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Eine Brücke für den Frieden

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Dani Karavan bei der Ortsbesichtigung.  Foto: 

15 Minuten dauert der Fußweg bis zu dem Weidenbaum auf der Flur von Oeffingen, einem Ortsteil von Fellbach im Rems-Murr-Kreis. Dort steht die neunte von insgesamt zwölf vorgesehenen Stationen des Oeffinger Besinnungswegs: eine Boden-Installation mit der Bezeichnung „Frieden“ des israelischen Künstlers Dani Karavan.

Vor knapp 20 Jahren hat das Projekt Besinnungsweg auf den Feldern zwischen der Ortsbebauung und der Landesstraße nach Hegnach begonnen. Mit dem neuen Kunstwerk setzt der Verein ein Ausrufezeichen. Denn Dani Karavan ist ein international renommierter Künstler, der sonst mit seinen Kunst-Botschaften eher in großen Städten wirkt.

Der 86-Jährige war eigens vor einem Jahr nach Oeffingen gekommen, um sich den Standort für seine mehrteilige Skulptur persönlich auszusuchen. Karavan gilt als penibel und hat auch dieses Mal jedes Detail ganz akribisch geplant und bestimmt. Die zwölf Meter lange Brücke aus Cortenstahl, die Bahnschienen und -schwellen am Rand des Kunstwerks, die drei Meter hohe, aus Erde aufgeschüttete Halbkugel und die Sonnenuhr, ebenfalls aus Cortenstahl und zwölf Meter im Durchmesser.

Auch bei der Begrünung hatte Karavan genaue Vorstellungen, Sonnenblumen blühen vor und nach dem Brückensteg auf, umsäumt von Wiesenblumen, die Halbkugel ist mit Rasen eingesät.

Am heutigen Samstag um 11 Uhr wird das Kunstwerk offiziell präsentiert. Karavan hat seine Teilnahme abgesagt, die Reise ist ihm zu beschwerlich. Karavan hat seine künstlerischen Botschaften für den Frieden an bedeutenden Orten installiert. Etwa das Mahnmal der ermordeten Sinti und Roma in Berlin. Es wurde 2012 eingeweiht.

Dass er nun für den Besinnungsweg ein Kunstwerk geschaffen hat, ist zwei „Paten“ zu verdanken: dem mit Karavan befreundeten Künstler Micha Ullmann, von dem die Station „Schöpfung“ stammt. Und Christoph Brockhaus, der als Kurator bei der Triennale Kleinplastik tätig war und immer noch enge Kontakte nach Fellbach pflegt.

Von dem Tübinger Theologen Hans Küng stammt das Postulat: „Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen“. Mit diesem Satz begleitet der Förderverein das Kunstwerk. Dani Karavan schrieb auf die Tafel vor der Installation einen Vers des Propheten Jesaia: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Lamm weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.“

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