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Neue Nationalgalerie schließt

Sie ist nach dem Pergamonaltar das zweite kulturelle Highlight, auf das Berlin-Besucher nun langfristig verzichten müssen: die Neue Nationalgalerie.

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An Silvester hat die Neue Nationalgalerie am Berliner Kulturforum, der berühmte Museumsbau des Mies van der Rohe von 1968, nach einem letzten Besucheransturm ihre Türen für eine umfangreiche Sanierung geschlossen. Die Kosten dafür liegen nach Angaben der Staatlichen Museen zu Berlin im hohen zweistelligen Millionenbereich, gerechnet wird mit vier bis fünf Jahren Bauzeit.

Die rund 1600 Kunstwerke der europäischen Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Künstlern wie Kirchner, Picasso, Klee, Feininger, Dix und Kokoschka, wandern in dieser Zeit großteils ins Depot. Geborgen wird in den nächsten Monaten auch die gesamte auf Mies van der Rohe zurückgehende Original-Innenausstattung, um sie nach der Sanierung wieder einbauen zu können.

Die 144 entrindeten Baumstämme, die Stararchitekt David Chipperfield als "Intervention" zum Abschied in die obere Ausstellungshalle des Museumsbaus gestellt hatte, müssen bereits in den kommenden Tagen weichen. Den endgültigen Abschied geben die Elektropop-Pioniere der Düsseldorfer Band Kraftwerk von kommenden Dienstag an mit acht ausverkauften Konzerten im Erdgeschoss des Museums, dessen Bau als Ikone der Klassischen Moderne gilt.

Neben der Neuen Nationalgalerie bleiben weitere Berliner Museen auf Jahre geschlossen: Der Pergamonaltar wird voraussichtlich bis 2019 saniert, die Berlinische Galerie ist zu, und um den Erweiterungsbau des Museums Berggruen gibt es wegen Baumängeln juristische Streitereien.

Wer bedeutende Kunstwerke der Berliner Nationalgalerie bewundern möchte, hat dazu allerdings in Schwäbisch Hall derzeit noch die Chance. "Moderne Zeiten" heißt das großartige Gastspiel der Staatlichen Museen zu Berlin in der Kunsthalle Würth. Unter diesem Titel hat die Neue Nationalgalerie bereits 2010/11 aufsehenerregend ihre Sammlung gebündelt, es folgten mit "Der geteilte Himmel" und "Ausweitung der Kampfzone" weitere Ausstellungskapitel. Mies van der Rohes berühmtes Museumsgebäude hat viel zu wenig Fläche, um den wertvollen Bestand umfassend zu zeigen (ein Neubau für die Moderne ist ein Politikum), jetzt kommt die Sanierung, man geht also auch auf Reisen: "Moderne Zeiten" noch bis 1. Mai in Hall mit 200 Werken aus den Jahren 1900 bis 1945 (täglich, 10-18 Uhr, bei freiem Eintritt).

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