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Neues Probenzentrum Heilbronn: Proben ohne Ratten und Schimmel

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Das neue Heilbronner Probenhaus.  Foto: 

Ratten auf dem Boden, Marder auf undichtem Dach, Schimmel an der Wand, im Winter Kälte, sommers Hitze – für solch unerträgliche Zustände beim Übungsbetrieb entschuldigte sich Heilbronns OB Harry Mergel (SPD) bei den Schauspielern. Die schlimmen Bedingungen in maroden Immobilien sind nach 34 Jahren zu Ende, dank eines zeitgemäßen Probenzentrums für 5,2 Millionen Euro. Den drei Spielstätten des Stadttheaters stehen gleichgroße Bühnen fürs Einüben der Stücke gegenüber, sogar an die Drehscheibe wurde gedacht.

„Das alles erleichtert die künstlerische Arbeit enorm“, freute sich Intendant Axel Vornam, der seit September 2008 das Heilbronner Haus mit großem Erfolg führt. Kritiker loben „ausbalancierten Spielplanmix“ und „ambitionierte Inszenierungen für alle Publikumsschichten“. 166 852 Besucher, 7217 Abos, Auslastung 80 Prozent in der letzten Saison, rekordverdächtiger Eigenanteil von 22 Prozent beim 13,8-Millionen-Etat: Vor diesem Hintergrund rang sich der Gemeinderat zu dem Neubau im industriellen Charakter durch. Freilich wurden Abstriche verlangt. Eine erste Idee kam auf sieben Millionen Euro. OB Mergel wollte das Projekt  verstanden wissen als „starkes Bekenntnis zu unserem Theater“. Ein Theater, das so aufgestellt ist, dass es das 22-köpfige Ensemble übertariflich entlohnt.

Im Probenzentrum machen sich die Schauspieler in schalldichten Räumen vertraut mit den durchschnittlich 18 Stücken, die pro Saison inszeniert werden. Damit gilt das Gebäude aus Stahlbeton als „Herzstück des Kreativlabors“. Die Qualität ist so hochwertig, dass der Architekt eine Haltbarkeit von 50 Jahren versprach. Vornams Truppe soll sich dort nicht nur vorbereiten auf die Aufführungen im Stammhaus. Längst werden Fäden gesponnen für Darbietungen wie interaktive Theaterformen unter der Kuppel des gerade entstehenden Wissenschaftszentrums „Experimenta II“. Auch bei der Bundesgartenschau 2019 wollen die Theaterleute mitmischen. Vornam liebäugelt mit einer Gartenoper, zusammen mit dem Württembergischen Kammerorchester. Theater muss für ihn ein „höchst innovativer Kunstraum“ sein. Sein Credo lautet: „Stillstand ist tödlich.“

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