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Kunstmuseum lässt die Puppen tanzen

Zu seinem Zehnjährigen lockte das Kunstmuseum mit Torte, Sekt und freiem Eintritt. Mehrere tausend Menschen kamen zur Geburtstagsfeier.

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Auch Puppen zählten zu den Gästen der Geburtstagsfeier.  Foto: 

Der trostlose graue Arbeiterjunge schlurft mit herabhängenden Schultern durchs Kunstmuseum. Vor seinem Porträt von Otto Dix bleibt er stehen, schaut und sagt zu den Besuchern: "Meinen Freund können Sie nicht abknipsen. Der ist im Kohlewerk umgekommen." Zum Zehnjährigen lässt das Museum am Schlossplatz die Puppen tanzen, die das Figurentheater Hibiskuss zur Eröffnung 2005 mit Bezug zu einzelnen Werken der Sammlung schuf. Bei der Geburtstagsparty tauchen auch sechs Dieter-Roth-Zwerge in Schokoladenstämmen auf, die sein durch die aktuelle Ausstellung bekanntes Gedicht "Balle Balle Knalle" rezitieren.

Los geht es schon am Samstagmorgen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn stattet der städtischen Sammlung einen Besuch ab. "Noch immer glänzt das Kunstmuseum dank vieler guter Ausstellungen und der engagierten Arbeit des Museums-teams. Es ist die weltweit führende Bühne für Otto Dix, aber auch für viele andere bedeutende Künstler", sagt er. Ob es am hohen Besuch lag oder am kostenlosen Geburtstagskuchen: Schon in den ersten Stunden schlendern hunderte Menschen durch die Räume. Gegen Mittag ist die stolze 50 mal 50 mal 50 Zentimeter große Kubus-Torte bis zum letzten Krümel vertilgt.

"Es läuft sehr gut", sagt Museumssprecherin Isabel Kucher. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, sich die Kunstschätze der Landeshauptstadt und die Ausstellungen kostenfrei anzuschauen. So etwa Tilman Peters: "Ich möchte mir die Künstlerbücher der Lucius-Sammlung nochmal ansehen. Da passt das hervorragend", sagt der 52-Jährige. Andere kommen zufällig vorbei, etwa eine Gruppe Studentinnen aus der Ukraine. "Es lohnt sich", sagen sie.

Das Museum kann sich nicht nur über den Ansturm beim Bürgerfest am Wochenende freuen. Zum Zehnjährigen gab es überdies ein besonderes Geschenk von der Familie des Stuttgarter Künstlers Willi Baumeister (1889-1955): das großflächige Spätwerk "Monturi mit blauem Dreieck". Die 135 mal 185 Zentimeter große Arbeit aus dem Jahr 1954 schließt eine Lücke im museumseigenen Sammlungsbestand, der bislang kein Bild aus der Monturi-Reihe aufweisen konnte. "Es ist ein wahrhaft großzügiges Geburtstagsgeschenk", teilte das Museum mit.

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