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Kanye West macht auf Aktivist und dicke Hose

21 Grammys, mehr als 20 Millionen verkaufte Alben weltweit, Hit-Produktionen für Beyoncé oder den Kollegen Jay-Z: Kanye West ist ohne Frage aktuell einer der größten Pop-Künstler.

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21 Grammys, mehr als 20 Millionen verkaufte Alben weltweit, Hit-Produktionen für Beyoncé oder den Kollegen Jay-Z: Kanye West ist ohne Frage aktuell einer der größten Pop-Künstler. Er vergleicht sich mit Steve Jobs, konterkariert das Kettenträger-Gehabe von Rappern schon mal mit exzentrischen Looks und findet sich in Boulevardmedien als Daddy des Babys von Reality-Soap-Star Kim Kardashian wieder.

 Eine multiple und in sich widersprüchliche Künstlerpersönlichkeit war Kanye West schon immer , auf seinem jüngsten Album "Yeezus" (Def Jam/Universal) wird das zumindest in den Texten deutlich. In "New Slaves" prangert der Sohn eines "Black Panther"- Aktivisten, der sich selbst als "Keimzelle der Kultur" versteht, die Versklavung der schwarzen Bevölkerung durch den allgegenwärtigen Markenterror an. Er rappt sich in die Rolle eines "Black Skinhead" und nutzt in "Blood On The Leaves" ein Originalzitat des Billie-Holiday-Songs "Strange Fruit", um an Lynchmorde in den Südstaaten zu erinnern. West ist allerdings nicht nur Klassenkämpfer, er macht zwischen all den klaren Ansagen auch auf dicke Rapperhose. Er bringt tiefergelegte Sportwagen und die Art Basel sehr gut unter eine Baseball-Kappe.

Alles Kalkül? Man darf es vermuten, denn West überlässt nichts dem Zufall. Und die Sounds auf "Yeezus" sind wahrlich innovativ und wegweisend: ein Mix aus House, Rave und HipHop, tiefe Bässe, aufwühlende Synthetik, eine ausgesuchte Schar von Gästen - die Herren von "Daft Punk" sind ebenso mit an Bord wie Kopfstimmen-Meister Bon Iver.

Produzenten-Guru Rick Rubin, so heißts, war bei diesem collagenhaften Elektronik-Rap-Werk eher fürs Weglassen zuständig. Musikalisch umarmt, tief berührt wird man auf "Yeezus" höchst selten, herausgefordert dafür umso mehr.

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