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Die Kehrwoche ist reif fürs Museum

Die Schwaben stehen im Zentrum der nächsten Großen Landesausstellung. Ab Oktober heißt es im Landesmuseum: "Zwischen Mythos und Marke".

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Vom Haushaltsgegenstand zum Museumsexponat: Kehrschaufel und Besen.  Foto: 

Wer bei Wikipedia den Suchbegriff "Schwabenhass" eingibt, erfährt folgendes: Der Begriff werde von einigen Medien als Schlagwort verwendet, um eine Aversion gegenüber den etwa 300.000 in Berlin lebenden Schwaben zu beschreiben. Bekannt ist das Ganze auch als Schwaben- oder Spätzlesstreit. Das württembergische Landesmuseum hat diesen nun jedenfalls zum Anlass genommen, den Schwaben die nächste Große Landesschau zu widmen. "Zwischen Mythos und Marke" wird am 22. Oktober eröffnet und läuft bis zum 23. April 2017. Es sei an der Zeit, in Stuttgart, der Schwabenmetropole, die Facetten schwäbischer Identität zu zeigen, so die Direktorin Cornelia Ewigleben am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz.

Auf gut 1000 Quadratmetern soll anhand von rund 300 Kunstwerken der Frage nachgegangen werden, wer die Schwaben eigentlich sind. Die Macher schlagen dabei die Brücke vom Mittelalter bis in die Moderne, in der der schwäbische Dialekt im Fernsehen wieder Auftrieb erhält. Es geht um schwäbische Dichter, Denker und Tüftler, die teils erfrischend neu dargestellt werden. So kann man sich Gottlieb Daimler auf Siebdrucken von Andy Warhol anschauen.

Schwäbische Eigenschaften wie Fleiß, Sparsamkeit und Putzwut werden auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft, schwäbische Symbolik in Form von Brezel, Kehrwochenschild- und schaufel sowie Spätzlespresse dargestellt. Auf einer Dialektkarte können sich die Besucher anschauen, wo wie gesprochen wird. Auch Klangbeispiele können sie sich anhören oder einfach selbst schwäbeln. Eine historische Abbildung verschafft ihnen einen Überblick, wo im Mittelalter im Herzogtum Schwaben die Grenzen verliefen - sie reichten von den Alpen im Süden bis weit ins heutige Bayern. In kurzen Filmen kommen zudem Schwaben und "Nei-gschmeckte" zu Wort.

Flankiert wird die Schau durch das Kinderprogramm "7 SuperSchwaben", bei dem es um Helden und Erfinder wie Margarete Steiff, Sophie Scholl oder den Fußballer Sami Khedira geht. Ein Rahmenprogramm mit Gesprächen und schwäbischen Leckereien im Schlosshof ist ebenfalls angedacht.

Damit nicht genug, das Landesmuseum hat 2016 noch mehr zu bieten: Bereits am 21. Mai wird die Schausammlung "Wahre Schätze" eröffnet. In zwei Flügeln tragen die Macher aus den Sammlungen zur Antike, zur Kunstkammer der Herzöge von Württemberg und zu frühkeltischen Prunkgräbern Exponate aus den eigenen Beständen zusammen. Seit einem Jahr wird die Schau aufgebaut, zuvor waren die Räume für 2,5 Millionen Euro saniert worden.

Homepage gehackt

Bestand Die Homepage des Landesmuseums ist von Unbekannten gehackt worden, weshalb man zuletzt keinen Zugriff auf die Seite hatte. Wer sich den digitalen Bestand des Hauses anschauen will, muss sich also ein bisschen gedulden. Dort sind bislang rund 1470 Exponate gelistet, weitere 3000 sollen demnächst hinzukommen. Das Gros der Ausstellungsstücke ist damit allerdings noch nicht digitalisiert: Im Bestand wurden bei der Inventur rund eine Million Stücke gezählt. Die größte Sammlung ist die archäologische mit 730.000 Stück.

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