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Frank Stella wird 80 Jahre alt

Mit schwarzen Gemälden schockte Frank Stella einst. Danach machte er fast alle Phasen der US-Nachkriegskunst mit. Jetzt wird der Künstler 80 Jahre alt.

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Der Künstler Frank Stella, hier auf einem BMW im Haus der Kunst in München.  Foto: 

Frank Stella ist ehrgeizig – in der Kunst wie im Leben. Der Künstler spiele etwa Tennis nicht zum Spaß, soll der Galerist Lawrence Rubin gesagt haben. „Er spielt, um zu gewinnen. Und so spielt er auch in der Kunst.“

Viele Experten würden dem Künstler, der kommende Woche 80 wird, wohl bescheinigen, gewonnen zu haben. Stella gilt als einer der bedeutendsten Künstler der USA. Kürzlich widmete ihm das New Yorker Whitney Museum die Auftaktretrospektive im neuen Gebäude, doch der Geehrte gab sich bescheiden. „Das war doch ein Zufall. Ich bin alt. Ich bin nicht mehr umstritten.“

Zu Beginn seiner Karriere war Stella extrem umstritten. Der 1936 in einem Vorort von Boston geborene Sohn eines Künstler- und Arztehepaars war 22, als er in New York mit schwarzen Bildern für Aufsehen sorgte. Seine Serie minimalistischer „Black Paintings“ mit symmetrischen, die ganze Fläche bedeckenden Streifen wurde 1959 im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) ausgestellt und schockte die Kunstwelt. Dabei stecke keine Bedeutung dahinter, sagte Stella: „Was Sie sehen, ist, was Sie sehen.“

Stella war nach New York gekommen, weil er sich von Künstlern wie Jasper Johns und Jackson Pollock angezogen fühlte. „Ich wäre gar nicht erst Künstler geworden, wenn ich die Künstler dieser Generation nicht so sehr gemocht hätte.“ Er selbst wurde von Galerist Leo Castelli entdeckt. Auf die schwarzen Bilder folgten silberne und kupferfarbene. Im Verlauf der 60er gewannen seine Bilder an Farbigkeit, bis hin zu fluoreszierenden Acrylfarben. Konstant blieb das Spiel mit geometrischen Formen. „Wenn die Menschen mich fragen, warum ich aufgehört habe, schwarze Bilder zu malen, ist das, wie wenn man Kodak fragt, warum sie keine Filmrollen mehr benutzen“, sagte Stella dem  „Guardian“. „Man bewegt sich weiter, die Welt bewegt sich weiter.“

Später fertigte Stella auch Reliefs und großformatige Skulpturen an. Nicht alle stießen auf Begeisterung. So beschwerten sich Menschen in Seoul so lange über die Metallskulptur „Amabel“, bis eine Baumgruppe gepflanzt wurde, die das Werk teilweise verdeckt. Die Kunst habe ihn nicht reich gemacht, auch wenn seine Werke sich teils für Millionen verkaufen, sagt Stella, der zum zweiten Mal verheiratet ist und fünf Kinder hat. „Die Menschen werden ganz aufgeregt bei diesen hohen Summen, aber fast alle Künstler, sogar die sehr erfolgreichen, leben von der Hand in den Mund. Man wird kein Künstler, um Geld zu verdienen.“ Noch immer lebt Stella seine Liebe zu Rennwagen. „Ich wurde geboren, um zu fahren“, sagte er der „New York Times“.

Er mache weiter Kunst, schickt seine Entwürfe aber an spezielle Hersteller. „Jeder arbeitet doch früher oder später digital.“ Wahrscheinlich habe er zuletzt im Jahr 2000 einen Pinsel gehalten. „Dabei geht alles um Körperbalance. Wenn ich jetzt versuchen würde zu malen, würde ich wahrscheinlich umfallen.“

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