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Vor 200 Jahren wurde der Erfinder des Saxofons geboren

Von Charlie Parker bis Bill Clinton: Das Saxofon hat eine große Gemeinde. Zum 200. Geburtstag des Erfinders Adolphe Sax swingt es noch immer.

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Instrumentenbauer Adolphe Sax wird gefeiert - mit Musik.  Foto: 

Nicht nur Profis wie Coleman Hawkins und Charlie Parker sind dem Sax-Appeal erlegen. Bill Clinton, einst Präsident der USA, gab seine Kunst auf dem Saxofon schon im New Yorker Apollo-Theater zum Besten. Auch Entertainer Jürgen von der Lippe ist ein Fan des Blasinstruments, das von Adolphe Sax erfunden wurde. Zum 200. Geburtstag des belgischen Instrumentenbauers und Musikers am Donnerstag swingt, jazzt und funkt es in der halben Welt, vor allem in Brüssel und Dinant, der wallonischen Geburtsstadt des Erfinders. Saxofone aus Schokolade, als Skulpturen und im Konzert zu Ehren von "Monsieur Sax": Dinant feiert seit Monaten. Auf das Jahr 2014 fällt nicht nur Sax 200. Geburtstag. Im Februar wurde in Dinant an der Maas auch der Startschuss zu den Feierlichkeiten anlässlich seines Todes in Paris vor 120 Jahren gegeben. Sax ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt, und die dankt es ihm - mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm "Sax and the city".

Das Geburtshaus von Adolphe Sax, mit bürgerlichem Vorname Antoine Joseph, wurde 1914 zerstört. Stattdessen steht heute in der Straße, die seinen Namen trägt, la Maison de Monsieur Sax, ein Interpretationszentrum - kein Museum, wie das Touristenbüro betont.

Sax wurde in Dinant als eines von elf Kindern geboren. In der Stadt mit der Zitadelle lebte er nur kurz. Sein Vater zog mit der Familie wenige Monate nach Adolphes Geburt nach Brüssel um, wo er als Instrumentenbauer eine Werkstatt gründete. Dort wurde Sax in Musik und Instrumentenbau ausgebildet, wie die Ausstellung "Sax200" im Instrumentenmuseum in Brüssel darlegt. Mehr als 100 Saxofone in allen Größen und Tonlagen sind bis 11. Januar zu sehen - angefangen von Alt- und Tenorsaxofonen bis hin zum Soprillo, der kleinsten Baugröße des Instruments aus Messing.

Der leidenschaftliche Klarinettist erfand das Saxofon, weil er nach einem Bassinstrument suchte, das auch in tiefen Lagen noch gut klang und sich bei Konzerten unter freiem Himmel durchsetzen konnte. In Brüssel interessierte man sich kaum für seine geniale Erfindung, mit der er 1842 nach Paris zog. Dort gründete er eine Werkstatt und ließ das Instrument 1846 patentieren. Doch der erhoffte Erfolg blieb auch hier aus. Neider machten Sax seine Erfindung streitig, mehrmals stand er vor dem Konkurs.

Das Saxofon hielt zwar Einzug in Militärkapellen, doch in den Pariser Opernpartituren kam es kaum zum Einsatz, trotz der Unterstützung des Musikkritikers und Komponisten Hector Berlioz. "Einmal tief und ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos", schwärmte Berlioz.

Erst mit dem Aufkommen des Jazz setzte der Siegeszug des Instruments ein. Zum 200. Geburtstag des Erfinders swingt und jazzt es in der halben Welt - angefangen von Berlin und Paris bis Cardiff. Vielleicht wird auch Bill Clinton den Erfinder mit einer Jamsession ehren.

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