Partner der

Magische Museumsräume

Welche Magie leere Museumsräume entwickeln können, das zeigt Thomas Witzke mit seinen Vectorzeichnungen im Kunstmuseum Heidenheim.

|
Eine mittels Computer generierte Vektorzeichnung von Thomas Witzke.  Foto: 

Unverständlich, dass sich im Kunstmuseum Heidenheim nicht alle international tätigen Galeristen drängeln, Kunsthändler, die beispielsweise die Großformate der angesagten Düsseldorfer Starfotografen Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Kollegen teuer vermarkten. Die Spürnasen ihrer Talentscouts müssen total verstopft sein, wenn es keine Rückmeldung gibt, dass hier mitten in der schwäbischen Provinz höchst bemerkenswerte Entdeckungen zu machen sind, Kunstarbeiten, aus denen jenen oben Genannten eine gefährliche Konkurrenz erwachsen kann.

Um was geht es? Es sind die aufwendig mittels Computer generierten und auf entspiegelte Glasplatten aufgezogenen Vektor-Zeichnungen des 1961 in Heidenheim geborenen Medienkünstlers Thomas Witzke, die ob ihrer unglaublich starken Farbigkeit und packenden Präsenz verblüffen. Denn zu sehen sind ausschließlich nüchtern kahle Museumsräume, die nichts weiter tun als auf sich selbst zu verweisen.

Zwischen einem dezent schwarz-gelb gehaltenen Treppenaufgang im Berliner Berggruen-Museum, dem grün leuchtenden Foyer der Stuttgarter Staatsgalerie, dem ocker getönten Eingangsbereich des Münchner Lenbachhauses und den rubinrot gestrichenen Räumen in der Münchner Neuen Pinakothek springt das Auge hin und her, ja, denkt man, man hat hier großformatige Hochglanzfotos vor sich, die gerade wegen ihrer Aufgeräumtheit mächtig Eindruck machen. Sämtliche Gebrauchsspuren im Raum sind getilgt, kein Staubkorn weit und breit.

Thomas Witzke ist sozusagen zum unbestechlichen Porträtisten unserer Kunstherbergen und Pinakotheken geworden. Und Schande über die Galeristen, die sich nicht nach Heidenheim aufmachen.

Info Thomas Witzkes „l’art pour l’art“ bis 11. September im Kunstmuseum Heidenheim (Marienstraße 4); Di–So 11–17, Mi 13–19 Uhr.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Evangelische Kirche: 61 Millionen Euro an Steuereinnahmen im Kreis

Nur in Stuttgart hat die evangelische Kirche in Baden-Württemberg mehr Kirchensteuer eingenommen als im Landkreis Ludwigsburg, vermeldet das Statistische Landesamt. weiter lesen