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Ein Mittler und ein Reformer bald heilig

"Santo subito" schallte es 2005 bei der Trauerfeier für Papst Johannes Paul II. über den Petersplatz. Nun wird der polnische Papst zum Heiligen. Auch der Konzilspapst Johannes XXIII. wird heiliggesprochen.

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  • Ihre Heiligsprechung steht bevor: Johannes Paul II., hier 1996 bei einem Deutschlandbesuch, und Johannes XXIII. auf einer undatierten Aufnahme. Fotos: epd/dpa 1/2
    Ihre Heiligsprechung steht bevor: Johannes Paul II., hier 1996 bei einem Deutschlandbesuch, und Johannes XXIII. auf einer undatierten Aufnahme. Fotos: epd/dpa
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Papst Johannes Paul II. wird voraussichtlich noch in diesem Jahr heiliggesprochen. Papst Franziskus erkannte das dafür notwendige Wunder an, wie der Vatikan gestern mitteilte. Der Pole Karol Wojtyla war 1978 als Überraschungskandidat zum Papst gewählt worden. Er starb am 2. April 2005 mit 84 Jahren nach langem öffentlichen Leiden. Sein Pontifikat war eines der längsten in der Kirchengeschichte.

Gestern stimmte Franziskus auch der Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. (1881-1963) zu. 1958 hatte das erste Konklave nach dem Zweiten Weltkrieg den damals 77-jährigen Patriarchen von Venedig, Angelo Giuseppe Roncalli zum Papst gewählt. Johannes XXIII. ist wegen der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), das wichtige Reformen mit sich brachte, weit über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus geachtet. Er eröffnete eine Ära des Dialogs mit den anderen Konfessionen und Nichtglaubenden und machte das Papsttum zu einer moralischen Autorität, die von beiden Lagern des Kalten Krieges respektiert und umworben wurde.

Vatikansprecher Federico Lombardi stellte die Heiligsprechung der beiden verstorbenen Päpste bis Ende des Jahres in Aussicht. Papst Franziskus werde das genaue Datum gemeinsam mit den Kardinälen festlegen.

Bei dem für Johannes Paul II. anerkannten Wunder soll es sich um die Heilung einer Frau aus Costa Rica nach einer schweren Hirnverletzung handeln. Johannes XXIII. wird den Angaben zufolge hingegen heiliggesprochen, ohne dass zuvor ein zweites Wunder festgestellt worden wäre. Franziskus vertrete die Auffassung, dass dessen Tugenden hinreichend bekannt seien. "Das bedeutet allerdings nicht, dass von jetzt an alle Seligen ohne ein zweites Wunder heilig werden", fügte Lombardi hinzu.

Bereits für die Seligsprechung ist eine vom Papst als Wunder anerkannte Heilung notwendig. Johannes Paul II. war nur sechs Jahre nach seinem Tod nach einem in Rekordzeit durchgeführten Verfahren seliggesprochen worden. Schon bei der Trauerfeier 2005 hatten zahlreiche Gläubige mit dem Ruf "Santo subito" seine sofortige Heiligsprechung gefordert.

In die Amtszeit von Johannes Paul II. fiel unter anderem der Fall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West. Der ehemalige Erzbischof von Krakau unterstützte aktiv die polnische Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc. Bei einer der von ihm eingeführten päpstlichen Massenveranstaltungen wurde er 1981 bei einem Attentat durch den türkischen Rechtsextremisten Mehmet Ali Agca schwer verletzt. Bis zum Ende seines Pontifikats unternahm er rund 100 Auslandsreisen. Er sprach darüber hinaus eine Rekordzahl von Glaubenszeugen selig und heilig.

Der polnische Papst galt auch angesichts des Vorgehens des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, des späteren Papstes Benedikt XVI., etwa gegen Befreiungstheologen und Befürworter des Frauenpriestertums als theologisch konservativ. Wegen seiner freundlichen Art und der Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, genoss er dennoch große Popularität.

Auch Johannes XXIII. - ein Bauernsohn mit stattlichem Leibesumfang und gütigem Lächeln strahlte Güte, Wärme und Menschenfreundlichkeit aus, was ihm den Beinamen "papa buono" eingetragen hatte. Sein Heimatort Sotto il Monte heißt offiziell "Sotto il Monte Giovanni XXIII". Die Ehre, Bestandteil eines Ortsnamens zu werden, ist nur wenigen Päpsten zuteilgeworden.

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