist in Wahrheit eine Fake News für die Projektgegner. Das Procedere um den Tunnelvortrieb dauert einfach viel zu lange. Nicht umsonst befindet sich das Projekt wie auch der Flughafen BER in einer endlos langen Warteschleife.

Der Arbeitstitel Stuttgart 21 besagt schon, dass das Vorhaben, je nach Gusto und finanzieller Lage, möglichst noch in diesem Jahrhundert fertiggestellt werden soll. Auch hier zeigt sich wieder, dass eine Inbetriebnahme 2021 unmöglich ist - und die Bürger vor der Volksabstimmung skrupellos belogen wurden. Damals war noch von einer Inbetriebnahme 2019 die Rede.

Erwähnenswert noch, das zweifellos nicht besonders schmackhafte Anhydrit-Linsengericht kam überall erst nach Inbetriebnahme der Verkehrsprojekte auf den Tisch. Egal, ob z.B. auf der A 81 bei Oberndorf oder im Engelbergtunnel.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-60-prozent-der-s21-tunnel-vorgetrieben.25d8dc25-5d2c-42cd-9d5c-4414b33c16bf.html

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16.11.2017 22:00 Uhr

Die Angst vor wilden Tieren

Geradezu lächerlich: "Da eine verzögerte Inbetriebnahme der Strecke neue Probleme - etwa Absicherung der wertvollen Kupfer-Oberleitungen und Schutz der Tunnel vor Tieren - mit sich bringen würde, denkt die Bahn über eine Nutzung der Neubaustrecke über Wendlingen ins Neckartal nach. Von dort würden die Züge auf die bisherige Strecke nach Stuttgart geführt."

Offenbar hat man bei der Bahn Angst vor dem "bösen" Wolf, seit er in unseren Gefilden nun doch Einzug hält. Als willkommene Behausung böten doch Tunnelbauten Meister Isegrim genügend Platz, sich reichlich zu vermehren und rudelweise in die Schafkoppeln und Wacholderheiden der Alb vorzudringen.

Vom Brachliegen milliardenteurer Betriebsmittel und konsekutiven Einnahmeverlusten laut ohnehin geschönter Nutzen-Kosten-Rechnungen ist aber natürlich nicht die Rede. Ganz nach Gusto politisch beeinflusster Großkotzprojekte und deren Auslegung nach neoliberaler Betriebswirtschafts“leere“.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.bahnprojekt-stuttgart-21-land-will-fruehzeitig-zuege-auf-ice-strecke.5af124f5-6aca-4bb5-bd40-d3f6b40f962d.html

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15.11.2017 17:39 Uhr

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“

Dieses geflügelte Wort aus der Antike, scheint voll auf Sie zuzutreffen, lieber Herr Otten. Immer wieder bewahrheitet sich, entweder man ist informiert oder für Stuttgart 21. Die 60 km langen Tunnelröhren sind mitnichten zum großen Teil auch für die Neubaustrecke, sondern ausschließlich als unterirdische Zulaufstrecken auf Stuttgarter Stadtgebiet für den zu verbuddelnden Hauptbahnhof vonnöten. Und nur davon ist im Artikel die Rede. Aber so ist's halt wenn, wenn man nicht in der Lage ist, sein eigenes Hirn einzuschalten und den Bau der Neubaustrecke von Stuttgart 21 unterscheiden kann, Sie Halbdaggl!

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15.11.2017 01:11 Uhr

Im düsteren Tunnel oder andersrum "vor der Hacke wird es immer dunkler"

Mit dieser Auflistung von scheinbar erfolgreich gebohrten Tunnelkilometern soll wohl seitens der Projektbetreiber gut Wetter gemacht und nur verschleiert werden, dass das eigentliche Kernstück der durch Grundstücksgier motivierten S21-Schnapsidee - die unsinnige Bahnhofstieferlegung - nur quälend langsam vorankommt und inzwischen ein Zeitverzug von mindestens zwei Jahren aufgelaufen ist.

Doch wie sieht's mit dem derzeitigen Status bei den Kosten und der Finanzierung aus? Gedeckt sind durch den Finanzierungsvertrag bis heute lediglich 4,5 Mrd. Euro, nachdem die Bahn im Jahre 2013 den Finanzierungsrahmen eigenwillig auf 6,5 Milliarden erhöht hat. Also gibt es eine Finanzierungslücke von 2 Mrd. Euro, die die DB gegen Land, Stadt und Region einklagen will.

Unabhängige Gutachter und der Bundesrechnungshof sprechen aber schon seit Langem von bis zehn Milliarden Gesamtkosten. Was ist damit? Wird jetzt noch ca. zwei Jahre weitergebaut bis die 4,5 Mrd. verbraucht sind und dann herrscht Heulen und Zähneklappern? Oder knicken Land und Stadt vor dem S21-Desaster ein? Spannend und armselig zugleich, was unsere Politprofis hier für einen massiven Kollateralschaden angerichtet haben. Dieser Berufsstand ist wirklich einzigartig im Sinne der Selbstverwirklichung auf Steuerzahlers Kosten.

Ach, fast vergessen, wie ist es eigentlich um die Leistungsfähigkeit des neuen Lochbahnhofs bestellt? Schließlich hat der nur noch 8 Gleise und nicht mehr 16 wie der Kopfbahnhof. Das erlaubt nach gängigen Erfahrungswerten gerade mal 32 Züge in der Spitzenstunde und damit weit weniger als der Kopfbahnhof mit 38 Zügen heute schon leistet, ohne dass er am Limit ist.

Also wie war das jetzt? Wir bauen für 10 Mrd. Euro einen schlechteren Bahnhof als wir ihn schon haben? Das riecht nach vorsätzlicher und krimineller Veruntreuung von Steuergeldern in Milliardenhöhe? Und so etwas ist erlaubt im angeblichen Rechtsstaat Deutschland? Aber Hauptsache mal wieder eine Erfolgsmeldung aus den Katakomben der Landeshauptstadt in den Medien lanciert - also alles bestens, liebe Tunnelparteien CDU, SPD und FDP!

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/stuttgart-im-dunklen-tunnel-1.3748806

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14.11.2017 21:04 Uhr

Kann es kaum erwarten

Die ca. 60 km sind nicht für den Bahnhof, sondern zum großen Teil auch für die Neubaustrecke.

Und die braucht man dringend... ja ich glaube, die meisten wussten das.

Und in 5 Jahren ist jeder dankbar; dass man das alles gebaut hat.

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14.11.2017 17:13 Uhr

Wer wusste das eigentlich?

Jetzt mal ganz ehrlich! Wie gut waren Sie informiert ? Wer hier wusste bei der Volksbefragung das für diesen "Bahnhof" auch noch 60 km Tunnel gegraben werden müssen, über lange Strecken im Anhydrit. Mal ganz abgesehen vom Festpreis von 4,1 Milliarden unhder der Fertigstellung bis Ende 2018!

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