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Konstantin Richter mit „Die Kanzlerin“ bei Jastram

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Es gibt zwei Dutzend Biografien, die sich mit der mächtigsten Frau der Welt beschäftigen. Eine Biografie ist das 176 Seiten starke Büchlein „Die Kanzlerin“ des Berliner Journalisten Konstantin Richter auch nicht. Der Untertitel „Eine Fiktion“ lässt keinen Zweifel: „Ich habe einen Roman geschrieben“, betont er bei Jastram. „Aber die Fiktion sollte plausibel sein. Plausibel bleibt sie aber nur, wenn man sich nicht zu weit von den Fakten entfernt.“

Und so ist der Rahmen, in dem Richter das Innenleben der Kanzlerin ausbreitet, ein bekannter. Merkel in Bayreuth in der Premiere von „Tristan und Isolde“, ihr Kollaps in der Pause, der offiziell einem defekten Stuhl zugeschoben wird, der unter der Kanzlerin zusammengebrochen sein soll. Szenen, die man aus den Nachrichten kennt: Etwa jene, wie die Kanzlerin im August 2015 ein Flüchtlingsheim in Heidenau besucht und aufs Übelste beschimpft wird.

Das alles nutzt Richter, um der Kanzlerin das unterzuschieben, was ihr oft abgesprochen wird: Emotionen. Richter schildert aus der Sicht der Kanzlerin, wie die äußeren Ereignisse sie beeinflussen, Gefühle entstehen, die sie handeln lassen, obwohl ihr Umfeld auf manches befremdlich reagiert.

Sympathie für die Person

Wie gesagt: Das ist alles Fiktion, aber Richter hat ein feines Gespür dafür, wie es tatsächlich hätte sein können. Das ist nicht nur plausibel, das ist über weite Stecken auch eine fein gezeichnete Persi­flage der Politiker-Denke, die beim Leser durchaus Sympathie weckt. Vielleicht,  weil die Kanzlerin auch dem Autor sympathisch wurde: „Allerdings nur als Person, mit ihrer Politik kann ich nichts anfangen“, sagte Richter bei Jastram.

Dass Richter, dessen Büchlein bundesweit für Aufsehen sorgte, überhaupt in dem feinen, aber kleinen Buchladen las, hat einen einfachen Grund: Richters Schwester lebt in Ulm, ist Stammkundin bei Jastram. Und sie war es auch, die Buchhändler Samy Wiltschek auf das Büchlein aufmerksam machte. „Sie wollte es bei uns bestellen und erstmal lesen, bevor sie es weiterempfahl“, erzählte Wiltschek bei der Lesung schmunzelnd. „Ich habe dann einen Stapel geordert. Normalerweise schickt man dann nach ein paar Monaten den größten Teil wieder zurück, doch diesmal sind fast alle weg, ich habe gerade noch zehn Stück da.“

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