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Kunstmuseum: Ein Wahrzeichen der Stadt

Der Glaskubus des Kunstmuseums Stuttgart zählt inzwischen zu den Wahrzeichen der Landeshauptstadt - dabei wird der moderne Bau heuer erst zehn Jahre alt. Das Jubiläum soll gebührend gefeiert werden.

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Auf rund 1000 Quadratmetern sind die Werke im Kunstmuseum am Schlossplatz verteilt.  Foto: 

Durch die großen Glasflächen fällt das Sonnenlicht ins Gebäude und zeichnet geometrische Muster auf den Boden. Die ungewöhnliche Architektur des Kubus' am Schlossplatz ist ein Hingucker - und die perfekte Kulisse für Stuttgarts Kunstschätze. Seit nunmehr zehn Jahren wird die städtische Sammlung in dem transparenten Würfel in Szene gesetzt.

"Das Kunstmuseum mit seiner Lage, seinem Bau und seiner Sammlung hat für ganz Stuttgart eine zentrale Bedeutung. Das Renommee reicht weit über die Stadt hinaus", lobt Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) das Museum. Vor allem die Werke von Otto Dix strahlen aus. Das Dix-Haus in Gaienhofen am Bodensee, das seit Mitte 2013 vom Kunstmuseum geführt wird, ist da die ideale Ergänzung. Doch auch der nach Museumsangaben "weltweit größte Bestand" an Werken von Willi Baumeister sowie Sammlungsstücke und Ausstellungen anderer namhafter Künstler wie Johannes Itten, HAP Grieshaber, Reinhold Nägele, Dieter Roth und Oskar Schlemmer ziehen Kunstliebhaber aus dem ganzen Land an.

Rund 15.000 Werke zählt die städtische Kunstsammlung heute - von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Einen großen Teil machen Grafikkonvolute aus den 1920er- und 30er- sowie aus den 50er- bis 70er-Jahren aus. Besonderes Augenmerk liegt auf Künstlern mit einer Verbindung nach Stuttgart oder in die Region.

Der rund 67 Millionen Euro teure Glaskubus bietet auf drei Etagen mit unterschiedlichem Charakter rund 1000 Quadratmeter für Kunst und einen malerischen Panoramablick über den Schlossplatz. Der Großteil des Museums liegt jedoch unter der Erde. Rund 4000 Quadratmeter Fläche wurden in ehemalige Verkehrstunnelröhren eingepasst. Sie verleihen dem Haus einen eigenen Charakter. Gefördert wird das Museum von der Stadt mit rund 4,6 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommen 250.000 Euro pro Jahr für den Ankauf von Kunst. Zudem unterstützt der Freundeskreis Anschaffungen. Die Besucherzahlen schwanken mit dem Erfolg der Ausstellungen. "Große Namen ziehen immer", sagt Museumssprecherin Isabel Kucher. Im Jahr der großen Dix-Sonderschau, 2013, kamen 141.200 Besucher in den Würfel. 2014 waren es dagegen nur 115.700 Menschen, auch infolge notwendiger Bauarbeiten. "Unter dem Strich sind die Zahlen hoch stabil", sagt Susanne Eisenmann.

Die Anfänge der städtischen Kunstsammlung reichen mehr als 100 Jahre zurück. Erste Ankäufe tätigte Stuttgart bereits 1913. Einen entscheidenden Impuls setzte Graf Silvio della Valle di Casanova: 1924 schenkte er der Stadt 77 Gemälde schwäbischer Impressionisten und initiierte damit die erste Ausstellung in der Villa Berg. 1961 bekam die Galerie der Stadt eine neue Bleibe im Kunstgebäude am Schlossplatz, bevor sie am 4. März 2005 in den Kubus umzog.

Die Direktorin Ulrike Groos ist seit rund fünf Jahren am Ruder. Zu ihren Highlights zählen unter anderem die Ausstellung von Werken des jung gestorbenen Künstlers Michel Majerus (2011/12), mit Skater-Rampe am Schlossplatz, und die bisweilen skurril anmutende "Eat Art" (2010/11), die Kunst aus Lebensmitteln zeigte.

Im Moment blicken Groos und ihr Team vor allem aufs Jubiläumsjahr. Los geht es am Wochenende vom 7. und 8. März mit dem Bürgerfest (Infobox). Als Glanzlicht ist die Sonderausstellung "I Got Rhythm - Kunst und Jazz seit 1920" geplant, die am 10. Oktober eröffnet werden soll. Sie stellt Reflexionen der Musik in der Kunst vor, unter anderem mit Werken von Otto Dix, Piet Mondrian, Jackson Pollock und Andy Warhol.

Ein neuer Sammlungskatalog ist in Arbeit, der sich noch stärker auf die eigenen Werke des Museums konzentriert. Zudem hat Groos sich folgendes Ziel gesetzt: "In Zukunft sollen noch stärker der Bereich der Wissenschaft gefördert und Forschungsvorhaben initiiert werden."

Bürgerfest über zwei Tage

Programm Als Dankeschön an die Stuttgarter feiert das Kunstmuseum seinen Geburtstag am 7. und 8. März mit einem Bürgerfest und freiem Eintritt. Geöffnet ist das Haus am Samstag von 10 bis 24 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Junge Kunstexperten der Stuttgarter Hochschulen führen dabei durch die Sammlung und die Dieter-Roth-Sonderschau "Balle Balle Knalle". Auch ein Kinderprogramm wird es geben: An beiden Tagen von 14 bis 17 Uhr werden Touren für Sieben- bis Elfjährige angeboten. Anschließend können sich die Kinder selbst als Künstler betätigen. Jeweils um 14 und um 17 Uhr starten Führungen durch das Archiv Willi Baumeister. Und das Figurentheater "Hibisskuss" erweckt Puppen zum Leben, die zur Eröffnung 2005 mit Bezug auf einzelne Werke entstanden sind. Am Samstagabend spielt das Jazztrio "Three In Four".

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