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Air-Berlin-Pleite: Weg frei für Lufthansa

Die Lufthansa hatte sich schon lange auf diesen Moment vorbereitet: Sie will Teile von Air Berlin kaufen. Es geht um Maschinen, Routen und Personal.

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Will einkaufen: Lufthansa-Chef Carsten Spohr.  Foto: 

Immer wieder hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in den vergangenen Monaten sein großes Interesse an Air Berlin betont. Aber zugleich bekräftigt, dass die hohen Schulden, das negative Eigenkapital und Bedenken der Kartellbehörden einer Übernahme im Wege stünden. Mit der Insolvenz von Air Berlin sind jetzt die Hürden weitgehend ausgeräumt. Ganz offensichtlich hat sich Lufthansa in Gesprächen mit Air Berlin und dessen Großaktionär Etihad schon seit Wochen intensiv auf diese Entwicklung vorbereitet. Kaum war die Meldung über die Insolvenz der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft raus, verkündete Lufthansa, dass sie bereits in Verhandlungen „über den Erwerb von Teilen der Air Berlin Gruppe“ stehe. Lufthansa beabsichtige, schnell zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Beobachter rechnen damit, dass dies schon in der nächsten Woche so weit sein könnte.

Dabei dürfte es um die Übernahme von Teilen der Flotte von Air Berlin gehen. Aktuell sind es rund 120 Kurz-, Mittel- und Langstreckenjets. Damit könnte sich die Lufthansa wichtige Start- und Landerechte der zweitgrößten deutschen Airline in Deutschland und im Ausland sichern und Wettbewerber wie Ryanair auf Distanz halten. Zugleich würde die Lufthansa, wie sie betonte, auch Personal von Air Berlin übernehmen. Rund 8000 Menschen sind von der Insolvenz betroffen. Über die Anzahl von Jets, die sie kaufen könnte, und zur Zahl möglicher gesicherter Arbeitsplätze wollte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag nichts sagen. „Lufthansa unterstützt gemeinsam mit der Bundesregierung die Restrukturierungsbemühungen der Fluggesellschaft“, teilte Deutschlands größte Airline mit. Die Industriegewerkschaft Luftverkehr forderte Lufthansa auf, jetzt eine aktive Rolle zu spielen und dieser Verantwortung „schnell und fair“ nachzukommen.

Nach Angaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gibt es keine Kartellprobleme, wenn Lufthansa nur Teile von Air Berlin übernimmt. Im übrigen hätten auch andere Airlines Interesse an der insolventen Gesellschaft, vor allem den Start- und Landerechten. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, vor allem mit der Lufthansa, sagt Dobrindt.

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