Partner der

Früher wäre besser gewesen

|
MOZ-Redakteur Michael Gabel Autorenfoto 2016 MOZ  Foto: 

Merkwürdig ist es schon: Kurz vor der Bundestagswahl stellt Fami­lienministerin Katarina Barley (SPD) Pläne zur Besserstellung von Trennungsvätern vor. Als wäre das Problem, dass frisch getrennte oder geschiedene Väter zwar alle möglichen Pflichten, aber vergleichsweise wenige Rechte haben, nicht längst bekannt. Klar, es ist Wahlkampf. Da macht jeder noch einmal so gut auf sich aufmerksam, wie er kann. Barley ist zwar erst seit dreieinhalb Monaten im Amt. Besser wäre es aber gewesen, das Ministerium hätte die Ideen zur Aufwertung der Väterrolle schon viel früher präsentiert.

 Die Vorschläge der Ministerin gehen jedenfalls in die richtige Richtung. So ist es gut, Trennungsväter steuerlich zu entlasten, denn viele engagieren sich in der Kindererziehung genauso wie Väter, die bei der Familie leben. Und manche haben sogar höhere Kosten, weil sie eine Zweitausstattung für das Kind finanzieren müssen. Ebenso sinnvoll ist der Vorschlag, dass getrennt lebende Eltern zur Mediation verpflichtet werden. Beratungsgespräche unter professioneller Anleitung können dazu beitragen, Wut und Hass der früheren Partner zu kanalisieren. Und das ist vor allem im Interesse der Kinder sehr wichtig, die am meisten unter einer Trennung leiden.

Nur darf es nicht passieren, dass unter den zusätzlichen Väterrechten die Mütter leiden müssen. Barleys Vorschläge erscheinen in dieser Hinsicht jedoch ausgewogen. Was den Vätern an zusätzlichen Mitteln gegeben würde, wäre Sache des Staates und nicht der Mütter. Nur wie und ob das Konzept der Ministerin umgesetzt wird, das ist so offen wie der Ausgang der Wahl.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Nach Bamberger kandidiert auch Chef nicht mehr

Die Gemmrigheimer Bürgermeisterin tritt nach 24 Jahren nicht mehr an. Am 4. März wird in Gemmrigheim und am 15. April in Bönnigheim gewählt. weiter lesen