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Mit weiteren Evakuierungen ist zu rechnen

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2,1 Milliarden Euro will sich die Daimler AG die Modernisierung des Sindelfinger Mercedes-Benz Werks bis 2020 kosten lassen. Zur Zeit befindet sich eine der größten Baustellen des Werksgeländes in der Nähe von Tor 3 am Calwer Knoten. Bis Sommer 2019 soll an dieser Stelle die neue Halle für den Karosseriebau der künftigen S-Klasse errichtet sein und dort ist auch die Produktion von Elektrofahrzeugen vorgesehen.

Gedacht war bei Baubeginn an einen planmäßigen Ablauf ohne Auswirkung auf die Bevölkerung des angrenzenden Wohngebietes. Doch dann entdeckten Bauarbeiter im vergangenen Monat zwei 250 Kilogramm schwere Fliegerbomben im Erdreich; eine auf dem Areal des ehemaligen Verwaltungsgebäudes, die andere am Standort des früheren Rechenzentrums. In der Folge wurden ganze Straßenzüge evakuiert, bis die Bomben entschärft waren.

Im Moment weiß niemand, wie viele Fliegerbomben noch im Boden stecken. Um die Belastung aller Beteiligten so gering wie möglich zu halten, hatten die Daimler AG, die Stadt Sindelfingen und Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Ein Teil des Plans sah vor, dass im Bereich des ehemaligen Verwaltungsgebäudes – bekannt auch als „Krawattenbau“ – eine flächendeckende Kampfmittelsondierung vorgenommen wird. Eventuelle Verdachtsstellen sollten markiert und später genauer untersucht werden.

 Die Verantwortlichen gingen davon aus, dass es sich bei dem Erdaushub vor allem um Auffüllmaterial aus der Nachkriegszeit handelt, das Risiko weiterer Bombenfunde also gering ist. „Bei ersten Sondierungsversuchen stellten wir dann jede Menge an Anomalien in Erdreich fest“, so Peter Kubiena, Leiter der Projektentwicklung im Werk Sindelfingen. Was das konkret bedeutet, kann durch Flächensondierungen nicht ermittelt werden. Deshalb wird jetzt parallel zu den Erdarbeiten sondiert.

Dieses Verfahren, bei dem spezielle Baggerschaufeln das Erdreich Schicht für Schicht abtragen, kommt auch auf dem Gelände des ehemaligen Rechenzentrums zum Einsatz.

Die baubegleitenden Kampfmittelsondierungen finden in der Zeit zwischen dem 21. und dem 31. März statt. In dieser Zeit muss mit weiteren Evakuierungen gerechnet werden. Je nachdem, wo sich die Fundstelle der Bombe befindet, müssten Wohngebiete im Radius von 300 oder 500 Meter geräumt werden. Betroffen wären davon zwischen 1360 und 3700 Personen.

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