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Bundestagswahl 2017: Freude über das Comeback bei der FDP

Nach vier Jahren Abwesenheit kehren die Liberalen in den Bundestag zurück. Die Jamaika-Option bereitet manchen Sorgen.

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FDP-Chef Christian Lindner freut sich über die ersten Hochrechnungen.  Foto: 

Mittendrin steht Rainer Brüderle mit einem Glas Weißwein. Sichtlich erfreut, dass er immer noch umlagert wird. Nicht so eng wie früher vielleicht. Vor allem ältere FDP-Mitglieder reichen ihm bei der Wahlparty in der Parteizentrale die Hand. Der ehemalige Wirtschaftsminister gehört zu einer anderen Ära, der Zeit von Guido Westerwelle und Philipp Rösler. Zu der Zeit also, die zum Rauswurf der FDP aus dem Bundestag führte. Bei der Wahl vor vier Jahren hatten die Liberalen gerade mal 4,8 Prozent der Stimmen erreicht. Nun sind sie zurück mit einem Wert, der mehr als doppelt so hoch liegt.

Begeistert schreien die Anhänger ihren Jubel im übervollen Genscher-Haus heraus, als der Mann auftritt, der seit vier Jahren das bekannteste Gesicht der Partei ist: Christian Lindner. „Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit im Deutschen Bundestag“, ruft der FDP-Chef ihnen  zu. „Nach einem Scheitern ist ein Neuanfang möglich. Vielen Dank dafür.“ Die Partei nehme den Platz der Mitte, der im Parlament vier Jahre lang verwaist gewesen sei, wieder ein. Sie sei der „klarste Gegenkurs zur AfD“.

Der baden-württembergische Parteivorsitzende Michael Theurer, der nun in den Bundestag einzieht, sagt: „Wir freuen uns über unser Bilderbuch-Comeback. Das Ergebnis der FDP zeigt, dass man Wahlen auch aus der Mitte gewinnen kann. Die Parteien der großen Koalition haben massiv verloren – dort muss jetzt die Aufarbeitung beginnen.“

In die Freude mischt sich ­allerdings Sorge. Durch die Ankündigung der SPD, nicht für eine Fortsetzung der großen Koalition zur Verfügung zu stehen, gibt es rechnerisch nur noch eine Regierungskonstellation: ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen. Dass die Liberalen nur in ein solches Bündnis eintreten würden, wenn sie darin die zweitstärkste Kraft werden, hatten die Parteistrategen schon vor der Wahl klar gemacht. Allerdings ist die Angst groß, genauso zerrieben zu werden wie in der letzten schwarz-gelben Koalition. Zudem ist es vollkommen offen, ob die unterschiedlichen politischen Lösungsansätze, etwa in Fragen der Umwelt- und der Flüchtlingspolitik, einen Kompromiss zwischen den beiden kleinen potenziellen Regierungspartnern ermöglichen.

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