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Mal Kabarett, mal Achterbahn

Mit drei Jahren stand Liza Minnelli schon vor der Kamera. "Cabaret" brachte ihr Weltruhm und einen Oscar. "Ich bereue nichts", sagt die Diva.

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Feiert am Samstag ihren 70. Geburtstag: Liza Minnelli.  Foto: 

Der Humor ist Liza Minnelli nicht vergangen. Ihren 70. Geburtstag am Samstag, feiere sie als ihr "Minnellium", ein Wortspiel mit Millennium, dem englischen Begriff für Jahrtausend, sagte sie der "New York Post". Eine Jahrtausend-Entertainerin ist Minnelli wirklich: Schauspielerin, Sängerin, Broadway-Star mit seit Jahrzehnten andauernder Achterbahnkarriere und einer der ganz wenigen Menschen, die alle vier wichtigsten Preise der Branche - Oscar, Grammy, Emmy und Tony - gewonnen haben.

Charles Aznavour war ihr Mentor, Marilyn Monroe und Frank Sinatra enge Freunde, mit Andy Warhol war sie Stammgast im "Studio 54". Ihr Ziel, nach all diesen Erfolgen? "Immer noch besser werden."

Berühmt wurde Minnelli schon vor ihrer Geburt, als Fans und Medien auf das Kind von Schauspiel-Star Judy Garland ("Der Zauberer von Oz") und Regisseur Vincente Minnelli ("Vater der Braut") warteten. Daheim kamen Superstars dann zum Kaffee vorbei.

"Ich war unglaublich scheu", erinnerte sie sich Jahrzehnte später. Einmal habe sie beispielsweise Sammy Davis Jr. angesprochen. "Er war sehr, sehr freundlich und wollte einfach etwas Nettes sagen. Aber ich dachte nur: ,Jemand spricht mit mir! Warum hilft mir denn keiner?' Ich habe kein Wort rausgebracht." Die berühmten Eltern erleichtern Minnelli den Einstieg ins Showgeschäft. "Von meiner Mutter habe ich den Elan, von meinem Vater die Träume, und einen guten Sinn für Humor habe ich von beiden", sagte sie später. Minnelli wird Broadway-Star und Nachtclubsängerin, bis sie Anfang der 70er Jahre endgültig den Durchbruch schafft. Die Musicalverfilmung "Cabaret" wird zum Welterfolg. Für ihre Rolle als Nachtclubsängerin Sally Bowles im Berlin des Jahres 1931 wird Minnelli mit dem Oscar ausgezeichnet.

Bis heute verfolgt der Film Minelli, bis heute wird sie an diesem Meisterwerk gemessen. Sie erinnert sich oft nostalgisch an die Dreharbeiten in München, "die glücklichste Zeit meines Lebens". Danach ging es mit der Achterbahn nach unten, beruflich und privat. Die Rollen blieben aus, die Männer kamen und gingen. Viermal heiratete Minnelli, viermal ließ sie sich wieder scheiden. Die Liste ihrer Krankheiten und Operationen ist lang. Außerdem kämpft Minnelli mit Alkohol, Drogen und Übergewicht - bis heute. Erst im März 2015 begab sie sich wegen Drogenproblemen erneut in eine Entzugsklinik.

Aber Minnelli arbeitete sich immer wieder hoch. Auch das wurde zu ihrem Markenzeichen. "Ich habe einen ganz großen und festen Glauben. Ich glaube, dass man immer positiv denken muss", sagte sie vor Jahren. Inzwischen hat sich die Diva aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen. Sie wirkt gebrechlich. Aber sie bereue nichts, betont Minnelli immer wieder. "Das Leben ist nun mal wie ein Kabarett: Man weiß nie genau, was kommt und ob es gut sein wird. Ich glaube, ich würde meine Fehler alle wieder machen."

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